Ratgeber Heilpflanzen · Safran und Stimmung

Safran bei depressiver Verstimmung: was die Studien zeigen und wo ihre Grenzen liegen

Ausgerechnet das teuerste Gewürz der Welt hat mehrere Meta-Analysen hinter sich. Die Zahlen sind besser, als viele erwarten. Und sie haben Schwächen, die kaum jemand benennt. Hier stehen beide Seiten.

Crocus sativus Leichte bis mittelgradige Symptomatik Crocin und Safranal Publikationsbias ehrlich benannt Darm, Entzündung, Nährstoffe
SJ
Shukri Jarmoukli · Arzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin
ViveCura Blog Ratgeber Heilpflanzen Safran bei depressiver Verstimmung
Mein Ausgangspunkt

Eine Pflanze ist keine kleine Version einer Tablette. Sie ist ein Angebot an ein System, das ohnehin gerade zu wenig Licht, zu wenig Schlaf und zu viel Entzündung hat.

Es ist Ende November. Du stehst im Dunkeln auf, du kommst im Dunkeln nach Hause. Nichts ist dramatisch passiert. Trotzdem fühlt sich alles zäher an als im Juli.

Du funktionierst. Du gehst zur Arbeit, du antwortest auf Nachrichten. Aber die Freude hat eine dünne Schicht Watte darüber.

Irgendwann liest du etwas über Safran. Und du denkst: ein Gewürz, im Ernst? Ich verstehe diese Skepsis sehr gut. Ich hatte sie auch.

Dann habe ich die Studien gelesen. Und das Bild ist interessanter, als beide Lager es gerne hätten. Es ist nicht so, dass hier nichts wäre. Es ist auch nicht so, dass hier eine pflanzliche Antwort auf Depression läge.

Was dich in diesem Artikel erwartet

  • Was Safran chemisch ist und was davon überhaupt im Gehirn ankommt
  • Drei Meta-Analysen und ihre Effektstärken im Klartext
  • Safran gegen Fluoxetin und Imipramin in direkten Vergleichen
  • Warum diese Vergleiche weniger beweisen, als sie klingen
  • Publikationsbias, kleine Stichproben, Herstellerfinanzierung
  • Die diskutierten Wirkmechanismen durch die vier KPNI-Linsen
  • Entzündung, EPA und Vitamin D: was davon hält, was davon nicht
  • Die Nebenbefunde: Augen, Zyklus, Schlaf
  • Sicherheit, Schwangerschaft und die Frage der Kombination
  • Wann das kein Fall für Selbstversuche ist
  • Drei Hebel, die vor jedem Präparat kommen
So markiere ich die Evidenz RCT / Meta-Analyse Mensch Beobachtung / Physiologie Mensch Tiermodell Zellebene / Labor

Was Safran eigentlich ist, und was davon ankommt

Safran sind die getrockneten Narben einer Krokusblüte, botanisch Crocus sativus. Für ein einziges Kilogramm braucht es je nach Quelle rund 150.000 Blüten, alle von Hand gepflückt. Deshalb ist Safran teuer, und deshalb wird er häufig gestreckt.

Chemisch interessant sind vor allem vier Stoffe: Crocin und Crocetin, zwei Carotinoide, dazu Picrocrocin für den bitteren Geschmack und Safranal für den Duft.

Jetzt kommt ein Detail, das ich für den wichtigsten Satz dieses ganzen Abschnitts halte.

Pharmakokinetische Übersichtsarbeit Was der Darm aus Safran macht

Hosseini und ein Team an der Mashhad University of Medical Sciences haben zusammengetragen, was nach dem Schlucken tatsächlich passiert. Ihr Befund: Crocin ist nach oraler Gabe im Blutkreislauf kaum nachweisbar. Es wird im Darm zu Crocetin umgewandelt.

Crocetin wiederum verteilt sich in verschiedene Gewebe, weil es nur schwach an Albumin bindet. Und es kann die Blut-Hirn-Schranke durch passive Diffusion überwinden. Die Autoren schreiben ausdrücklich, dass es deshalb bei Erkrankungen des Nervensystems wirksam sein könnte.

Für dich heißt das: Die Substanz, die im Gehirn ankommt, ist nicht die Substanz, die du schluckst. Dazwischen steht dein Darm.

Hosseini A, Razavi BM, Hosseinzadeh H. Eur J Drug Metab Pharmacokinet. 2018;43(4):383-390. DOI: 10.1007/s13318-017-0449-3 [Mechanismus-Review, Pharmakokinetik]

Dieselbe Übersicht nennt noch etwas Praktisches: Die Carotinoide des Safrans reagieren empfindlich auf Sauerstoff, Licht, Hitze und enzymatische Oxidation. Der Gehalt in dem, was du kaufst, schwankt entsprechend.

Der Perspektivwechsel

Wir fragen bei Pflanzen meistens: ist das wirksam oder nicht. Die bessere Frage lautet: kommt überhaupt etwas an, und was macht mein Darm daraus.

Bei Safran ist das keine theoretische Feinheit. Der entscheidende Umwandlungsschritt von Crocin zu Crocetin findet laut der pharmakokinetischen Übersicht im Darm statt. Ein Mensch mit einer gereizten, entzündeten Darmschleimhaut startet also schon vor dem ersten Schluck an einer anderen Stelle.

Drei Meta-Analysen und was sie tatsächlich gemessen haben

Ich wette, du erwartest jetzt eine vage Formulierung wie: es gibt Hinweise. Nein. Es gibt Zahlen, und sie sind ziemlich konkret.

Meta-Analyse · 5 randomisierte Studien Die erste systematische Zusammenfassung

Hausenblas und ein Team fassten fünf randomisierte kontrollierte Studien zu Safran bei Menschen mit diagnostizierter depressiver Störung zusammen, zwei davon gegen Placebo, drei gegen ein Antidepressivum.

Gegenüber Placebo fanden sie eine große mittlere Effektstärke von 1,62. Gegenüber den Antidepressiva ergab sich eine Effektstärke von minus 0,15, also praktisch kein Unterschied zwischen den Behandlungen. Der mittlere Jadad-Score der Studien lag bei 5 und damit hoch.

Die Autorinnen und Autoren schrieben selbst den entscheidenden Satz dazu: Es braucht größere Studien von Forschungsteams außerhalb des Iran mit langer Nachbeobachtung, bevor sich feste Aussagen zu Wirksamkeit und Sicherheit treffen lassen.

Hausenblas HA, Saha D, Dubyak PJ, Anton SD. J Integr Med. 2013;11(6):377-83. DOI: 10.3736/jintegrmed2013056 [Meta-Analyse, k=5 RCTs]
Meta-Analyse · 11 Studien, 9 gepoolt Die europäische Nachprüfung

Tóth und ein Team an der Universität Szeged und der Universität Pécs wiederholten die Übung mit strengerer Methodik. Elf randomisierte Studien gingen in die qualitative Auswertung, neun wurden statistisch gepoolt.

Ergebnis: Safran war signifikant wirksamer als Placebo, mit einem Hedges g von 0,891 und einem Vertrauensbereich von 0,369 bis 1,412. Gegenüber den geprüften Antidepressiva ergab sich ein g von minus 0,246 mit einem p-Wert von 0,053, also keine Unterlegenheit, aber eben auch knapp an der Signifikanzgrenze.

Für dich bedeutet das: Auch eine unabhängige europäische Arbeitsgruppe kam zu einem ähnlichen Bild. Das ist mehr wert als eine Wiederholung durch dieselben Autoren.

Tóth B, Hegyi P, Lantos T et al. Planta Med. 2019;85(1):24-31. DOI: 10.1055/a-0660-9565 [Meta-Analyse, k=9 gepoolte RCTs]
Systematischer Review und Meta-Analyse · 23 Studien Die größte Zusammenfassung, inklusive schlechter Nachricht

Marx und ein Team am Food and Mood Centre der Deakin University schlossen 23 randomisierte kontrollierte Studien ein, sowohl mit Safran allein als auch als Ergänzung zu einer bestehenden Medikation.

Gegenüber Placebo fanden sie für depressive Symptome ein großes g von 0,99 und für Angstsymptome ein g von 0,95. Als Ergänzung zu Antidepressiva lag das g bei 1,23.

Und dann folgt der Satz, den ich in keinem Werbetext über Safran gelesen habe: Der Egger-Test ergab Hinweise auf Publikationsbias. Die Autorinnen und Autoren fordern deshalb ausdrücklich weitere Studien und bemängeln die fehlende regionale Vielfalt.

Marx W, Lane M, Rocks T et al. Nutr Rev. 2019;77(8):557-571. DOI: 10.1093/nutrit/nuz023 [Systematischer Review und Meta-Analyse, k=23]

Die berichteten Effektstärken nebeneinander

Hausenblas 2013
gegen Placebo
ES 1,62
Marx 2019
gegen Placebo
g 0,99
Tóth 2019
gegen Placebo
g 0,891
Lopresti 2025
gegen Placebo
d 0,39
Shafiee 2025
gegen SSRI
SMD 0,10

Effektstärken sind keine Prozentzahlen an Besserung. Sie beschreiben, wie deutlich sich zwei Gruppen voneinander unterscheiden. Auffällig ist das Muster: Je größer und je neuer die Studie, desto kleiner der berichtete Effekt. Genau dieses Muster erwartet man, wenn kleine positive Studien bevorzugt veröffentlicht wurden.

23

randomisierte Studien in der bislang umfangreichsten Meta-Analyse zu Safran und Stimmung

30 bis 40

Teilnehmende in den meisten klassischen Einzelstudien, also sehr kleine Gruppen

6 bis 12

Wochen Studiendauer, danach gibt es praktisch keine Nachbeobachtung

Und jetzt weißt du, warum ich bei Safran nicht sage, das sei Humbug. Die Zahlen sind für eine Pflanze ungewöhnlich robust. Was daraus folgt, steht im nächsten Abschnitt.

Safran gegen Fluoxetin: der Vergleich, der oft falsch gelesen wird

Darf ich dir eine unbequeme Frage stellen? Wenn du liest, ein Gewürz sei so gut wie ein Antidepressivum, was hörst du dann: Die Pflanze ist stark, oder das Medikament ist schwach?

Beides wäre voreilig. Schauen wir uns an, was tatsächlich gemessen wurde.

RCT, doppelblind · n=40 Safran gegen Fluoxetin

Noorbala und ein Team am Psychiatric Research Center des Roozbeh Hospital der Tehran University of Medical Sciences verglichen sechs Wochen lang einen Safran-Extrakt mit Fluoxetin. Vierzig erwachsene Menschen mit leichter bis mittelgradiger Depression nach DSM-IV nahmen teil.

Am Ende fand sich zwischen den Gruppen kein statistisch bedeutsamer Unterschied in der Besserung der Depressionsskala. Auch bei den beobachteten Nebenwirkungen unterschieden sich die Gruppen nicht.

Wichtig für die Einordnung: Die Autoren nennen ihre eigene Arbeit eine Pilotstudie und fordern eine große Studie. Das ist keine Bescheidenheitsfloskel, sondern eine methodische Feststellung.

Noorbala AA, Akhondzadeh S, Tahmacebi-Pour N, Jamshidi AH. J Ethnopharmacol. 2005;97(2):281-4. DOI: 10.1016/j.jep.2004.11.004 [RCT, n=40, Vergleich mit Fluoxetin]
RCT, doppelblind · n=30 Safran gegen Imipramin

Akhondzadeh und ein Team derselben Klinik verglichen sechs Wochen lang Safran mit Imipramin, einem älteren trizyklischen Antidepressivum. Dreißig Menschen mit leichter bis mittelgradiger Depression nahmen teil.

Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch nicht bedeutsam. Auffällig war etwas anderes: In der Imipramin-Gruppe traten anticholinerge Begleiterscheinungen wie Mundtrockenheit und Müdigkeit häufiger auf.

Für dich heißt das: Wo Studien einen Unterschied fanden, lag er häufiger bei der Verträglichkeit als bei der Besserung.

Akhondzadeh S, Fallah-Pour H, Afkham K, Jamshidi AH, Khalighi-Cigaroudi F. BMC Complement Altern Med. 2004;4:12. DOI: 10.1186/1472-6882-4-12 [RCT, n=30, Vergleich mit Imipramin]
Meta-Analyse · 8 Vergleiche mit SSRI Alle Direktvergleiche zusammengerechnet

Shafiee und ein Team an der Alborz University of Medical Sciences poolten acht randomisierte Studien, in denen Safran direkt gegen SSRI getestet wurde, also gegen die heute üblichen Antidepressiva.

Bei den depressiven Symptomen ergab sich eine standardisierte Mittelwertdifferenz von 0,10 mit einem Vertrauensbereich von minus 0,09 bis 0,29, also kein bedeutsamer Unterschied. Bei Angstsymptomen lag die Differenz über vier Studien bei 0,04. Unerwünschte Ereignisse traten in der Safran-Gruppe seltener auf, mit einer Risikodifferenz von minus 0,06.

Die Autoren schließen vorsichtig: Safran könnte eine Alternative sein, und es braucht größere Studien in vielfältigeren Bevölkerungsgruppen.

Shafiee A, Jafarabady K, Seighali N et al. Nutr Rev. 2025;83(3):e751-e761. DOI: 10.1093/nutrit/nuae076 [Meta-Analyse, k=8 RCTs gegen SSRI]
Wichtige Einordnung

Hier liegt der häufigste Denkfehler beim Lesen solcher Studien. Wenn eine Studie mit 30 oder 40 Teilnehmenden keinen Unterschied findet, heißt das nicht, dass keiner existiert. Es heißt oft nur, dass die Studie zu klein war, um einen zu finden. Für den Nachweis von Gleichwertigkeit bräuchte es eigens dafür geplante, deutlich größere Studien mit vorher festgelegten Grenzen. Die gibt es zu Safran bislang nicht.

Der Perspektivwechsel

Die Frage, ob eine Pflanze ein Medikament ersetzen kann, ist selten eine gute Frage. Antidepressiva und Psychotherapie sind bei behandlungsbedürftiger Depression wichtig und richtig. Sie sind für viele Menschen die tragende Struktur, auf der alles andere überhaupt erst stehen kann.

Die spannendere Frage lautet: Was gehört zusätzlich dazu, damit der Boden stimmt, auf dem eine Behandlung wirken kann. Schlaf, Licht, Bewegung, Entzündungslage, Nährstoffe, Beziehungen. Safran ist in diesem Bild ein möglicher Baustein, nicht das Fundament.

Die Schwachstellen, die in der Werbung nie vorkommen

Jetzt kommt der Teil, der mir bei diesem Thema am wichtigsten ist. Denn eine Evidenz ernst zu nehmen bedeutet auch, ihre Löcher zu kennen.

Erstens: die regionale Konzentration

Ein großer Teil der klassischen Studien stammt aus einer einzigen Forschungslandschaft, überwiegend aus dem Umfeld des Roozbeh Hospital in Teheran. Das ist kein Vorwurf an die Qualität dieser Arbeiten, die Jadad-Scores waren laut Hausenblas und Kollegen hoch. Es ist eine Frage der Unabhängigkeit der Bestätigung. Genau deshalb haben dieselben Autoren Studien von Teams außerhalb des Iran gefordert.

Zweitens: der Publikationsbias

Marx und Kollegen fanden mit dem Egger-Test Hinweise darauf, dass kleine Studien mit positivem Ergebnis eher veröffentlicht wurden als kleine Studien ohne Ergebnis. Wenn das zutrifft, liegt die wahre Effektstärke unter dem, was die Meta-Analysen berichten.

Drittens: die Nähe zum Hersteller

Ein erheblicher Teil der neueren, methodisch modernen Studien untersucht einen bestimmten standardisierten Extrakt. An mehreren dieser Arbeiten sind Mitarbeitende des herstellenden Unternehmens als Koautoren beteiligt. Das ist in der Phytoforschung üblich und wird korrekt offengelegt. Es verschwindet trotzdem nicht dadurch, dass es offengelegt wird.

RCT · n=128, drei Arme Wenn die Dosis über das Ergebnis entscheidet

Kell und ein Team an der University of Southern Queensland gaben 128 gesunden Erwachsenen mit selbstberichteter gedrückter Stimmung vier Wochen lang entweder 28 Milligramm Safran-Extrakt täglich, 22 Milligramm täglich oder Placebo.

In der Gruppe mit 28 Milligramm sank die negative Stimmungslage deutlich, mit einem Unterschied zum Placebo von d gleich minus 1,10. In der Gruppe mit 22 Milligramm zeigte sich kein Effekt. Zwei Koautoren der Arbeit sind bei dem Unternehmen tätig, das den geprüften Extrakt herstellt.

Für dich bedeutet das zweierlei. Erstens: Die Menge scheint eine große Rolle zu spielen. Zweitens: Bei Studien zu einem konkreten Markenprodukt lohnt immer der Blick in die Autorenliste.

Kell G, Rao A, Beccaria G, Clayton P, Inarejos-García AM, Prodanov M. Complement Ther Med. 2017;33:58-64. DOI: 10.1016/j.ctim.2017.06.001 [RCT, n=128, Herstellerbeteiligung offengelegt]
RCT · n=202, 12 Wochen Die bislang größte Studie, und ihr ehrlichstes Detail

Lopresti und ein Team gaben 202 Erwachsenen zwischen 18 und 70 Jahren mit unterschwelligen depressiven Symptomen zwölf Wochen lang 28 Milligramm Safran-Extrakt täglich oder Placebo. Es ist die größte Arbeit zu diesem Thema.

Beim Hauptzielkriterium, der Depressionsskala des DASS-21, war Safran dem Placebo überlegen, mit einem Unterschied von 2,92 Punkten und einem Cohens d von 0,39. Eine klinisch bedeutsame Besserung erreichten 72,3 Prozent in der Safran-Gruppe gegenüber 54,3 Prozent unter Placebo. Bei allen sekundären Zielkriterien fand sich kein Unterschied zwischen den Gruppen.

Und dann steht da ein Satz, den ich sehr schätze: Die Autoren benennen ausdrücklich die große Placebo-Antwort in ihrer Studie und fordern, diese in künftigen Arbeiten zu berücksichtigen. Über die Hälfte der Placebo-Gruppe besserte sich klinisch bedeutsam.

Lopresti AL, Smith SJ, Marx W, Díez-Municio M, Morán-Valero MI. J Nutr. 2025;155(7):2300-2311. DOI: 10.1016/j.tjnut.2025.05.024 [RCT, n=202, 12 Wochen]
Wo Wissenschaft endet und Erfahrung beginnt

Belegt durch mehrere Meta-Analysen: Standardisierter Safran-Extrakt kann bei leichter bis mittelgradiger depressiver Symptomatik die Symptomlast stärker senken als Placebo. Belegt mit Einschränkung: In kleinen Direktvergleichen unterschied er sich nicht bedeutsam von SSRI, wobei diese Studien für einen Gleichwertigkeitsnachweis zu klein sind. Mechanistisch plausibel, beim Menschen nicht abschließend belegt: die diskutierten serotonergen, antioxidativen und entzündungsdämpfenden Wege. Meine klinische Einschätzung, ohne Studienbasis: dass Safran dort am ehesten einen Platz haben könnte, wo Schlaf, Licht, Bewegung und Nährstoffstatus bereits angeschaut wurden. Das ist eine begründete Position, kein Beweis.

Wie es wirken könnte: vier Linsen auf eine Blüte

Ich schaue mit der Brille der klinischen Psychoneuroimmunologie auf solche Fragen. Das heißt: Nervensystem, Immunsystem, Stoffwechsel und Hormonsystem sind keine vier Abteilungen, sondern vier Blickwinkel auf dasselbe Geschehen.

Systematische Übersicht · Humanstudien und Tiermodelle Die vier diskutierten Wege

Lopresti und Drummond an der Murdoch University haben die damals verfügbaren klinischen Studien systematisch ausgewertet und zusätzlich die möglichen Wirkmechanismen zusammengetragen.

Ihr Fazit zu den Mechanismen: Die antidepressiven Effekte von Safran könnten auf serotonergen, antioxidativen, entzündungsdämpfenden, neuroendokrinen und neuroprotektiven Eigenschaften beruhen. Die Belege dafür stammen überwiegend aus Zellversuchen und Tiermodellen, nicht aus Messungen an depressiven Menschen.

Für dich bedeutet das: Wir wissen aus Studien einigermaßen, dass sich in den Skalen etwas bewegt. Warum, ist eine gut begründete Vermutung und kein gesichertes Wissen.

Lopresti AL, Drummond PD. Hum Psychopharmacol. 2014;29(6):517-27. DOI: 10.1002/hup.2434 [Systematischer Review, Mechanismen aus Tier- und Zellversuchen]
Nerv

Nervensystem

Diskutiert wird eine serotonerge Komponente, also eine Beeinflussung des Serotoninhaushalts im synaptischen Spalt. Stell es dir wie eine Ampelschaltung vor: Nicht mehr Autos, sondern längere Grünphasen. Genau diese Hypothese ist auch der Grund für die Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva.

Immun

Immunsystem

Safran-Inhaltsstoffe werden in Übersichtsarbeiten als entzündungsdämpfend beschrieben, unter anderem über die Hemmung entzündungsfördernder Botenstoffe. Das ist interessant, weil ein relevanter Teil der Menschen mit Depression eine niedriggradige Entzündung aufweist. Belegt ist der entzündungsdämpfende Effekt bislang vor allem im Labor.

Stoff

Stoffwechsel

Crocin und Crocetin sind Carotinoide und damit antioxidativ. Die Übersicht von Hashemi und Hosseinzadeh beschreibt für Crocetin unter anderem eine verbesserte Sauerstoffversorgung in unterversorgtem Gewebe und antioxidative Effekte. Die Mitochondrien, also die Kraftwerke deiner Zellen, sind bei Erschöpfung und gedrückter Stimmung regelmäßig Teil der Geschichte.

Hormon

Hormonsystem

Lopresti und Drummond nennen neuroendokrine Effekte, also eine mögliche Beeinflussung der Stressachse. Passend dazu wurde Safran in einer gynäkologischen Studie bei prämenstrueller Symptomatik untersucht, wo Stimmung und Zyklus untrennbar zusammenhängen. Auch hier gilt: plausibel, nicht bewiesen.

Und jetzt weißt du, warum ich bei einem Präparat nie mit dem Präparat anfange. Wenn vier Systeme beteiligt sind, ist die Frage nach dem richtigen Wirkstoff fast immer die zweite Frage.

Der Rahmen: Entzündung, Fettsäuren, Vitamin D und Darm

Hier kommt der Teil, den ich in Safran-Artikeln fast nie finde. Denn eine Pflanze in einen Körper zu geben, dem Licht, Schlaf und Nährstoffe fehlen, ist wie eine Kerze in einen zugigen Flur zu stellen.

Meta-Analyse · 37 Studien, 13.541 Betroffene Wie häufig Entzündung im Spiel ist

Osimo und ein Team an der University of Cambridge werteten 37 Studien mit 13.541 Menschen mit Depression und 155.728 Kontrollpersonen aus.

Ergebnis: 27 Prozent der Menschen mit Depression hatten ein CRP über 3 Milligramm pro Liter, also eine niedriggradige Entzündung. 58 Prozent hatten ein CRP über 1 Milligramm pro Liter. Gegenüber gesunden Vergleichspersonen lag das Chancenverhältnis bei 1,46.

Für dich heißt das: Bei etwa einem Viertel bis der Hälfte der Betroffenen ist Entzündung ein mitspielender Faktor. Bei der Mehrheit ist sie es nicht. Beides gehört gesagt.

Osimo EF, Baxter LJ, Lewis G, Jones PB, Khandaker GM. Psychol Med. 2019;49(12):1958-1970. DOI: 10.1017/S0033291719001454 [Meta-Analyse, k=37, n=13.541]
Meta-Analyse · 26 Studien, n=2.160 Omega-3, und warum die Zusammensetzung zählt

Liao und ein Team werteten 26 doppelblinde randomisierte Studien mit 2.160 Teilnehmenden zu Omega-3-Fettsäuren bei Depression aus.

Über alle Studien hinweg fand sich ein günstiger Gesamteffekt mit einer standardisierten Mittelwertdifferenz von minus 0,28. Der entscheidende Befund steckt aber im Detail: Der Nutzen zeigte sich bei reinen EPA-Formulierungen und bei Formulierungen mit mindestens 60 Prozent EPA, und zwar bei einer EPA-Menge bis zu einem Gramm pro Tag. Für DHA-betonte Präparate ergab sich dieser Vorteil nicht.

Für dich bedeutet das: Omega-3 ist nicht gleich Omega-3. Welche Zusammensetzung im Einzelfall sinnvoll ist, gehört ins ärztliche Gespräch und nicht in eine Blogempfehlung.

Liao Y, Xie B, Zhang H et al. Transl Psychiatry. 2019;9(1):190. DOI: 10.1038/s41398-019-0515-5 [Meta-Analyse, k=26, n=2.160]
RCT · n=18.353, median 5,3 Jahre Die Vitamin-D-Studie, die eine beliebte Erzählung bremst

Okereke und ein Team an der Harvard Medical School und am Brigham and Women's Hospital untersuchten innerhalb der VITAL-Studie 18.353 Menschen ab 50 Jahren. Die eine Hälfte bekam täglich 2.000 Internationale Einheiten Vitamin D3, die andere Placebo, über median 5,3 Jahre.

Das Ergebnis war eindeutig negativ. Das Risiko für Depression oder klinisch relevante depressive Symptome unterschied sich nicht, mit einem Risikoverhältnis von 0,97. Auch die Stimmungswerte veränderten sich nicht, die mittlere Differenz lag bei 0,01 Punkten.

Die Autoren schreiben wörtlich, dass diese Ergebnisse den Einsatz von Vitamin D3 bei Erwachsenen zur Vorbeugung einer Depression nicht stützen. Das heißt nicht, dass ein bestehender Mangel nicht behandelt gehört. Es heißt: Vitamin D als Stimmungsprophylaxe für alle ist widerlegt.

Okereke OI, Reynolds CF, Mischoulon D et al. JAMA. 2020;324(5):471-480. DOI: 10.1001/jama.2020.10224 [RCT, n=18.353, Ergebnis negativ]
RCT, einfach verblindet · n=67 Was eine begleitete Ernährungsumstellung bewegte

Jacka und ein Team führten die SMILES-Studie durch, eine zwölfwöchige randomisierte Studie mit 67 Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Depression. Die eine Gruppe erhielt sieben Ernährungsberatungen bei einer klinischen Diätassistenz, die andere ein gleich langes Programm sozialer Unterstützung.

Wichtig: 55 der 67 Teilnehmenden waren parallel in Behandlung, mit Psychotherapie, Medikation oder beidem. Die Ernährungsintervention kam also obendrauf, sie ersetzte nichts.

Die Ernährungsgruppe besserte sich auf der MADRS deutlich stärker, mit einem Cohens d von minus 1,16. Eine Remission erreichten 32,3 Prozent gegenüber 8,0 Prozent. Die Zahl der notwendigen Behandlungen lag bei 4,1.

Jacka FN, O'Neil A, Opie R et al. BMC Med. 2017;15(1):23. DOI: 10.1186/s12916-017-0791-y [RCT, n=67, zusätzlich zur laufenden Behandlung]
Der Perspektivwechsel

Die verbreitete Vorstellung lautet: Ich suche mir den besten natürlichen Stimmungswirkstoff und nehme den. Die Daten legen etwas anderes nahe: Der Rahmen entscheidet oft mehr als der einzelne Stoff.

Eine begleitete Ernährungsumstellung erreichte in SMILES eine Effektstärke, die über den meisten Einzelsubstanzen liegt. Vitamin D als pauschale Vorbeugung fiel in der größten Studie durch. Und Omega-3 wirkte nur in bestimmter Zusammensetzung. Wer nur die Pille tauscht, tauscht die Ebene nicht.

Aus der Praxis

Ein Muster, das mir im Winter oft begegnet

Stell dir vor: Jemand kommt Ende Januar, beschreibt sich als nicht krank, aber als flach. Schlaf ist mittelmäßig, Antrieb gedämpft, die Lust auf Menschen ist weniger geworden. Im Sommer war das nicht so.

Was in solchen Gesprächen häufig auffällt, ist nicht ein einzelner spektakulärer Befund. Es ist eine Ansammlung von Kleinigkeiten: ein niedriger Vitamin-D-Wert nach einem lichtarmen Halbjahr, ein Fettsäurestatus mit wenig EPA, ein Alltag fast ohne Tageslicht vor 16 Uhr. Manchmal kommt der Wunsch dazu, ein pflanzliches Präparat wie Safran auszuprobieren.

Was ich in solchen Situationen zuerst tue, ist nicht, etwas zu verschreiben. Es ist, gemeinsam zu sortieren, was gemessen wurde, was behandelt gehört und was schlicht am Leben liegt. Und zu klären, ob überhaupt eine Verstimmung vorliegt oder eine behandlungsbedürftige Depression, die eine andere Antwort braucht.

Dies ist ein zusammengesetztes, anonymisiertes Muster aus vielen Gesprächen, kein echter Einzelfall und keine Erfolgsgeschichte. Ich kann daraus keine Kausalität ableiten und beschreibe ausdrücklich keinen Behandlungsverlauf und kein Ergebnis. Was jemand konkret braucht, lässt sich nur nach persönlicher ärztlicher Abklärung sagen.

Die Lehre, die ich daraus mitnehme: Die spannendste Frage bei Winterstimmung ist selten, welches Präparat. Sie lautet, wie viel Licht, Schlaf und Bewegung im Januar überhaupt noch stattfinden.

Nebenbefunde: Augen, Zyklus und Schlaf

Safran ist in der Forschung nicht nur ein Stimmungsthema. Zwei Nebenschauplätze finde ich erwähnenswert, weil sie zeigen, wie breit Carotinoide im Körper ansetzen können.

RCT, Crossover · n=25 Netzhaut und Flimmerempfindlichkeit

Falsini und ein Team an der Università Cattolica del Sacro Cuore in Rom gaben 25 Menschen mit früher altersbedingter Makuladegeneration drei Monate lang 20 Milligramm Safran täglich oder Placebo und wechselten danach die Gruppen.

Nach Safran stieg die Amplitude im fokalen Elektroretinogramm gegenüber Ausgangswert und Placebo an, die Schwellenwerte sanken. Eine Nachbeobachtung derselben Arbeitsgruppe über durchschnittlich 14 Monate beschrieb, dass diese Verbesserung stabil blieb.

Die Autoren selbst betonen, dass diese Ergebnisse repliziert werden müssen und die klinische Bedeutung noch offen ist. Ich zitiere sie nicht als Augenempfehlung, sondern als Hinweis darauf, dass Carotinoide in mehreren Geweben etwas verändern können.

Falsini B, Piccardi M, Minnella A et al. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2010;51(12):6118-24. DOI: 10.1167/iovs.09-4995 [RCT, Crossover, n=25]
RCT, doppelblind, placebokontrolliert Prämenstruelle Symptomatik

Agha-Hosseini und ein Team an den Universitäten Teheran und Zanjan untersuchten Frauen zwischen 20 und 45 Jahren mit regelmäßigem Zyklus und prämenstruellen Beschwerden über mindestens sechs Monate. Über zwei Zyklen erhielten sie Safran oder Placebo.

In den untersuchten Zyklen zeigte sich ein bedeutsamer Unterschied zugunsten von Safran, sowohl im täglichen Symptomprotokoll als auch in der Depressionsskala.

Für dich bedeutet das: Wenn deine gedrückte Stimmung einem Zyklusmuster folgt, ist das eine eigene Fragestellung mit eigener Diagnostik. Sie gehört gynäkologisch und ärztlich besprochen, nicht mit einem Präparat überdeckt.

Agha-Hosseini M, Kashani L, Aleyaseen A et al. BJOG. 2008;115(4):515-9. DOI: 10.1111/j.1471-0528.2007.01652.x [RCT, prämenstruelle Symptomatik]

Zum Schlaf gibt es einen ehrlichen Zwischenstand. In der großen Studie von Lopresti und Kollegen zeigte sich bei den Schlafmaßen insgesamt kein Unterschied zwischen den Gruppen. Nur in einer nachträglichen, explorativen Auswertung besserten sich Schlafstörungen bei jenen Teilnehmenden, die anfangs stärker betroffen waren. Explorativ heißt: interessant für die nächste Studie, nicht belastbar für eine Aussage.

Eine Pflanze ernst zu nehmen bedeutet, ihre Studien zu lesen. Beide Teile: das, was gefunden wurde, und das, was die Autoren selbst als Schwäche benennen.

Shukri Jarmoukli, ViveCura Berlin

Sicherheit, Dosen in den Studien und die Frage der Kombination

Kommen wir zu den nüchternen Dingen. Und zu einer klaren Ansage vorweg: Die folgenden Zahlen beschreiben, was in Studien verwendet wurde. Sie sind keine Anleitung für dich.

Sicherheitsuntersuchung · n=30, 7 Tage Was hohe Dosen im Blut verändert haben

Modaghegh und ein Team an der Mashhad University of Medical Sciences gaben 30 gesunden Freiwilligen eine Woche lang entweder Placebo, 200 Milligramm oder 400 Milligramm Safran täglich. Das ist ein Vielfaches der in Depressionsstudien verwendeten Menge.

Unter der höheren Dosis sanken der systolische Blutdruck im Stehen und der mittlere arterielle Druck deutlich. Außerdem sanken rote Blutkörperchen, Hämoglobin, Hämatokrit und Blutplättchen leicht, während Natrium, Harnstoff und Kreatinin anstiegen.

Die Autoren betonen, dass alle Veränderungen im Normbereich blieben und klinisch nicht bedeutsam waren. Für die Praxis ziehe ich daraus trotzdem eine klare Konsequenz: Bei Gerinnungsstörungen, unter Blutverdünnern und bei niedrigem Blutdruck ist Vorsicht angebracht.

Modaghegh MH, Shahabian M, Esmaeili HA, Rajbai O, Hosseinzadeh H. Phytomedicine. 2008;15(12):1032-7. DOI: 10.1016/j.phymed.2008.06.003 [Sicherheitsstudie, n=30, gesunde Freiwillige]

Die Dosen aus den Studien, ausdrücklich als Literaturangabe

In den klassischen iranischen Studien wurden 30 Milligramm standardisierter Safran-Extrakt pro Tag eingesetzt, meist auf zwei Gaben verteilt. In den Studien mit einem bestimmten standardisierten Handelsextrakt lagen die wirksamen Mengen bei 28 Milligramm täglich, während 22 Milligramm in der Studie von Kell und Kollegen keinen Effekt zeigten. Die Studiendauer lag zwischen vier und zwölf Wochen.

Ich schreibe das hin, weil Transparenz über Studiendaten zur Ehrlichkeit gehört. Ich schreibe zugleich dazu: Was für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Diagnose, deinen Medikamenten, deinem Blutdruck und deinen Befunden ab. Das gehört in ein persönliches Gespräch, nicht in eine Tabelle.

RCT · n=160, als Ergänzung zur Medikation Safran zusätzlich zum Antidepressivum

Lopresti und ein Team untersuchten 160 Erwachsene mit fortbestehenden depressiven Symptomen trotz laufender antidepressiver Medikation. Acht Wochen lang erhielten sie zusätzlich Safran-Extrakt oder Placebo.

Das Ergebnis ist gespalten. In der Fremdbeurteilung durch Fachpersonen mit der MADRS sanken die Symptome unter Safran um 41 Prozent gegenüber 21 Prozent unter Placebo. In der Selbstbeurteilung mit derselben Skala verschwand der Unterschied: 27 gegenüber 26 Prozent. Bei der Lebensqualität fand sich kein Unterschied.

Die Autoren selbst nennen die Befunde widersprüchlich und fordern weitere Forschung. Für dich ist entscheidend: Diese Studie fand unter ärztlicher Aufsicht statt. Eine Kombination auf eigene Faust ist etwas völlig anderes.

Lopresti AL, Smith SJ, Hood SD, Drummond PD. J Psychopharmacol. 2019;33(11):1415-1427. DOI: 10.1177/0269881119867703 [RCT, n=160, Add-on zur Medikation]
Wichtige Einordnung zur Kombination

Wenn für einen Stoff eine serotonerge Komponente diskutiert wird und du bereits ein Medikament nimmst, das auf das Serotoninsystem zielt, dann addieren sich möglicherweise zwei Einflüsse am selben Ort. Ein Serotonin-Syndrom mit Unruhe, Zittern, Schwitzen, Fieber und Herzrasen ist selten, aber ernst. Belastbare Daten zu genau dieser Kombination außerhalb kontrollierter Studien gibt es nicht. Deshalb gilt: nicht selbst kombinieren, sondern vorher ärztlich besprechen.

Zur Einordnung insgesamt: Die gemeinsame Taskforce der World Federation of Societies of Biological Psychiatry und des Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments hat 2022 Leitlinien für pflanzliche und Nährstoff-Therapien in der Psychiatrie veröffentlicht. Safran erhielt darin bei unipolarer Depression eine vorläufige Empfehlung. Die Taskforce hält zugleich ausdrücklich fest, dass solche Mittel vorrangig ergänzend innerhalb einer regulären medizinischen Versorgung eingesetzt werden sollten, besonders bei schwereren Erkrankungen, und dass Qualität und Standardisierung pflanzlicher Präparate ein zentrales Problem bleiben.

Wann das kein Fall für Selbstversuche ist

Dieser Abschnitt ist mir wichtiger als alles andere auf dieser Seite. Depression ist eine ernsthafte Erkrankung. Sie braucht Diagnostik und Behandlung, und sie ist gut behandelbar.

Wenn du gerade nicht weiterweißt

Wenn du Gedanken hast, dir das Leben zu nehmen, hol dir bitte sofort Hilfe. Nicht später, jetzt.

Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Kostenfrei, rund um die Uhr, anonym.

Im Notfall: 112. Ebenso richtig ist der Weg in die nächste psychiatrische Klinik oder in eine Notaufnahme. Auch deine Hausärztin oder dein Hausarzt ist eine gute erste Adresse.

Ein Blogartikel kann dir zuhören, aber er kann dir nicht antworten. Ein Mensch am Telefon kann das.

Bitte unbedingt beachten

In diesen Situationen gehört die Frage in ärztliche Hände

  • Bei schwerer Depression: Die vorhandenen Safran-Studien betreffen leichte bis mittelgradige Symptomatik oder unterschwellige Beschwerden. Für schwere Verläufe gibt es diese Daten nicht. Eine schwere Depression braucht eine leitliniengerechte Behandlung aus Psychotherapie, gegebenenfalls Medikation und ärztlicher Begleitung.
  • Bei Suizidgedanken: Das ist ein sofortiger Anlass für ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe. Bitte nutze die Nummern im Kasten oben. Kein Präparat gehört an diese Stelle.
  • Bei bestehender antidepressiver Medikation: Niemals eigenmächtig absetzen. Ein abruptes Absetzen kann Absetzphänomene und Rückfälle nach sich ziehen. Und niemals eigenmächtig kombinieren: Für Safran wird eine serotonerge Komponente diskutiert, weshalb bei gleichzeitiger Einnahme an ein Serotonin-Syndrom gedacht werden muss.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit: Kontrollierte Sicherheitsdaten für Safran-Präparate fehlen. In der traditionellen Anwendung werden hohe Mengen mit wehenauslösenden und fruchtschädigenden Effekten in Verbindung gebracht. Deshalb gilt: kein Safran-Präparat in Schwangerschaft und Stillzeit. Küchenübliche Mengen als Gewürz sind davon nicht gemeint.
  • Bei Gerinnungsstörungen und unter Blutverdünnern: In der Sicherheitsuntersuchung von Modaghegh und Kollegen sanken unter hoher Dosis die Blutplättchen leicht ab. Wer Marcumar, ein neueres orales Antikoagulans oder Thrombozytenhemmer einnimmt, bespricht ein Safran-Präparat bitte vorher ärztlich.
  • Bei niedrigem Blutdruck: In derselben Untersuchung sank unter hoher Dosis der systolische Blutdruck im Stehen. Wer ohnehin zu Schwindel beim Aufstehen neigt oder blutdrucksenkende Mittel nimmt, sollte das mitbedenken.
  • Bei Kindern und Jugendlichen: Es existiert eine kontrollierte Studie an 12- bis 16-Jährigen, deren Ergebnisse von den Eltern nur teilweise bestätigt wurden. Das reicht nicht für eine Anwendung ohne kinder- und jugendpsychiatrische Begleitung.
  • Wenn die Verstimmung länger als zwei Wochen anhält: Dann ist das ein Anlass für eine ärztliche Abklärung, nicht für ein weiteres Präparat. Schilddrüse, Eisen, Vitamin B12, Schlafapnoe, Medikamentennebenwirkungen und vieles mehr können dahinterstecken.

Nahrungsergänzungsmittel unterliegen nicht denselben Qualitätsanforderungen wie Arzneimittel. Gerade bei Safran, einem der am häufigsten verfälschten Gewürze der Welt, ist die Frage nach Herkunft und Standardisierung keine Nebensache. Bitte besprich jedes Präparat, das du zusätzlich zu einer laufenden Behandlung nehmen willst, vorher persönlich ärztlich.

Drei Hebel, die vor jedem Präparat kommen

Ich gebe dir hier bewusst kein Einnahmeschema und keine Produktempfehlung. Was ich dir gebe, sind Richtungen, die in jedem Fall zuerst dran sind.

1

Klär zuerst, worüber wir reden

Verstimmung und Depression sind nicht dasselbe, und die Unterscheidung ist keine Wortklauberei. Sie entscheidet über die Behandlung. Wenn gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit oder Freudlosigkeit länger als zwei Wochen anhalten, gehört das ärztlich oder psychotherapeutisch angeschaut. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Sorgfalt gegenüber dir selbst.

2

Hol dir Licht und Bewegung in die erste Tageshälfte

Das ist der unspektakulärste Hebel und der am seltensten genutzte. Tageslicht am Morgen und Bewegung sind die beiden Signale, an denen sich deine innere Uhr ausrichtet. Ein Spaziergang um halb neun ist im Winter etwas anderes als ein Spaziergang um sechs Uhr abends. Fang hier an, bevor du an Kapseln denkst.

3

Schau auf den Rahmen, nicht auf den Wirkstoff

Die SMILES-Studie erreichte mit einer begleiteten Ernährungsumstellung zusätzlich zur laufenden Behandlung eine Effektstärke von minus 1,16. Die Meta-Analyse von Liao und Kollegen zeigt, dass bei Omega-3 die Zusammensetzung über den Nutzen mitentscheidet. Und die VITAL-DEP-Studie zeigt, dass pauschales Vitamin D als Vorbeugung nichts gebracht hat. Wer diese Ebene überspringt und gleich zum interessanten Pflanzenstoff greift, beginnt am schmalsten Ende.

Und jetzt weißt du warum

Safran ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwer wir uns mit Zwischentönen tun. Die eine Seite sagt: nur ein Gewürz. Die andere sagt: pflanzliche Alternative zum Antidepressivum. Beide Sätze sind zu einfach für das, was tatsächlich in den Studien steht.

Was dort steht, ist: mehrere Meta-Analysen mit deutlichen Effekten gegenüber Placebo bei leichter bis mittelgradiger Symptomatik. Kleine Direktvergleiche ohne Unterschied zu SSRI, die für einen Gleichwertigkeitsnachweis zu klein sind. Ein dokumentierter Hinweis auf Publikationsbias. Und eine große neue Studie, in der sich mehr als die Hälfte der Placebo-Gruppe bedeutsam besserte.

Du musst dich nicht zwischen Skepsis und Begeisterung entscheiden. Du darfst beides gleichzeitig haben. Das ist keine Unentschlossenheit. Das ist der ehrliche Umgang mit einer Datenlage, die noch am Wachsen ist.

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Stimmung berührt Nervensystem, Immunsystem, Stoffwechsel und Hormonsystem gleichzeitig. Diese Artikel vertiefen die angrenzenden Ebenen.

Häufige Fragen

Kann Safran bei depressiver Verstimmung helfen, was sagen die Studien?
Für eine Gewürzpflanze ist die Datenlage ungewöhnlich umfangreich. Die Meta-Analyse von Hausenblas und Kollegen fasste fünf randomisierte Studien zusammen und fand gegenüber Placebo eine große mittlere Effektstärke von 1,62. Die Meta-Analyse von Tóth und Kollegen an der Universität Szeged und der Universität Pécs poolte neun Studien und berechnete gegenüber Placebo ein Hedges g von 0,891. Die umfangreichste Auswertung stammt von Marx und Kollegen am Food and Mood Centre der Deakin University mit 23 eingeschlossenen Studien und einem g von 0,99 gegenüber Placebo. Alle drei Arbeiten beziehen sich auf leichte bis mittelgradige depressive Symptomatik, nicht auf schwere Depression. Und alle drei benennen Einschränkungen, die im Artikel ausführlich stehen.
Wie gut ist die Studienlage zu Safran insgesamt einzuschätzen?
Ehrlich gesagt: besser als bei den meisten Nahrungsergänzungsmitteln und trotzdem nicht ausreichend für große Schlussfolgerungen. Marx und Kollegen fanden mit dem Egger-Test einen Hinweis auf Publikationsbias und benannten ausdrücklich die fehlende regionale Vielfalt der Studien. Hausenblas und Kollegen schrieben schon 2013, dass größere Studien von Forschungsteams außerhalb des Iran mit langer Nachbeobachtung nötig sind, bevor sich feste Schlüsse ziehen lassen. Die meisten Einzelstudien umfassen 30 bis 40 Teilnehmende und laufen sechs bis acht Wochen. Die bislang größte Studie von Lopresti und Kollegen mit 202 Erwachsenen fand zwar einen Vorteil gegenüber Placebo, aber nur mit einem Cohens d von 0,39 und bei einer sehr großen Placebo-Antwort.
Ist Safran so gut wie ein Antidepressivum?
Diese Frage ist verlockend und in dieser Form nicht seriös zu beantworten. Es gibt mehrere direkte Vergleichsstudien: Noorbala und Kollegen verglichen Safran mit Fluoxetin, Akhondzadeh und Kollegen mit Imipramin, Shahmansouri und Kollegen mit Fluoxetin bei Menschen nach einer Herzkatheter-Behandlung. In allen Fällen fand sich kein statistisch bedeutsamer Unterschied. Die Meta-Analyse von Shafiee und Kollegen fasste acht Vergleiche mit SSRI zusammen und errechnete eine standardisierte Mittelwertdifferenz von 0,10, also keinen relevanten Unterschied, bei weniger unerwünschten Ereignissen unter Safran. Der Haken: Alle diese Studien sind klein. Kein Unterschied in einer kleinen Studie ist nicht dasselbe wie bewiesene Gleichwertigkeit. Antidepressiva und Psychotherapie bleiben bei behandlungsbedürftiger Depression die tragenden Säulen.
Welche Safran-Dosis wurde in den Studien verwendet?
Das ist eine Beschreibung der Literatur und ausdrücklich keine Empfehlung an dich. In den iranischen Studien von Akhondzadeh, Noorbala und Kollegen wurden 30 Milligramm standardisierter Safran-Extrakt pro Tag eingesetzt, meist verteilt auf zwei Einzelgaben. In den Studien mit dem standardisierten Extrakt affron lagen die Dosierungen bei 28 Milligramm pro Tag, in der Studie von Kell und Kollegen zeigte sich bei 22 Milligramm pro Tag kein Effekt, bei 28 Milligramm schon. Die Studiendauer lag meist bei sechs bis acht Wochen, in der neuesten Arbeit von Lopresti und Kollegen bei zwölf Wochen. Was für dich persönlich sinnvoll ist, hängt von deiner Diagnose, deinen Medikamenten und deinen Befunden ab und gehört ins ärztliche Gespräch.
Wie könnte Safran im Gehirn wirken?
Hier verlassen wir die harte Humanevidenz und betreten das Feld der Hypothesen. Die systematische Übersicht von Lopresti und Drummond an der Murdoch University nennt vier diskutierte Wege: eine serotonerge Komponente, antioxidative Effekte, entzündungshemmende Effekte und neuroendokrine sowie neuroprotektive Wirkungen. Die pharmakokinetische Übersicht von Hosseini und Kollegen beschreibt, dass Crocin nach dem Schlucken kaum unverändert ins Blut gelangt. Es wird im Darm zu Crocetin umgewandelt, und Crocetin kann die Blut-Hirn-Schranke passieren. Das ist ein wichtiges Detail, weil es zeigt, dass der Darm bei dieser Pflanze mitentscheidet, was überhaupt ankommt. Belegt ist das überwiegend aus Zellversuchen und Tiermodellen, nicht aus Messungen an depressiven Menschen.
Darf ich Safran zusammen mit meinem Antidepressivum einnehmen?
Nicht ohne ärztliche Absprache, und dafür gibt es zwei Gründe. Erstens wird für Safran eine serotonerge Komponente diskutiert. Wenn zwei Substanzen am selben System ansetzen, ist ein Serotonin-Syndrom theoretisch denkbar, und genau deshalb gehört eine Kombination in ärztliche Hand und nicht in den Einkaufskorb. Zweitens gibt es eine Studie, die genau diese Kombination untersucht hat: Lopresti und Kollegen gaben 160 Erwachsenen mit fortbestehenden depressiven Symptomen zusätzlich zu ihrem Antidepressivum acht Wochen lang Safran-Extrakt oder Placebo. In der Fremdbeurteilung mit der MADRS sank der Wert unter Safran um 41 Prozent gegenüber 21 Prozent unter Placebo. In der Selbstbeurteilung mit derselben Skala war der Unterschied verschwunden, 27 gegenüber 26 Prozent. Die Autoren nennen das Ergebnis selbst widersprüchlich. Und das Wichtigste: Ein bestehendes Antidepressivum wird niemals eigenmächtig abgesetzt.
Wer sollte Safran-Präparate nicht einnehmen?
Aus meiner Sicht gehören folgende Situationen klar in ärztliche Hände statt in den Selbstversuch: eine schwere Depression, Suizidgedanken, eine bestehende antidepressive Medikation, Schwangerschaft und Stillzeit, Gerinnungsstörungen sowie eine Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten. Für Schwangerschaft und Stillzeit fehlen kontrollierte Sicherheitsdaten vollständig, und Safran wird in der traditionellen Anwendung in hohen Mengen mit wehenauslösenden Effekten in Verbindung gebracht. Bei der Gerinnung ist die Vorsicht durch Daten begründet: In der Sicherheitsuntersuchung von Modaghegh und Kollegen an 30 gesunden Freiwilligen sanken unter der höheren Dosis von 400 Milligramm täglich unter anderem die Thrombozytenzahl und der Blutdruck im Stehen. Die Werte blieben im Normbereich, das Signal bleibt trotzdem ernst zu nehmen.
Wie lange dauerte es in den Studien, bis sich etwas veränderte?
Die klassischen Studien von Akhondzadeh, Noorbala und Kollegen liefen sechs Wochen, die Studien mit dem standardisierten Extrakt acht Wochen, die neueste und größte Arbeit von Lopresti und Kollegen zwölf Wochen. Die Unterschiede zwischen den Gruppen wurden in der Regel am Studienende gemessen, teilweise mit Zwischenmessung nach drei oder vier Wochen. Was diese Zahlen nicht sagen: wie es nach dem Studienende weitergeht. Keine dieser Arbeiten hat eine lange Nachbeobachtung, und genau das kritisieren Hausenblas und Kollegen ausdrücklich. Für eine Verstimmung, die dich seit Jahren begleitet, sind sechs Wochen Studiendauer eine sehr kurze Beobachtungszeit.
Reicht Safran aus der Küche, oder braucht es einen standardisierten Extrakt?
Die Studien wurden mit standardisierten Zubereitungen durchgeführt, nicht mit Küchengewürz. Das hat einen praktischen Grund: Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe Crocin, Crocetin, Picrocrocin und Safranal sind laut der pharmakokinetischen Übersicht von Hosseini und Kollegen empfindlich gegenüber Sauerstoff, Licht, Hitze und enzymatischer Oxidation. Der Gehalt in gekauftem Safran schwankt entsprechend stark, und Safran gehört zu den am häufigsten verfälschten Gewürzen überhaupt. Die Taskforce der World Federation of Societies of Biological Psychiatry und des Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments nennt Qualität und Standardisierung pflanzlicher Präparate ausdrücklich als zentrale Schwachstelle. Ein Safran-Risotto ist ein Genuss. Es ist keine Studiendosis.
Was gehört aus funktioneller Sicht neben Safran noch dazu?
Aus der Sicht der klinischen Psychoneuroimmunologie ist Stimmung selten ein isoliertes Kopfthema. Drei Ebenen sehe ich regelmäßig mit an: Entzündung, Fettsäurestatus und Darm. Die Meta-Analyse von Osimo und Kollegen an der University of Cambridge zeigt, dass etwa 27 Prozent der Menschen mit Depression ein CRP über 3 Milligramm pro Liter haben und über die Hälfte ein CRP über 1 Milligramm pro Liter. Die Meta-Analyse von Liao und Kollegen über 26 Studien mit 2.160 Teilnehmenden fand für Omega-3-Fettsäuren einen Gesamteffekt von minus 0,28, wobei die Vorteile bei EPA-betonten Formulierungen mit einem EPA-Anteil von mindestens 60 Prozent lagen. Und die SMILES-Studie von Jacka und Kollegen zeigte, dass eine begleitete Ernährungsumstellung bei mittelschwerer bis schwerer Depression über zwölf Wochen die MADRS-Werte deutlich stärker senkte als soziale Unterstützung. Wichtig zur Ehrlichkeit: Für Vitamin D als Vorbeugung hat die große VITAL-DEP-Studie von Okereke und Kollegen mit 18.353 Teilnehmenden über median 5,3 Jahre keinen Effekt gefunden.
SJ

Shukri Jarmoukli

Arzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin

Ich schaue mit der Linse der klinischen Psychoneuroimmunologie auf den ganzen Menschen. Nervensystem, Immunsystem, Stoffwechsel und Hormonsystem hängen zusammen, und Stimmung ist der Ort, an dem sich diese vier Ebenen besonders deutlich zeigen. Pflanzliche Mittel nehme ich ernst genug, um ihre Studien zu lesen, und ernst genug, um zu sagen, wo deren Grenzen liegen.

Die psychiatrische und psychotherapeutische Standardbehandlung ist wichtig und richtig. Antidepressiva und Psychotherapie haben unzähligen Menschen geholfen, und bei behandlungsbedürftiger Depression sind sie die tragende Struktur. Was eine integrative Sicht ergänzen kann, ist der Blick auf den Rahmen: Licht, Schlaf, Bewegung, Entzündungslage, Nährstoffstatus und Darm.

ViveCura · Skalitzer Straße 137, Berlin · vivecura.com

Quellen

Alle Studien wurden über PubMed gegen Titel, Autorinnen und Autoren, Jahr, Journal, DOI und PMID geprüft. Zahlenangaben stammen direkt aus den jeweiligen Abstracts und wurden nicht umgerechnet. Der Studientyp steht in eckigen Klammern. Ein Hinweis zur Einordnung: Die Einzelstudien zu Safran sind überwiegend klein, kurz und regional konzentriert. Eine der Meta-Analysen fand mit dem Egger-Test Hinweise auf Publikationsbias, und an mehreren neueren Studien zu einem bestimmten standardisierten Extrakt sind Mitarbeitende des herstellenden Unternehmens als Koautoren beteiligt. Diese Punkte sind offengelegt und im Artikel ausdrücklich benannt.

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  3. Marx W, Lane M, Rocks T et al. Effect of saffron supplementation on symptoms of depression and anxiety: a systematic review and meta-analysis. Nutr Rev. 2019;77(8):557-571. DOI: 10.1093/nutrit/nuz023 · PMID 31135916 [Systematischer Review und Meta-Analyse, k=23]
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  10. Moshiri E, Basti AA, Noorbala AA, Jamshidi AH, Abbasi SH, Akhondzadeh S. Crocus sativus L. (petal) in the treatment of mild-to-moderate depression: a double-blind, randomized and placebo-controlled trial. Phytomedicine. 2006;13(9-10):607-11. DOI: 10.1016/j.phymed.2006.08.006 · PMID 16979327 [RCT, n=40, Blütenblatt gegen Placebo]
  11. Akhondzadeh Basti A, Moshiri E, Noorbala AA, Jamshidi AH, Abbasi SH, Akhondzadeh S. Comparison of petal of Crocus sativus L. and fluoxetine in the treatment of depressed outpatients: a pilot double-blind randomized trial. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2007;31(2):439-42. DOI: 10.1016/j.pnpbp.2006.11.010 · PMID 17174460 [RCT, n=40, Vergleich mit Fluoxetin]
  12. Shahmansouri N, Farokhnia M, Abbasi SH et al. A randomized, double-blind, clinical trial comparing the efficacy and safety of Crocus sativus L. with fluoxetine for improving mild to moderate depression in post percutaneous coronary intervention patients. J Affect Disord. 2014;155:216-22. DOI: 10.1016/j.jad.2013.11.003 · PMID 24289892 [RCT, n=40, nach Herzkatheter-Behandlung]
  13. Kell G, Rao A, Beccaria G, Clayton P, Inarejos-García AM, Prodanov M. affron, a novel saffron extract (Crocus sativus L.) improves mood in healthy adults over 4 weeks in a double-blind, parallel, randomized, placebo-controlled clinical trial. Complement Ther Med. 2017;33:58-64. DOI: 10.1016/j.ctim.2017.06.001 · PMID 28735826 [RCT, n=128, Herstellerbeteiligung offengelegt]
  14. Lopresti AL, Drummond PD, Inarejos-García AM, Prodanov M. affron, a standardised extract from saffron (Crocus sativus L.) for the treatment of youth anxiety and depressive symptoms: A randomised, double-blind, placebo-controlled study. J Affect Disord. 2018;232:349-357. DOI: 10.1016/j.jad.2018.02.070 · PMID 29510352 [RCT, n=80, Jugendliche 12 bis 16 Jahre]
  15. Lopresti AL, Smith SJ, Hood SD, Drummond PD. Efficacy of a standardised saffron extract (affron) as an add-on to antidepressant medication for the treatment of persistent depressive symptoms in adults: A randomised, double-blind, placebo-controlled study. J Psychopharmacol. 2019;33(11):1415-1427. DOI: 10.1177/0269881119867703 · PMID 31475623 [RCT, n=160, Add-on zur Medikation]
  16. Lopresti AL, Smith SJ, Marx W, Díez-Municio M, Morán-Valero MI. An Examination into the Effects of a Saffron Extract (Affron) on Mood and General Wellbeing in Adults Experiencing Low Mood: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. J Nutr. 2025;155(7):2300-2311. DOI: 10.1016/j.tjnut.2025.05.024 · PMID 40414301 [RCT, n=202, 12 Wochen]
  17. Agha-Hosseini M, Kashani L, Aleyaseen A et al. Crocus sativus L. (saffron) in the treatment of premenstrual syndrome: a double-blind, randomised and placebo-controlled trial. BJOG. 2008;115(4):515-9. DOI: 10.1111/j.1471-0528.2007.01652.x · PMID 18271889 [RCT, prämenstruelle Symptomatik]
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Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Er beschreibt Zusammenhänge aus Forschung und klinischer Erfahrung und enthält ausdrücklich keine Einnahmeempfehlung, keine Dosierungsanweisung und keinen Behandlungsplan. Dosisangaben in diesem Text beschreiben, was in den zitierten Studien verwendet wurde. Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, die Diagnostik und Behandlung braucht. Wenn du an Suizid denkst, wende dich bitte sofort an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, im Notfall an 112. Wenn du Antidepressiva einnimmst, schwanger bist oder stillst, eine Gerinnungsstörung hast, blutverdünnende Medikamente nimmst oder chronisch erkrankt bist, besprich jedes zusätzliche Präparat bitte vorher persönlich ärztlich. Ein bestehendes Antidepressivum wird niemals eigenmächtig abgesetzt.

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