Ratgeber Hormone · Spoke 17

Schilddrüse und weibliche Hormone: das unterschätzte Zusammenspiel

Die Schilddrüse und deine Sexualhormone sind keine getrennten Welten. Sie sprechen ständig miteinander, über die Leber, über Bindungsproteine, über das Immunsystem. Wer Zyklus, Stimmung und Energie verstehen will, sollte die Schilddrüse mitdenken.

Shukri Jarmoukli · Arzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin
Mein Ausgangspunkt

Viele Frauen kommen mit Zyklusbeschwerden zu mir und haben die Schilddrüse längst abgehakt. „Die Werte waren in Ordnung." Ich schaue trotzdem hin. Denn Schilddrüse und Sexualhormone sind kein Entweder-oder, sondern ein Gespräch. Östrogen verändert, wie viel Schilddrüsenhormon frei verfügbar ist. Eine müde Schilddrüse verschiebt den Zyklus. Und ausgerechnet Frauen tragen ein deutlich höheres Risiko für eine autoimmune Schilddrüsenentzündung. Dieser Artikel zeigt dir, wie eng beide Systeme verwoben sind.

Vielleicht kennst du das. Du fühlst dich müde bis in die Knochen, frierst leicht, dein Zyklus ist durcheinander, die Stimmung gedrückt. Beim Arzt heißt es: Schilddrüse unauffällig. Und trotzdem stimmt etwas nicht. Oder umgekehrt: Du weißt von deiner Hashimoto-Thyreoiditis, aber niemand verbindet sie mit deinem PMS, deinen unregelmäßigen Blutungen oder deinem Gefühl, hormonell aus dem Takt zu sein.

Dieser Spoke vertieft ein Thema, das im Pillar zur hormonellen Dysbalance nur angerissen wird. Wir schauen auf die Achse aus Östrogen, SHBG und TBG, also den Bindungsproteinen, die mitbestimmen, wie viel Hormon frei wirkt. Wir verstehen, warum eine Östrogendominanz die Schilddrüse dämpfen könnte. Wir fragen, warum Hashimoto so oft Frauen trifft. Und wir klären, wie eine sinnvolle Diagnostik aussieht. Folgen->Verstehen->Handeln.

Schilddrüse und Sexualhormone sind ein Gespräch, kein Nebeneinander

Stell dir die Schilddrüse als das Tempo-Organ deines Körpers vor. Sie bestimmt, wie schnell deine Zellen arbeiten, wie warm dir ist, wie wach du bist. Die Sexualhormone Östrogen und Progesteron takten dagegen deinen Zyklus. Auf den ersten Blick zwei getrennte Abteilungen. Tatsächlich treffen sie sich an einem entscheidenden Ort: in der Leber.

In der Leber werden Transportproteine gebildet, die Hormone im Blut binden und herumtragen. Zwei davon sind hier wichtig. Das Thyroxin-bindende Globulin, kurz TBG, bindet Schilddrüsenhormon. Das Sexualhormon-bindende Globulin, kurz SHBG, bindet Sexualhormone. Östrogen steigert die Bildung beider Proteine. Und genau hier beginnt das Gespräch zwischen den Systemen.

Wenn mehr TBG im Blut ist, wird mehr Schilddrüsenhormon gebunden. Gebundenes Hormon ist nicht aktiv. Nur das freie Hormon wirkt an den Zellen. Bei einer gesunden Schilddrüse gleicht der Körper das meist aus, indem er etwas mehr produziert. Bei einer ohnehin grenzwertigen Schilddrüse kann diese Reserve aber knapp werden. Und jetzt verstehst du, warum „die Werte sind normal" und „mir geht es schlecht" kein Widerspruch sein müssen.

Studie · Wechselwirkung Östrogen und Schilddrüse

Wie Östrogen über Bindungsproteine den Schilddrüsenhaushalt verschiebt

Übersichtsarbeit Federica Torre und Kollegen beschrieben 2020 im Journal of Endocrinological Investigation, wie der Östrogenanteil hormoneller Verhütung in der Leber die Bildung von Bindungsproteinen erhöht, darunter das Thyroxin-bindende Globulin und das Sexualhormon-bindende Globulin. Mehr Bindungsprotein bedeutet, dass mehr Schilddrüsenhormon gebunden und damit kurzfristig weniger frei verfügbar ist. Das kann den Bedarf an Schilddrüsenhormon verändern, besonders bei Frauen mit einer ohnehin grenzwertigen Schilddrüsenfunktion oder unter Einnahme von Schilddrüsenhormon. Schilddrüse und Sexualhormone sind also keine getrennten Themen.

Torre F, Calogero AE, Condorelli RA, et al. J Endocrinol Invest. 2020;43(9):1181-1188. doi:10.1007/s40618-020-01230-8 · PMID: 32219692

Die Verbindung läuft auch in die andere Richtung. Große genetische Daten deuten darauf hin, dass die Schilddrüsenfunktion selbst die Sexualhormone mitbestimmt. Das ist kein bloßer Zufallsbefund aus Beobachtungsstudien, sondern stützt sich auf eine Methode, die der Frage der Ursache näherkommt.

Studie · Mendelsche Randomisierung, große Datensätze

Die Schilddrüse beeinflusst SHBG und Testosteron

Mendelsche Randomisierung Alisa Kjaergaard und Kollegen werteten 2021 im European Journal of Epidemiology genetische Daten von Zehntausenden Menschen aus, um die Frage nach Ursache und Wirkung anzugehen. Ergebnis: Ein genetisch höherer TSH-Wert war mit niedrigerem SHBG und niedrigerem Testosteron verknüpft, und eine genetische Veranlagung zur Unterfunktion ging mit niedrigerem SHBG einher. Das deutet darauf hin, dass die Schilddrüse die Sexualhormone tatsächlich mitsteuert und nicht nur zufällig mit ihnen zusammen auftritt. Eine eindeutige Wirkung auf die Sexualfunktion fanden sie dagegen nicht.

Kjaergaard AD, Marouli E, Papadopoulou A, et al. Eur J Epidemiol. 2021;36(3):335-344. doi:10.1007/s10654-021-00721-z · PMID: 33548002

Reframe

Die Schilddrüse ist kein isoliertes Organ, das man mit einem einzigen TSH-Wert abhakt. Sie ist über die Leber und über Bindungsproteine eng mit deinen Sexualhormonen verflochten. Das ist keine schlechte Nachricht. Es bedeutet, dass es mehr Ansatzpunkte gibt, als nur an einem einzelnen Hormon zu drehen.

Östrogendominanz und die Schilddrüse: ein plausibler Bremseffekt

Im Artikel zur Östrogendominanz hast du gelernt, dass dieser Begriff kein offizieller Laborbefund ist. Er beschreibt ein relatives Übergewicht von Östrogen gegenüber Progesteron, oft durch ein zu niedriges Progesteron in der zweiten Zyklushälfte. Genau dieses Übergewicht könnte auch die Schilddrüse betreffen.

Der Mechanismus ist der gleiche wie eben. Östrogen treibt das Thyroxin-bindende Globulin nach oben. Steigt das TBG, ist mehr Schilddrüsenhormon gebunden und weniger frei verfügbar. Bei einer grenzwertigen Schilddrüse könnte das den Bedarf an freiem Hormon erhöhen. Progesteron wirkt hier eher gegensteuernd. Bei einem relativen Übergewicht von Östrogen fehlt dieser Gegenspieler. Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Das ist mechanistisch plausibel, aber nicht durch große kontrollierte Humanstudien bewiesen.

Spannend wird es bei einer Beobachtung aus der PCOS-Forschung. Beim polyzystischen Ovarsyndrom ist das Östradiol-Progesteron-Verhältnis oft verschoben, und gleichzeitig findet sich häufiger eine Hashimoto-Thyreoiditis.

Studie · Frauen mit PCOS, Querschnitt

Höheres Östradiol-Progesteron-Verhältnis, höhere Schilddrüsen-Antikörper

Querschnittsstudie, n=86 Ayse Arduc und Kollegen untersuchten 2015 in Endocrine Research 86 Frauen mit PCOS und 60 Kontrollen. Die Frauen mit PCOS hatten häufiger eine Hashimoto-Thyreoiditis sowie höhere TPO- und Tg-Antikörper. Auffällig war: Bei den Antikörper-positiven PCOS-Frauen war das Östradiol höher, und die TPO-Antikörper hingen positiv mit dem Östradiol-Progesteron-Verhältnis zusammen. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass ein relatives Übergewicht von Östrogen an den höheren Antikörpern beteiligt sein könnte. Das ist ein Hinweis, kein Beweis, denn eine Querschnittsstudie kann keine Ursache belegen.

Arduc A, Aycicek Dogan B, Bilmez S, et al. Endocr Res. 2015;40(4):204-210. doi:10.3109/07435800.2015.1015730 · PMID: 25822940

Häufiger Irrtum

„Mein Östrogen ist schuld an meiner Schilddrüsenunterfunktion." So einfach ist es nicht. Östrogen kann über die Bindungsproteine den Bedarf an freiem Schilddrüsenhormon verschieben, und ein verschobenes Östrogen-Progesteron-Verhältnis hängt in manchen Studien mit höheren Antikörpern zusammen. Aber das ersetzt keine Ursachensuche. Eine echte Schilddrüsenunterfunktion oder eine Hashimoto-Thyreoiditis hat eigene Ursachen und gehört abgeklärt, nicht allein dem Östrogen zugeschrieben.

Warum Hashimoto so oft Frauen trifft: vier Linsen auf Zellebene

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion in Regionen mit ausreichender Jodversorgung. Und sie betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer. In der klinischen Psychoneuroimmunologie, kurz KPNI, schauen wir nicht nur auf die Schilddrüse selbst, sondern auf vier verwobene Ebenen, die zusammen erklären, warum gerade Frauen so oft betroffen sind. Jede Linse erklärt einen Teil auf Zellebene.

Immunsystem und Östrogen

Östrogen wirkt nicht nur am Zyklus, sondern auch am Immunsystem. Immunzellen tragen Östrogenrezeptoren, und Östrogen kann die Antikörperbildung verschieben. Das könnte mit erklären, warum autoimmune Prozesse bei Frauen leichter anlaufen. Auf Zellebene verändert Östrogen, wie B-Zellen und T-Zellen reagieren, und kann so die Bereitschaft zu einer Autoimmunreaktion gegen die Schilddrüse mitbeeinflussen.

Genetik und das X-Chromosom

Frauen tragen zwei X-Chromosomen, und auf dem X-Chromosom liegen viele Immungene. Eine ungleiche Stilllegung dieser Gene und eine andere Gen-Dosis könnten erklären, warum Autoimmunerkrankungen insgesamt bei Frauen häufiger sind. Bei der Schilddrüse trifft diese genetische Veranlagung auf hormonelle Umbrüche und ergibt zusammen ein erhöhtes Risiko, das in Familien gehäuft auftreten kann.

Stoffwechsel und Mikronährstoffe

Die Schilddrüse braucht Bausteine. Jod, Selen, Eisen und Zink sind an der Bildung und Umwandlung der Schilddrüsenhormone beteiligt. Selen ist zudem Teil der körpereigenen Schutzsysteme gegen oxidativen Stress in der Schilddrüse. Ein Mangel kann die Schilddrüse anfälliger machen. Auch der Blutzucker und eine Insulinresistenz greifen über stille Entzündung indirekt in das Geschehen ein.

Hormonelle Umbruchphasen

Schwangerschaft, Wochenbett und Wechseljahre sind Zeiten großer hormoneller Verschiebung. Gerade nach der Geburt kann eine Postpartum-Thyreoiditis auftreten, und viele Hashimoto-Diagnosen fallen in solche Übergangsphasen. Das Immunsystem stellt sich in diesen Phasen stark um. Diese Umbrüche treffen das System dann, wenn es ohnehin in Bewegung ist, und können eine vorhandene Veranlagung sichtbar machen.

Dass Autoimmunerkrankungen insgesamt häufiger bei Frauen auftreten, ist gut belegt. Eine der größten Untersuchungen dazu stammt aus Großbritannien.

Studie · Bevölkerungskohorte, über 22 Millionen Menschen

Autoimmunerkrankungen treffen Frauen häufiger

Kohorte, n=22 Mio. Nathalie Conrad und Kollegen analysierten 2023 im Lancet die Gesundheitsdaten von über 22 Millionen Menschen in Großbritannien. Sie fanden, dass rund jeder zehnte Mensch von einer der 19 untersuchten Autoimmunerkrankungen betroffen war, und dass Frauen deutlich häufiger erkrankten als Männer (13,1 Prozent gegenüber 7,4 Prozent). Schilddrüsenerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis gehörten zu den untersuchten Diagnosen. Das untermauert mit großer Datenbasis, was sich in der Praxis täglich zeigt: Die Schilddrüse ist bei Frauen besonders oft ein Thema.

Conrad N, Misra S, Verbakel JY, et al. Lancet. 2023;401(10391):1878-1890. doi:10.1016/S0140-6736(23)00457-9 · PMID: 37156255

Warum Östrogen dabei eine Rolle spielen könnte, zeigt eine kleinere Untersuchung sehr anschaulich. Sie deutet darauf hin, dass schon die vorgeburtliche Hormonprägung mit dem späteren Hashimoto-Risiko zusammenhängen könnte.

Studie · Frauen mit autoimmuner Schilddrüsenerkrankung

Hinweise auf eine Rolle der Östrogenprägung

Querschnittsstudie Barbara Świechowicz und Kollegen verglichen 2022 in Frontiers in Endocrinology Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis, Frauen mit Morbus Basedow und gesunde Kontrollen. Sie nutzten das Fingerlängenverhältnis, das als grober Marker für die vorgeburtliche Hormonprägung gilt. Bei Frauen mit Hashimoto fanden sie ein Muster, das auf eine höhere vorgeburtliche Östrogenprägung deutet. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass eine hohe Östrogen- gegenüber Testosteronprägung an der Entstehung beteiligt sein könnte. Das ist ein indirekter Hinweis und kein Beweis, fügt sich aber in das Bild ein, dass Östrogen das Immunsystem mitprägt.

Świechowicz B, Kasielska-Trojan A, Manning JT, Antoszewski B. Front Endocrinol (Lausanne). 2022;13:914471. doi:10.3389/fendo.2022.914471 · PMID: 35846322

Die Schilddrüse und dein Zyklus: wenn das Tempo-Organ aus dem Takt ist

Eine träge Schilddrüse macht sich nicht nur in Müdigkeit und Frieren bemerkbar. Sie kann auch deinen Zyklus durcheinanderbringen. Das ist keine Randnotiz, sondern in der Praxis ein häufiger Befund. Wenn das Stoffwechseltempo sinkt, verändert sich vieles, auch die Steuerung der Eierstöcke.

Studie · Frauen mit und ohne Schilddrüsenerkrankung

Schilddrüsenunterfunktion und veränderte Blutungen

Querschnittsstudie, n=485 Gökçen Güngör Semiz und Zeliha Hekimsoy untersuchten 2024 in Cureus 485 Frauen mit neu festgestellter Schilddrüsenfunktionsstörung und 108 gesunde Kontrollen. Bei Frauen mit ausgeprägter Unterfunktion war eine verstärkte Regelblutung deutlich häufiger als bei den Kontrollen (33 Prozent gegenüber 6 Prozent). Die Autorinnen schließen daraus, dass Zyklusstörungen bei einer Schilddrüsenfunktionsstörung häufig vorkommen und dass man bei Zyklusbeschwerden an die Schilddrüse denken sollte, und umgekehrt.

Güngör Semiz G, Hekimsoy Z. Cureus. 2024;16(6):e62724. doi:10.7759/cureus.62724 · PMID: 39036195

Eine träge Schilddrüse kann auch den Eisprung schwächen. Ohne Eisprung bildet sich kein Gelbkörper, und ohne Gelbkörper fehlt das Progesteron der zweiten Zyklushälfte. So entsteht genau das relative Übergewicht von Östrogen, über das wir im Abschnitt zur Östrogendominanz gesprochen haben. Du siehst: Die Systeme verstärken sich gegenseitig. Und jetzt verstehst du, warum eine gute Hormonsprechstunde bei unklaren Zyklusbeschwerden die Schilddrüse mit abklärt.

Besonders sensibel ist die Phase rund um Schwangerschaft und Geburt. Hier verändert sich der Schilddrüsenbedarf stark, und eine Postpartum-Thyreoiditis kann auftreten.

Studie · Schilddrüse in Schwangerschaft und Wochenbett

Warum die Schilddrüse rund um die Geburt besondere Aufmerksamkeit braucht

Übersichtsarbeit Sun Lee und Elizabeth Pearce fassten 2022 in Nature Reviews Endocrinology den Forschungsstand zu Schilddrüsenerkrankungen in Schwangerschaft und Wochenbett zusammen. Sie beschreiben, dass Schilddrüsenstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter häufig sind, dass der Bedarf an Schilddrüsenhormon in der Schwangerschaft steigt und dass eine Postpartum-Thyreoiditis bis zu einem Jahr nach der Geburt auftreten kann. Eine vorhandene Schilddrüsen-Autoimmunität gilt dabei als wichtiger Risikofaktor. Das unterstreicht, warum die Schilddrüse bei Kinderwunsch, in der Schwangerschaft und danach besonders im Blick bleiben sollte.

Lee SY, Pearce EN. Nat Rev Endocrinol. 2022;18(3):158-171. doi:10.1038/s41574-021-00604-z · PMID: 34983968

Diagnostik: nicht ein Wert, sondern das Zusammenspiel

Wenn Zyklus, Energie und Stimmung nicht stimmen, lohnt ein Blick auf die Schilddrüse. Aber nicht als isolierte Zahl. Der häufigste Stolperstein ist, dass nur das TSH bestimmt wird und ein Wert im Normbereich als Entwarnung gilt. Manchmal reicht das. Oft braucht es mehr.

Sinnvoll kann eine erweiterte Abklärung sein, die neben dem TSH die freien Hormone fT3 und fT4 sowie die Schilddrüsen-Autoantikörper TPO-Ak und Tg-Ak betrachtet. Vorhandene Antikörper können auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hinweisen, auch wenn die Funktion noch unauffällig ist. Eine Ultraschalluntersuchung kann das Bild ergänzen. Mehr dazu, welcher Test wann sinnvoll ist, liest du im Artikel zum Hormone-Testen.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt und der Kontext. Wer die Pille nimmt, hat durch das Östrogen mehr Bindungsproteine im Blut. Wer Schilddrüsenhormon einnimmt und mit der Pille beginnt oder sie absetzt, sollte die Werte kontrollieren lassen. Und bei Kinderwunsch gelten engere Zielbereiche. Hier laufen Schilddrüse und Sexualhormone direkt zusammen, weshalb sich der Blick auf das ganze System lohnt, nicht nur auf eine Zahl.

Drei Hebel, die das Zusammenspiel stützen können

Bevor an einzelnen Werten gedreht wird, lohnt der Blick auf die Grundlagen. Sie wirken nicht spektakulär, aber sie stützen das vernetzte System aus Schilddrüse, Leber und Sexualhormonen. Diese drei Hebel sind ein Anfang, kein Therapieplan. Den individuellen Weg findest du mit ärztlicher Begleitung.

1

Versorge die Schilddrüse mit ihren Bausteinen

Die Schilddrüse braucht unter anderem Jod, Selen, Eisen und Zink. Ein Eisenmangel ist bei Frauen häufig und kann Beschwerden verstärken, die wie ein reines Schilddrüsenproblem aussehen. Eine bedarfsgerechte Versorgung über die Ernährung könnte das System stützen. Wichtig ist Augenmaß: Sowohl zu wenig als auch zu viel, etwa bei Jod und Selen, kann der Schilddrüse schaden. Deshalb gehört eine gezielte Ergänzung ärztlich begleitet.

2

Beruhige das Stresssystem und stütze die Leber

Die Leber baut Östrogen ab und bildet die Bindungsproteine, über die Schilddrüse und Sexualhormone verbunden sind. Anhaltender Stress hält das Cortisol hoch und kann die Schilddrüsenachse dämpfen. Schlaf, Erholungsfenster und eine entlastete Leber könnten dem ganzen System guttun. Das ist kein Wellness-Beiwerk, sondern wirkt auf die Achse, die deine Hormone mitsteuert.

3

Lass das ganze System abklären, nicht nur das TSH

Wenn Beschwerden anhalten, gehört eine Diagnostik dazu, die TSH, freie Hormone, Antikörper, Eisen und die Zyklusphase zusammen betrachtet. So lassen sich behandelbare Ursachen finden, statt Beschwerden vorschnell einem einzelnen Wert zuzuschreiben. Eine gute Abklärung nimmt dich und deine Beschwerden ernst.

Beim Thema Mikronährstoffe wird oft nach Selen gefragt. Hier ist die Datenlage gemischt. Eine Cochrane-Übersicht von Esther van Zuuren und Kollegen 2013 kam zu dem Schluss, dass die Evidenz für oder gegen eine Selen-Ergänzung bei Hashimoto unvollständig ist und die eingeschlossenen Studien ein hohes Verzerrungsrisiko hatten (doi:10.1002/14651858.CD010223.pub2, PMID: 23744563). Eine neuere Übersicht systematischer Reviews von Yong-Sheng Wang und Kollegen 2023 in Nutrients fand, dass Selen die TPO-Antikörper über drei bis sechs Monate senken könnte, betonte aber die niedrige Verlässlichkeit der Evidenz (doi:10.3390/nu15143194, PMID: 37513612). Eine kleinere randomisierte Studie von Maurizio Nordio und Stefano Basciani 2017 deutete an, dass eine Kombination aus Myo-Inositol und Selen bei subklinischer Hashimoto-Unterfunktion TSH und Antikörper senken könnte (PMID: 28724185). Selen könnte also ein Baustein sein, ersetzt aber keine ärztliche Begleitung. Vor der Einnahme sollte das ärztlich besprochen werden.

Der Kern

Schilddrüse und Hormone sind ein Team, kein Einzelkämpfer

Deine Schilddrüse arbeitet nicht für sich allein. Sie steht im Gespräch mit Östrogen, Progesteron, der Leber und deinem Immunsystem. Wenn du dieses Zusammenspiel verstehst, hörst du auf, einem einzelnen Wert hinterherzujagen, und schaust auf das ganze Bild. Dein Wohlbefinden ist kein Luxus. Es ist die Voraussetzung dafür, dass du dich wieder wie du selbst fühlen kannst.

Häufige Fragen zu Schilddrüse und weiblichen Hormonen

Was hat die Schilddrüse mit weiblichen Hormonen zu tun?

Schilddrüse und Sexualhormone sind eng verknüpft. Östrogen erhöht in der Leber die Bildung von Bindungsproteinen, vor allem des Thyroxin-bindenden Globulins (TBG) und des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG). Mehr Bindungsprotein bedeutet, dass mehr Schilddrüsenhormon gebunden und damit weniger frei verfügbar ist. Deshalb kann sich der Schilddrüsenbedarf verändern, etwa unter der Pille, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Umgekehrt kann eine Schilddrüsenunterfunktion den Zyklus stören und Beschwerden verstärken, die wie ein reines Hormonproblem aussehen. Wer Zyklus- und Stimmungsbeschwerden hat, sollte die Schilddrüse mit im Blick behalten, statt sie isoliert zu betrachten.

Kann eine Östrogendominanz die Schilddrüse dämpfen?

Es gibt einen plausiblen Mechanismus dafür. Östrogen steigert in der Leber das Thyroxin-bindende Globulin. Steigt dieses Bindungsprotein, ist mehr Schilddrüsenhormon gebunden und weniger frei verfügbar. Bei einer ohnehin grenzwertigen Schilddrüse kann das den Bedarf an freiem Hormon erhöhen. Bei einem relativen Übergewicht von Östrogen gegenüber Progesteron, oft Östrogendominanz genannt, könnte dieser Effekt eine Rolle spielen. Querschnittsdaten deuten zudem darauf hin, dass ein höheres Östradiol-Progesteron-Verhältnis mit höheren Schilddrüsen-Autoantikörpern zusammenhängen kann. Das ist mechanistisch plausibel, aber nicht durch große kontrollierte Humanstudien bewiesen. Eine ärztliche Abklärung der Schilddrüse ist sinnvoll, bevor man Beschwerden allein dem Östrogen zuschreibt.

Warum trifft Hashimoto vor allem Frauen?

Autoimmunerkrankungen treten insgesamt deutlich häufiger bei Frauen auf. Eine große Kohortenstudie aus Großbritannien mit über 22 Millionen Menschen fand, dass Autoimmunerkrankungen Frauen häufiger betreffen als Männer. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis ist das Übergewicht der Frauen besonders ausgeprägt. Diskutiert werden mehrere Gründe: Sexualhormone wie Östrogen und Prolaktin können das Immunsystem beeinflussen, die Genetik auf dem X-Chromosom spielt eine Rolle, und hormonelle Umbrüche wie Schwangerschaft, Wochenbett und Wechseljahre fallen oft mit dem ersten Auftreten zusammen. Das erklärt nicht jeden Einzelfall, macht aber verständlich, warum die Schilddrüse bei Frauen so oft zum Thema wird.

Wie beeinflusst die Schilddrüse den Zyklus?

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Zyklus auf mehreren Wegen verändern. Eine Querschnittsstudie an fast 500 Frauen fand, dass eine ausgeprägte Unterfunktion mit verstärkten und veränderten Blutungen einhergehen kann. Möglich sind außerdem unregelmäßige Zyklen, Zyklen ohne Eisprung und in der Folge ein zu niedriges Progesteron in der zweiten Zyklushälfte. Auch das Stresshormonsystem und der Prolaktinspiegel können mitspielen. Deshalb gehört die Schilddrüse bei unklaren Zyklusstörungen mit in die Abklärung, statt nur die Sexualhormone zu betrachten.

Welche Schilddrüsenwerte sollte ich bei Hormonbeschwerden testen lassen?

Ein sinnvoller erster Schritt ist die Bestimmung von TSH. Ergänzend können die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sowie die Schilddrüsen-Autoantikörper TPO-Ak und Tg-Ak weiterhelfen, vor allem bei Verdacht auf eine Hashimoto-Thyreoiditis. Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse kann das Bild ergänzen. Wichtig ist der Zusammenhang: Ein einzelner Wert ohne Bezug zu Beschwerden, Zyklusphase und Lebenssituation sagt wenig. Deshalb gehört die Schilddrüsendiagnostik in ärztliche Hände, die den Befund einordnen, statt eine Zahl isoliert zu behandeln. Bei Kinderwunsch, in der Schwangerschaft oder nach der Geburt gelten zudem eigene Maßstäbe.

Was bedeuten TBG und SHBG für die Schilddrüse?

TBG steht für Thyroxin-bindendes Globulin, SHBG für Sexualhormon-bindendes Globulin. Beide werden in der Leber gebildet und transportieren Hormone im Blut. TBG bindet Schilddrüsenhormon, SHBG bindet Sexualhormone. Östrogen steigert die Bildung beider Proteine. Mehr Bindungsprotein bedeutet, dass mehr Hormon gebunden und damit kurzfristig weniger frei verfügbar ist. Bei gesunder Schilddrüse gleicht der Körper das meist aus. Bei einer grenzwertigen Schilddrüsenfunktion oder unter Schilddrüsenhormon-Einnahme kann der Bedarf jedoch steigen. Genau hier laufen Östrogen und Schilddrüse zusammen.

Beeinflusst die Pille die Schilddrüse?

Ja, das ist gut beschrieben. Der Östrogenanteil hormoneller Verhütung erhöht in der Leber die Bildung von Bindungsproteinen, darunter das Thyroxin-bindende Globulin. Dadurch steigt das gebundene Schilddrüsenhormon, während kurzfristig weniger frei verfügbar ist. Bei gesunder Schilddrüse fällt das meist nicht ins Gewicht. Bei Frauen mit einer grenzwertigen Schilddrüsenfunktion oder unter der Einnahme von Schilddrüsenhormon kann sich der Bedarf jedoch verändern. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Schilddrüsenwerte nach Beginn oder Absetzen der Pille ärztlich kontrollieren zu lassen.

Kann Selen bei Hashimoto helfen?

Die Datenlage ist gemischt. Mehrere Studien und Übersichtsarbeiten deuten darauf hin, dass Selen die Schilddrüsen-Autoantikörper (TPO-Ak) über einige Monate senken könnte. Eine Cochrane-Übersicht und eine neuere Übersicht systematischer Reviews betonen jedoch, dass die Qualität der Studien begrenzt ist und ein dauerhafter Nutzen für Wohlbefinden und Krankheitsverlauf nicht sicher belegt ist. Selen könnte also ein Baustein sein, ist aber kein Allheilmittel und ersetzt keine ärztliche Begleitung. Eine zu hohe Selenzufuhr ist nicht harmlos. Deshalb sollte die Einnahme vorher ärztlich besprochen werden.

Warum fühle ich mich erschöpft, obwohl meine Schilddrüsenwerte normal sind?

Erschöpfung hat viele mögliche Ursachen, und ein einzelner Normalwert schließt nicht jede davon aus. Ein TSH am oberen Rand des Normbereichs, vorhandene Schilddrüsen-Autoantikörper oder Schwankungen über den Zyklus können eine Rolle spielen, auch wenn die Standardwerte unauffällig wirken. Häufig liegt es aber nicht allein an der Schilddrüse. Eisenmangel, ein gestörter Schlaf, anhaltender Stress, ein niedriges Progesteron in der zweiten Zyklushälfte oder ein Vitamin-D-Mangel können das Bild mitprägen. Deshalb lohnt eine Abklärung, die das ganze System betrachtet, statt nur einen Wert.

Wann sollte ich mit Schilddrüsen- und Zyklusbeschwerden zum Arzt?

Anhaltende oder neue Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt, statt sie vorschnell einem Hormon zuzuschreiben. Dringlich abklären lassen solltest du: deutlich veränderte oder sehr starke Blutungen, ausbleibende Regel ohne Schwangerschaft über mehrere Monate, eine rasch wachsende oder schmerzhafte Schilddrüse, Schluckbeschwerden, starke Erschöpfung mit Gewichtsveränderung sowie Beschwerden in Schwangerschaft, Wochenbett oder bei Kinderwunsch. Hinter Schilddrüsen- und Zyklusbeschwerden können behandelbare Ursachen stecken. Eine gute Diagnostik nimmt deine Beschwerden ernst und schaut auf das ganze System, statt sie als normal abzutun.

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SJ
Geschrieben von

Shukri Jarmoukli

Arzt, Integrative Medizin, Klinische Psychoneuroimmunologie · ViveCura Berlin, Skalitzer Straße 137 · Schwerpunkt: weibliche Hormone als vernetztes System. Bei Schilddrüse und Sexualhormonen schaue ich nicht auf einen einzelnen Wert, sondern auf das Zusammenspiel von Östrogen, Progesteron, Leber und Immunsystem. Dieser Spoke stützt sich auf die Forschung zur Östrogen-Schilddrüsen-Wechselwirkung (Torre 2020, Journal of Endocrinological Investigation), auf die Mendelsche Randomisierung zu Schilddrüse und Sexualhormonen (Kjaergaard 2021, European Journal of Epidemiology), auf die große Autoimmun-Kohorte (Conrad 2023, Lancet), auf Zyklusstörungen bei Schilddrüsendysfunktion (Güngör Semiz 2024, Cureus) und auf die Schilddrüse rund um die Schwangerschaft (Lee 2022, Nature Reviews Endocrinology). Mein Anspruch ist eine Sprechstunde, die das ganze System ernst nimmt, nicht nur eine Zahl.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Torre F, Calogero AE, Condorelli RA, et al. Effects of oral contraceptives on thyroid function and vice versa. J Endocrinol Invest. 2020;43(9):1181-1188. doi:10.1007/s40618-020-01230-8 · PMID: 32219692 [Review]
  2. Kjaergaard AD, Marouli E, Papadopoulou A, et al. Thyroid function, sex hormones and sexual function: a Mendelian randomization study. Eur J Epidemiol. 2021;36(3):335-344. doi:10.1007/s10654-021-00721-z · PMID: 33548002 [Mendelsche Randomisierung]
  3. Conrad N, Misra S, Verbakel JY, et al. Incidence, prevalence, and co-occurrence of autoimmune disorders over time and by age, sex, and socioeconomic status: a population-based cohort study of 22 million individuals in the UK. Lancet. 2023;401(10391):1878-1890. doi:10.1016/S0140-6736(23)00457-9 · PMID: 37156255 [Kohorte, n=22 Mio.]
  4. Güngör Semiz G, Hekimsoy Z. Menstrual Cycle Characteristics in Women With and Without Thyroid Disease. Cureus. 2024;16(6):e62724. doi:10.7759/cureus.62724 · PMID: 39036195 [Kohorte, n=485]
  5. Arduc A, Aycicek Dogan B, Bilmez S, et al. High prevalence of Hashimoto's thyroiditis in patients with polycystic ovary syndrome: does the imbalance between estradiol and progesterone play a role? Endocr Res. 2015;40(4):204-210. doi:10.3109/07435800.2015.1015730 · PMID: 25822940 [Kohorte, n=86]
  6. Świechowicz B, Kasielska-Trojan A, Manning JT, Antoszewski B. Can Digit Ratio (2D:4D) Be Indicative of Predispositions to Autoimmune Thyroid Diseases in Women. Front Endocrinol (Lausanne). 2022;13:914471. doi:10.3389/fendo.2022.914471 · PMID: 35846322 [Case-Control]
  7. Lee SY, Pearce EN. Assessment and treatment of thyroid disorders in pregnancy and the postpartum period. Nat Rev Endocrinol. 2022;18(3):158-171. doi:10.1038/s41574-021-00604-z · PMID: 34983968 [Review]
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  9. Nordio M, Basciani S. Myo-inositol plus selenium supplementation restores euthyroid state in Hashimoto's patients with subclinical hypothyroidism. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2017;21(2 Suppl):51-59. PMID: 28724185 [RCT, n=168]
  10. Wang YS, Liang SS, Ren JJ, et al. The Effects of Selenium Supplementation in the Treatment of Autoimmune Thyroiditis: An Overview of Systematic Reviews. Nutrients. 2023;15(14):3194. doi:10.3390/nu15143194 · PMID: 37513612 [Meta-Analyse]
  11. van Zuuren EJ, Albusta AY, Fedorowicz Z, et al. Selenium supplementation for Hashimoto's thyroiditis. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(6):CD010223. doi:10.1002/14651858.CD010223.pub2 · PMID: 23744563 [Systematic Review]
Hinweis zur Evidenzlage: Dieser Spoke-Artikel verbindet gut belegte Zusammenhänge mit Bereichen, in denen die Forschung noch im Fluss ist. Solide beschrieben ist die Wirkung von Östrogen auf die Bindungsproteine TBG und SHBG und damit auf den Schilddrüsenhaushalt (Torre 2020) sowie der Zusammenhang von Schilddrüse und Sexualhormonen in genetischen Daten (Kjaergaard 2021). Gut belegt ist auch das häufigere Auftreten von Autoimmunerkrankungen bei Frauen (Conrad 2023) und der Zusammenhang von Schilddrüsenunterfunktion und Zyklusstörungen (Güngör Semiz 2024). Die Rolle einer Östrogendominanz für die Schilddrüse ist mechanistisch plausibel und durch Beobachtungsdaten gestützt (Arduc 2015, Świechowicz 2022), aber nicht durch große kontrollierte Humanstudien bewiesen. Für Selen bei Hashimoto ist die Evidenz gemischt und durch Studienqualität begrenzt (van Zuuren 2013, Wang 2023, Nordio 2017). Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, neuen oder ungewöhnlichen Beschwerden, bei veränderten oder sehr starken Blutungen, bei einer rasch wachsenden oder schmerzhaften Schilddrüse, bei starker Erschöpfung mit Gewichtsveränderung oder bei Beschwerden in Schwangerschaft, Wochenbett oder bei Kinderwunsch sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

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