Über mich · Vivecura Berlin

Von Damaskus nach Berlin. Und zu einer Medizin, die den Menschen wieder sieht.

Meine Geschichte. Warum ich dieses System gebaut habe. Und wohin ich damit will.

Shukri Jarmoukli · Arzt und Mentor
Es hat nicht in einer Praxis angefangen. Es hat auf einer Straße angefangen.
Kapitel Eins · Der Riss

Irgendwo zwischen Ljubljana und Zagreb

Eigentlich war ich auf dem Weg nach Griechenland. 3200 Kilometer mit dem Fahrrad, von Deutschland aus. Fünf Taschen auf dem Gepäckträger. Zehn Länder. Sechs Wochen. Über 20.000 Höhenmeter.

Nach etwa einer Woche auf dem Rad habe ich in einem kleinen Dorf eine Tafel Milch gekauft. Ich habe einen Schluck getrunken. Und ich habe gewartet.

Denn seit zwei Jahren hatte ich eine Laktoseintoleranz. Nicht eine leichte. Eine schwere. Ein Schluck Milch ohne Enzymtablette und mein Darm hat reagiert, als hätte ich Gift getrunken. Mein Körper produzierte Laktase nicht mehr ausreichend. So lautete die Diagnose. So lautete das Urteil.

An diesem Tag passierte nichts. Kein Bauchweh. Kein Durchfall. Nichts.

Am nächsten Morgen habe ich ein ganzes Glas Milch getrunken. Wieder nichts. Ich war verblüfft. Im Studium hatte ich gelernt: Wer die Laktase nicht hat, verträgt keine Milch. Punkt. Entweder du nimmst das Enzym als Tablette oder du verzichtest. Das Bild war statisch. Mechanisch. Eindeutig.

Mein Körper hat mir gerade gezeigt, dass das Bild nicht stimmt.

Ich hatte keine Pille genommen. Keine Behandlung bekommen. Ich hatte nur mein Leben verändert.

Auf einer Straße zwischen Ljubljana und Zagreb ist die Frage entstanden, die mich seitdem nicht mehr loslässt. Was, wenn wir in der Medizin die falsche Frage stellen? Der Moment, an dem alles gekippt ist
Kapitel Zwei · Die Herkunft

Damaskus, Köln, und dreißig Kilo

Aber die Geschichte beginnt früher.

2012 Damaskus → Frankfurt

Ich bin in Damaskus geboren. Syrien, Anfang des Krieges. Ich war neunzehn, als ich Deutschland erreicht habe. Ein Rucksack. Kein Wort Deutsch. Keine Familie um mich herum. Nur das Ziel, das ich seit meiner Kindheit getragen hatte. Ich wollte Arzt werden. Menschen helfen. Das war der klare Teil.

Ein Jahr später saß ich an der Universität zu Köln und habe angefangen, Medizin zu studieren.

Mein Mitbewohner in der WG kam aus Bayern. Er hat mir Deutschland beigebracht, so wie er es kannte. Ich muss etwas zugeben. In Syrien haben wir Alkohol sehr zurückhaltend getrunken, in Maßen, zum Genuss. Ich bin christlich aufgewachsen. Aber mein bayerischer Mitbewohner hat mir das Bier saufen beigebracht. Nach einem Jahr konnte ich mehr trinken als die meisten meiner deutschen Freunde.

An der Uni habe ich das ehrlich gesagt gefeiert. Alle dachten, der Syrer würde keinen Alkohol anrühren. Niemand ahnte, dass ich längst mehr kippen konnte als sie. Es war witzig. Auch für mich. Ein kleines Zeichen, dass ich angekommen war. Dass ich dazu gehöre.

Dazu kamen Fastfood. Wenig Bewegung. Stundenlang sitzen und lernen.

In zwei Jahren habe ich dreißig Kilo zugenommen.

Dann kam eine radikale, sehr dumme Diät. Karotten und Nüsse. Viel Sport, fast kein Essen. Ich habe nachts von einfachen Brötchen geträumt. Aber es hat funktioniert. In drei Monaten waren zwanzig Kilo wieder weg. Dass das komplett ungesund war, wusste ich damals auch als Medizinstudent nicht.

Was blieb, war das Sodbrennen.

Kapitel Drei · Die erste Lücke

Das Sodbrennen, das alles angestoßen hat

Ich bin zu meinen Hausärzten gegangen. Ich habe konkret und höflich gefragt. Was kann ich mit der Ernährung tun? Welche Lebensmittel sollte ich meiden? Wie kann ich das Sodbrennen verstehen?

Die Antwort war immer die gleiche. Ein Magensäureblocker. Auf unbestimmte Zeit.

Ich war Medizinstudent. Ich wusste, was das bedeutet. Nebenwirkungen. Verschlechterte Verdauung. Langfristig möglicherweise Nährstoffmängel. Und es würde das Grundproblem nicht lösen, nur überdecken.

Also habe ich selbst angefangen zu forschen. Ich habe meine Ernährung angepasst, Dinge ausprobiert, beobachtet. Nach einigen Monaten war mein Sodbrennen weg. Ohne Medikament.

In diesem Moment habe ich zum ersten Mal die Seite der Patienten erlebt. Nicht aus dem Lehrbuch. Aus dem eigenen Körper. Jemand, der nach einer nachhaltigen Lösung sucht und in der Schulmedizin keine findet. Jemand, der sich allein gelassen fühlt. Nicht böswillig. Nicht vernachlässigt. Nur ohne echte Antworten.

Damals dachte ich noch, das ist ein kleines Thema. Ein Sonderfall. Eine Ausnahme.

Ich habe mich geirrt.

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Weil kurz darauf eine zweite Diagnose kam, mit der ich tagtäglich zu tun hatte. Eine schwere Laktoseintoleranz. Von einem Tag auf den anderen. Ich konnte keinen Schluck Milch trinken, ohne eine Enzymtablette zu nehmen.

Und dann kam die Fahrradtour. Und die Laktoseintoleranz war weg.

Kapitel Vier · Der Perspektivwechsel

Die Frage, die ich nach der Rückkehr nicht mehr losgelassen habe

Zurück in Deutschland habe ich nicht aufgehört zu lesen.

Der einzige Unterschied zwischen meinem WG-Zimmer und der Fahrradtour war mein Leben selbst. Draußen schlafen. Mit der Sonne aufwachen. Frische Luft atmen. Stundenlang in die Pedale treten. Freiheit. Ruhe. Bewegung. Also habe ich mich durch Studien gelesen, die sich mit genau diesen Faktoren beschäftigen.

Ich bin auf die Forschung zu Naturvölkern gestoßen. Menschen, die noch in ihrer ursprünglichen Lebensweise leben. Ihre Genetik ist fast identisch mit unserer. Und trotzdem haben sie bis zu 85 Prozent weniger chronische Erkrankungen als wir.

Wenn einer von ihnen das fünfzehnte Lebensjahr erreicht, wird er durchschnittlich ähnlich alt wie wir. Aber er stirbt nicht nach Jahrzehnten mit zehn Tabletten und mühsamer Beweglichkeit. Er stirbt fitter. Er stirbt lebendiger.

Das hat mich getroffen.

Denn unser Ziel in der Medizin ist meistens: Symptome reduzieren. Krankheit verwalten. Das ist wichtig. Das rettet Leben. Aber es ist nicht das ganze Bild. Oft bekommen Menschen mit vielen chronischen Erkrankungen durch Medikamente eine Symptomreduktion und keine gefühlte Lebendigkeit. Das ist kein Vorwurf. Das ist eine Frage der Definition. Und mir wurde klar, wie eng wir Gesundheit definiert haben.

Der Reframe, der alles verändert hat
Vom mechanischen zum regulatorischen Denken

In der mechanischen Denkweise fehlt ein Enzym. Also verträgst du keine Milch. Punkt.

In der regulatorischen Denkweise kann dein Körper sich wieder selbst regulieren. Das Enzym kann wieder gebildet werden. Wenn die Bedingungen stimmen.

Das ist nicht esoterisch. Das ist Biologie. Wir reden in der Ausbildung nur selten darüber.

Von da an wollte ich verstehen, wie der Körper sich selbst reguliert. Welche Faktoren diese Fähigkeit blockieren oder wieder wecken. Ernährung. Schlaf. Bewegung. Atmung. Licht. Kälte. Wärme. Mindset. Emotionale Verarbeitung. Soziale Strukturen. All das keine Wellness-Begriffe mehr für mich. Sondern Variablen, die jede einzelne Zelle im Körper beeinflussen.

Kapitel Fünf · Die Lücke

Siebzehn Jahre zwischen Wissen und Praxis

Je mehr ich gelesen habe, desto klarer wurde etwas anderes.

Es gibt in der Wissenschaft ein Phänomen mit einem nüchternen Namen. Translationsmedizin. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie lange es dauert, bis Erkenntnisse aus Studien beim Patienten ankommen. Die Antwort ist unangenehm. Durchschnittlich siebzehn Jahre.

Siebzehn Jahre, in denen Menschen leiden, obwohl das Wissen längst existiert.

Irgendwo in diesen Studien lag die Antwort auf mein Sodbrennen, bevor ich zum Arzt gegangen bin. Irgendwo lag eine Erklärung für meine Laktoseintoleranz, bevor sie wieder verschwunden ist. Irgendwo lag Wissen, das niemand in meinem Studium ausgerollt hat.

Da habe ich eine Entscheidung getroffen, die für mich alles verändert hat. Ich wollte nicht neue Studien machen. Ich wollte das Wissen, das wir schon haben, in die Praxis bringen. Für Menschen, die jetzt leiden. Nicht in siebzehn Jahren.

Das wurde zu meinem Handwerk.

Kapitel Sechs · Die Kälte

Die Regentonne auf meiner Terrasse

Beim Durchforsten von Studien bin ich auf ein Thema gestoßen, das ich im gesamten Studium kaum berührt hatte. Kältetherapie. Über 1300 wissenschaftliche Studien. Effekte auf das Immunsystem. Auf Entzündungsmarker. Auf Hormone. Auf das Nervensystem. Eine bewiesene antidepressive Wirkung.

Ich hatte im Studium alle Antidepressiva auswendig lernen müssen. Die Kälte nicht.

Diese Diskrepanz hat mich nicht mehr losgelassen. Wer entscheidet eigentlich, was wir lernen und was nicht?

Ein Selbstversuch, der hängen geblieben ist

Ich hatte damals seit einem halben Jahr Rückenschmerzen. So stark, dass ich abends eine halbe Stunde dehnen musste, sonst kam ich am Morgen nicht aus dem Bett. Ich fing an, kalt zu duschen. Zwei Minuten pro Tag.

Nach einer Woche waren meine Rückenschmerzen weg. Ich habe nichts anderes verändert.

Das hat mich so verblüfft, dass ich eine Regentonne auf die Terrasse gestellt und mit Eisbädern angefangen habe. Morgens eine halbe Stunde Atemübungen. Dann Sport. Dann in die Tonne. Eine bis eineinhalb Stunden Investition. Jeden Tag.

Und etwas hat sich verändert, das ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Nicht nur in meinem Körper. In meinem Kopf.

Ich habe angefangen, anders zu reagieren. Dinge, die mich früher aus der Bahn geworfen haben, ließen mich kalt. Ich hatte plötzlich Ressourcen. Abstand. Klarheit. Ich hatte keine Psychotherapie gemacht. Ich hatte mit niemandem über meine Themen gesprochen. Ich hatte nur meinen Körper berührt.

Aus diesem Selbstversuch ist ein Buch entstanden. Über 70 Studien darin analysiert. Für jeden, der verstehen will, wie man sicher mit Kälte anfängt und was sie im Körper bewegt.

Kapitel Sieben · Körper und Psyche

Psychotherapie, die nicht nur aus Worten besteht

Die Kälte hatte eine Tür aufgestoßen, durch die ich vorher nie geschaut hatte.

Wenn ein kaltes Bad meine Psyche verändern kann, dann ist der Körper nicht nur ein Gefäß für den Geist. Dann ist er ein direktes Instrument. Dann kann Psychotherapie auch durch den Körper geschehen.

Ich habe mich intensiv mit Ansätzen beschäftigt, die genau damit arbeiten. Polyvagal-Theorie, die erklärt, wie das vegetative Nervensystem Sicherheit und Bedrohung lesen und umlernen kann. Somatic Experiencing, das zeigt, wie Trauma im Gewebe sitzt und durch sanfte Bewegung gelöst werden kann. Biodynamische Psychotherapie, die Atem, Körperwahrnehmung und Gespräch zusammenführt.

Ich habe verstanden, dass der schnellste Weg zu einer echten Einheitserfahrung nicht immer über aktive Arbeit an sich selbst geht. Manchmal hilft ein passiver Zugang, der das denkende Selbst kurz leiser stellt.

Genau an diesem Punkt bin ich auf Ketamin gestoßen.

Kapitel Acht · Ketamin

Ein Werkzeug, kein Wunder

Ketamin in niedriger, subanästhetischer Dosierung kann bei therapieresistenter Depression Response-Raten von über 60 Prozent erzielen. Auch dann, wenn zuvor zwei oder mehr Antidepressiva nicht angeschlagen haben. Die Datenlage hat mich aufhorchen lassen.

Ich war skeptisch. Ich habe die Studien gelesen. Ich habe die Arbeit an mir selbst gemacht. Und dann habe ich es behutsam in die Praxis eingeführt, mit Menschen, die seit Jahren nicht mehr weiterkamen.

Was ich gesehen habe, war kein Wunder. Es war ein Werkzeug. Eines, das erlaubt, sich selbst zu sehen, ohne die üblichen Verteidigungen. Eine Erfahrung im Inneren, die nicht nur besprochen, sondern erlebt wird. So als wäre sie real. Genau dadurch wird Veränderung möglich, die vorher festgefahren war.

Andere Psychotherapien fühlen sich an wie Fahrradfahren. Diese hier ist wie Ferrari fahren. Ein Patient, nach seiner dritten Sitzung

Ich behandle niemanden leichtfertig mit Ketamin. Es ist kein Startpunkt. Es ist eingebettet in sorgfältige Diagnostik, Gespräch und Integration. Aber wenn es passt, verändert es das, was vorher nicht in Bewegung kam.

Kapitel Neun · Die Grenze

Als mein Herz mich gestoppt hat

Bis zu diesem Punkt meiner Geschichte klingt es, als hätte jedes Werkzeug gewirkt. Als wäre ich einen geraden Weg gegangen.

Das ist nicht die ganze Wahrheit.

Ich hatte all diese Werkzeuge aufgebaut. Atemtechniken, die ich seit Jahren trainiert hatte. Eisbäder. Supplements. Spezifische Strategien, um Energie zu erzwingen, wenn der Körper eigentlich nein sagte. Und sie haben funktioniert. Zu gut, wie sich später herausstellen sollte.

Ich hatte eine starke Grippe. Der Moment, in dem jeder gesunde Mensch im Bett bleibt. Ich bin stattdessen Ski fahren gegangen. Mit gezielten Atemtechniken, die ich brauchte, um überhaupt durchzuatmen. Mit einer Supplement-Kombination, die mir zusätzliche Energie geben sollte. Und ich habe es geschafft. Einen ganzen Tag auf der Piste, obwohl mein Körper geschrien hat.

Die Quittung kam kurz danach. Eine Herzmuskelentzündung.

Wenn der Körper endlich genug sagt

Für zwei Monate war ich außer Atem, wenn ich eine Etage Treppen hochgegangen bin. Einfach eine einzige Etage. Nach sechs Monaten waren zwanzig Minuten Sport wieder möglich. Das ist schnell für diese Art von Verletzung. Es war nur möglich, weil ich jede Regenerationsstrategie, die ich kannte, konsequent eingesetzt habe.

Aber die wichtigste Arbeit in diesen Monaten war nicht körperlich. Sie war in meinem Kopf.

Ich wurde gezwungen, nicht zu funktionieren. Nicht durch eine Entscheidung. Durch eine Verletzung, die ich nicht schnell wegoptimieren konnte. Ich musste mein ganzes System neu aufbauen. Und ich musste lernen, was ich mit allen Tools der Welt umgangen hatte. Meine Grenzen zu respektieren.

Was mir erst das Herz beigebracht hat
Nicht immer mehr. Manchmal weniger.

Ich hatte lange nur in eine Richtung optimiert. Mehr Disziplin. Mehr Werkzeuge. Mehr Leistung. Die Herzmuskelentzündung hat mir beigebracht, dass Heilung in beide Richtungen geht. Gasgeben und loslassen. Fokus und Ruhe.

Flexibilität ist keine Schwäche. Sie ist die andere Hälfte der Gleichung.

Deshalb arbeite ich heute besonders gern mit Menschen, die viel leisten. Unternehmerinnen. Führungskräfte. Ärztinnen. Menschen, die gewohnt sind zu funktionieren und ihr System immer weiter zu treiben. Ich kenne diesen Tonus von innen. Ich weiß, was passiert, wenn man zu lange in nur eine Richtung pusht.

Ich rede zu diesen Themen nicht aus Büchern. Ich rede aus einem Körper, den ich gegen die Wand gefahren habe. Und aus den Monaten, in denen ich ihn wieder aufbauen durfte.

Im Nachhinein kann ich sagen: Ohne diese Herzverletzung hätte ich nie das Herz bekommen, das ich heute habe.

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Und deshalb erzähle ich dir all das. Nicht, weil ich einen perfekten Weg gegangen bin. Ich war nie perfekt. Ich bin es heute nicht. Sondern weil ich jede einzelne Station dieser Reise an meinem eigenen Körper erlebt habe. Ich komme nicht mit einem Rezeptblock, den mir jemand in die Hand gedrückt hat. Ich komme mit einem Körper, durch den ich alles durchgegangen bin.

Kapitel Zehn · Die Lehrjahre

Warum Umsetzung der schwierigste Teil der Medizin ist

In klassischen Einrichtungen habe ich keinen Platz gefunden, um all das zusammenzubringen. Die Expertise, die ich über Jahre aufgebaut hatte, passte nicht in die vorgegebenen Strukturen.

Also habe ich in alternativen Praxen gearbeitet. Coaching. Biohacking mit Kältekammer. Ganzheitliche Medizin. Ketamin-assistierte Therapie. Biodynamische Psychotherapie. Arbeit mit komplexen, chronischen Krankheitsbildern.

Was ich dort vor allem gelernt habe, war aber etwas anderes, als ich erwartet hatte.

Die Umsetzung ist der schwierigste Teil der Medizin. Nicht die Diagnose. Nicht der Plan. Die Umsetzung.

Ich habe hunderte 1-zu-1-Coachings gemacht. Mit Menschen, die genau wussten, was sie ändern sollten. Und die trotzdem seit Jahren nicht dazu kamen. Menschen, die mit Willenskraft allein nicht weiterkamen. Menschen, bei denen es nie am Wissen lag, sondern am Leben drumherum. An Glaubenssätzen, an Gewohnheiten, an Ängsten, an Zeitdruck, an alten Wunden.

In diesen Stunden habe ich gelernt, wie man Mindset-Arbeit mit medizinischer Begleitung verbindet. Wie man Gewohnheiten langsam ersetzt, statt sie mit Disziplin zu erzwingen. Wie man Rückschläge als Information liest statt als Versagen. Wie man ein Leben so umbaut, dass die neuen Entscheidungen irgendwann leichter fallen als die alten.

Meine Medizin funktioniert nicht ohne diese Arbeit. Ein gutes Nährstoffprotokoll, das niemand umsetzen kann, ist kein Protokoll. Es ist Papier.

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Parallel dazu habe ich Menschen gesehen, die in der Schulmedizin keine Antworten gefunden hatten. Post-COVID. Menschen mit Impfschäden. Komplexe Erschöpfungssyndrome. Frauen mit jahrelangen Zyklusproblemen, denen man mit der Pille die Symptome zugedeckt hatte. Männer Mitte dreißig, ausgebrannt, auf Antidepressiva, ohne dass jemand gefragt hatte, wie sie schlafen.

Diese Menschen waren an vielen Türen gewesen. Die Suche war mühsam. Oft erfolglos.

Ich habe keine Luxusmedizin gemacht. Ich habe versucht zu helfen, mit den Werkzeugen, die ich hatte. Und ich habe gesehen, wie viel möglich ist, wenn man einen Menschen nicht in eine Diagnose sperrt, sondern ihn als System betrachtet. Wenn man gleichzeitig seinen Körper behandelt und sein Leben begleitet.

Ernährung. Bewegung. Atmung. Schlaf. Nährstoffe. Mindset. Emotionale Verarbeitung. Soziale Strukturen. Kälte. Licht. Stille.

Wenn man diese Variablen zusammen verändert, bei einem Menschen, der sich verstanden fühlt und in der Umsetzung begleitet wird, passiert etwas, das einzelne Pillen nicht erreichen können.

Kapitel Elf · Das System

Was entsteht, wenn man alles zusammenführt

Jedes Kapitel meiner Reise hat ein Werkzeug in mein Leben gebracht. Das Sodbrennen hat mir die Funktionelle Medizin beigebracht. Die Fahrradtour hat mir die Lebensstilmedizin gezeigt. Die Kälte hat mich zum Biohacking gebracht. Die Körperarbeit hat mich in die anthroposophische Tiefe geführt. Die Arbeit mit Umweltbelastungen hat mir die Toxikologie aufgeschlossen. Die neue Generation der Forschung hat mir die Bedeutung von Genetik und Epigenetik gezeigt. Und die Jahre mit Patienten haben mir beigebracht, dass Wissen ohne Umsetzung nichts wert ist.

Sieben Sprachen. Ein Mensch.

In klassischen Einrichtungen lebt jede dieser Disziplinen für sich. In der Realität eines kranken Menschen aber hängen sie zusammen. Also habe ich angefangen, sie systematisch miteinander zu verbinden. Nicht als loses Sammelsurium. Als ein System, in dem jede Linse die anderen ergänzt und korrigiert.

Mein Ansatz
Sieben Linsen auf einen Menschen

Kein Baukasten. Kein Entweder-Oder. Ein integriertes System.

Klick auf eine der sieben Linsen, um zu erfahren, wie ich damit arbeite.

Dieses System ist kein theoretischer Baukasten. Es ist das, was in meiner Praxis jeden Tag angewendet wird. Jede Sprechstunde beginnt mit der Frage, welche Linse gerade die wichtigste ist. Meistens sind es mehrere gleichzeitig.

Was das praktisch bedeutet
Ich bin nicht der Arzt, der dir nur ein Rezept in die Hand drückt.

Ich bin nicht der Arzt, der in sieben Minuten ein Medikament verschreibt und dich dann zur Tür hinaus begleitet. Mein Werkzeugkasten ist breiter.

Ich arbeite mit Lebensstilveränderung. Mit gezielten Supplements. Mit Biohacking-Tools. Mit Entgiftungsstrategien. Mit Psyche-Körper-Integration. Und mit Medikamenten, wenn sie wirklich nötig sind.

Nicht entweder-oder. Sowohl als auch. Im richtigen Moment das richtige Werkzeug.

Kapitel Zwölf · Vivecura

Sorge ums Leben, nicht ums Überleben

Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich das System nicht nur anwenden, sondern auch gestalten wollte. Einen eigenen Ort, an dem Medizin und Coaching zusammen denken. An dem ich ein Blutbild lesen und im selben Gespräch fragen darf, wie du schläfst. Wie du atmest. Was du morgens isst. Wie es dir mit deinen Eltern geht. Wie du mit Stille umgehst.

Weil all das deine Gesundheit ist.

So ist Vivecura entstanden.

Vivere heißt leben. Cura heißt Sorge, Pflege, Zuwendung. Vivecura heißt also: Sorge ums Leben. Nicht ums Überleben.

Was ich unter Gesundheit verstehe
Lebendigkeit. Nicht Normalität.

Gesundheit ist kein Laborwert, der in der Norm liegt. Gesundheit ist, dass du morgens mit Energie aufstehst. Dass du klar denken kannst. Dass du für die Menschen, die du liebst, präsent sein kannst. Dass du Freude fühlen kannst und Schwere fühlen kannst und vor keinem von beiden wegläufst.

Wenn du unter Gesundheit Lebendigkeit verstehst, dann ja. Dann ist das mein Ziel.

Kapitel Dreizehn · Wohin

Mehr Heilung in die Welt tragen

Ich will nicht nur Praxis sein.

Ich will, dass Medizin wieder den ganzen Menschen sieht. Dass die siebzehn Jahre zwischen Forschung und Praxis kürzer werden. Dass Menschen sich nicht mehr alleine gelassen fühlen, wenn sie nach Antworten suchen, die ihnen niemand gibt.

Ich will, dass Menschen Selbstwirksamkeit erleben. Das Wort nehme ich ernst. Es heißt: Ich kann etwas tun. Meine Handlungen machen einen Unterschied. Ich bin nicht ausgeliefert. Mein Körper kann wieder lernen. Mein Nervensystem kann zur Ruhe kommen. Mein Leben ist veränderbar.

Ich glaube, dass eine Welt mit mehr lebendigen, selbstwirksamen Menschen eine andere Welt ergibt.

Wer in sich selbst Frieden gefunden hat, trägt Frieden weiter. Wer gesunde Gedanken hat, trifft gesündere Entscheidungen. Wer innere Ressourcen hat, kann Ressourcen teilen. Heilung ist nicht egoistisch. Heilung ist das Einzige, was wir wirklich weitergeben können, wenn wir selbst nicht mehr nur funktionieren.

Ich will mehr Heilung in die Welt tragen. Um sie zu einem schöneren Ort für uns alle zu machen. Meine Vision

Das ist mein Beitrag. So klein er vielleicht wirkt, in einer Praxis in Berlin-Kreuzberg.

Ich will Menschen helfen, zu sich selbst zu finden. Damit sie das Beste für sich selbst und für die Welt um sie herum geben können. Ein Mensch nach dem anderen. Bis daraus etwas Größeres wird.

Wenn das hier etwas in dir angesprochen hat

Dann ist das kein Zufall. Vielleicht bist du genau die Person, die seit Jahren sucht.

Ich verspreche dir nichts. Heilung ist keine Ware. Aber ich kann dir versprechen, dass ich hinschaue. Dass ich dich ernst nehme. Und dass wir gemeinsam suchen, bis wir verstehen, was in dir passiert. Und dann gemeinsam verändern, was verändert werden darf.

Termin vereinbaren
Ich freue mich auf dich.
Shukri Jarmoukli
Arzt und Mentor · Berlin