Ratgeber Heilpflanzen · Adaptogene und Erschöpfung

Rhodiola rosea Wirkung: Rosenwurz bei mentaler Erschöpfung und Konzentrationsschwäche

Eine Wurzel aus dem hohen Norden, die in Studien bei stressbedingter Müdigkeit und Konzentration untersucht wurde. Was die Daten zeigen, wo sie dünn sind und warum Rosenwurz nicht dasselbe ist wie Ashwagandha.

Stress-Erschöpfung Konzentration Salidrosid Nerven-Immun-Achse vs. Ashwagandha
Shukri Jarmoukli · Arzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin
Mein Ausgangspunkt

Erschöpfung ist kein Charakterfehler. Sie ist ein Signal deines Nervensystems, das zu lange auf Hochtouren lief. Eine Pflanze kann dieses Signal leiser machen. Zuhören musst du trotzdem selbst.

Ich wette, du kennst diesen Moment. Es ist 15 Uhr. Du liest denselben Absatz zum dritten Mal. Die Worte gleiten an dir ab wie Regen an einer Scheibe.

Du hast eigentlich genug geschlafen. Zumindest auf dem Papier. Trotzdem fühlt sich dein Kopf an wie ein Browser mit vierzig offenen Tabs. Alles lädt. Nichts funktioniert richtig.

Irgendwann stößt du auf den Namen Rhodiola. Rosenwurz. Goldwurzel. Ein Adaptogen, das angeblich Energie und Fokus bringt. Und vielleicht fragst du dich, ob das nicht dasselbe ist wie Ashwagandha, das deine Freundin gegen Stress nimmt.

Die kurze Antwort: Nein. Die lange Antwort steht in diesem Artikel. Ich zeige dir, was Studien zur Rhodiola rosea Wirkung bei mentaler Erschöpfung tatsächlich beobachtet haben, wo die Daten schwach sind, und für welchen Erschöpfungstyp die Pflanze überhaupt in Frage kommen könnte.

Was dich hier erwartet

  • Was Rosenwurz ist und woher sie kommt
  • Was Studien bei Stress-Erschöpfung zeigen
  • Ehrlich: Studien, die nichts fanden
  • Mechanismen: Cortisol, Botenstoffe, Energie
  • Die Nerven-Immun-Achse durch die KPNI-Linse
  • Rhodiola vs. Ashwagandha: aktivierend vs. beruhigend
  • Ausdauer und körperliche Leistung
  • Sicherheit und Wechselwirkungen
Evidenz-Marker: Klinische Studie am Menschen Beobachtung, offene Studie Tierstudie Zellkultur

Was ist Rosenwurz eigentlich?

Stell dir eine Pflanze vor, die auf kargen Felsen in Skandinavien, Sibirien und den Alpen wächst. Kälte, Wind, wenig Nährstoffe. Sie überlebt dort, wo andere aufgeben. Genau dieses Bild hat Rhodiola rosea ihren Ruf eingebracht.

Medizinisch genutzt wird der Wurzelstock. Er duftet beim Anschneiden leicht nach Rosen, daher der Name. In der Volksmedizin Nordeuropas und Russlands wurde er seit Jahrhunderten bei Müdigkeit und Schwäche eingesetzt.

Ein Review von Alexander Panossian und Kollegen zählte 2010 rund 140 Inhaltsstoffe im Wurzelstock. Zwei Gruppen stehen im Fokus der Forschung: Salidrosid und die Rosavine. Die Rosavine gelten als typisch für die Art Rhodiola rosea. Salidrosid kommt auch in verwandten Rhodiola-Arten vor.

Ein Adaptogen ist kein Energydrink. Die Idee dahinter: eine Substanz, die deinem System helfen könnte, sich an Belastung anzupassen, statt es einfach hochzupeitschen.

Wichtig für deine Einordnung: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA führt Rosenwurz über ihren Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei Stresssymptomen wie Müdigkeit und Schwächegefühl. Ein Review von Psychiatern aus Deutschland, der Schweiz und Österreich beschreibt Rosenwurz als das wichtigste Adaptogen mit dieser Einstufung. „Traditionell" bedeutet dabei: Die Zulassung stützt sich auf lange Anwendungserfahrung, nicht auf einen klinischen Wirksamkeitsnachweis.

Der Perspektivwechsel

„Pflanzlich und traditionell" klingt nach sanft und harmlos. Es bedeutet aber nur, dass die Anwendung alt ist. Über die Stärke der Wirkung sagt es wenig aus.

Deshalb lohnt sich der Blick in die Studien. Und zwar auch in die, die nichts gefunden haben.

Und jetzt weißt du, warum der Begriff „Adaptogen" allein noch keine Kaufentscheidung rechtfertigt.

Kann Rhodiola bei stressbedingter Erschöpfung helfen?

Kurz erklärt: Müde ist nicht gleich erschöpft

Schläfrigkeit bedeutet: Du könntest jederzeit einschlafen. Stress-Erschöpfung bedeutet: Du bist leer, kannst dich schlecht konzentrieren, findest aber oft trotzdem keine Ruhe.

Genau dieses zweite Bild, die erschöpfte Konzentration nach Dauerstress, ist das Feld, in dem Rosenwurz am häufigsten untersucht wurde.

Die wichtigste Studie für diese Frage kommt aus Schweden.

Burnout mit Erschöpfungssyndrom RCT, n=60

Ein Team um Erik Olsson von der Universität Uppsala gab 60 Menschen mit stressbedingtem Erschöpfungssyndrom 28 Tage lang entweder den Rosenwurz-Extrakt SHR-5 oder Placebo. Beide Gruppen verbesserten sich deutlich, ein klassischer Placeboeffekt. Im direkten Vergleich schnitt die Rosenwurz-Gruppe aber besser ab: bei der Burnout-Skala, bei mehreren Aufmerksamkeitswerten und bei der Cortisol-Antwort nach dem Aufwachen.

Für dich heißt das: Bei echter Stress-Erschöpfung könnte Rosenwurz einen Effekt über Placebo hinaus haben. Mit 60 Teilnehmenden und 4 Wochen ist das aber ein Hinweis, kein Beweis.

Olsson EM, von Schéele B, Panossian AG. Planta Med. 2009;75(2):105-112. DOI: 10.1055/s-0028-1088346
Ärztinnen und Ärzte im Nachtdienst RCT, Crossover, n=56

Forschende aus Jerewan untersuchten 56 junge Ärztinnen und Ärzte während ihrer Nachtdienste. Über je zwei Wochen nahmen sie niedrig dosierten Rosenwurz-Extrakt oder Placebo und absolvierten Tests zu Kurzzeitgedächtnis, Rechnen und Konzentration.

In den ersten beiden Wochen schnitt die Rosenwurz-Phase signifikant besser ab. Das passt zur Idee, dass die Pflanze vor allem unter akuter Belastung die geistige Leistungsfähigkeit stützen könnte.

Darbinyan V et al. Phytomedicine. 2000;7(5):365-371. DOI: 10.1016/S0944-7113(00)80055-0
Kadetten unter Müdigkeit und Stress RCT, n=161

In Russland erhielten 161 junge Kadetten eine Einzeldosis Rosenwurz-Extrakt in zwei Stärken oder Placebo. Gemessen wurde ein Index für geistige Ermüdung. Beide Rosenwurz-Gruppen schnitten deutlich besser ab als Placebo, ohne Unterschied zwischen den Dosen.

Interessant: Die Autoren beschreiben die Standarddosis ausdrücklich in der Tradition eines Psychostimulans. Das ist ein Schlüssel für den späteren Vergleich mit Ashwagandha.

Shevtsov VA et al. Phytomedicine. 2003;10(2-3):95-105. DOI: 10.1078/094471103321659780

Dazu kommt eine große offene Studie aus dem deutschsprachigen Raum. Siegfried Kasper aus Wien und Angelika Dienel behandelten 118 Menschen mit Burnout-Symptomen 12 Wochen lang mit einem Rosenwurz-Extrakt. Die meisten Skalen verbesserten sich, einige schon nach einer Woche. Wichtig: Es gab keine Placebogruppe, und eine der Autorinnen arbeitete beim Hersteller. Die Studie war ausdrücklich als Vorbereitung für spätere kontrollierte Studien gedacht.

Der Perspektivwechsel

Im schwedischen Burnout-Versuch wurde auch die Placebogruppe deutlich besser. Das ist keine Schwäche der Studie. Es zeigt, wie stark Zuwendung, Struktur und die Erwartung von Besserung bei Erschöpfung sind.

Rosenwurz könnte einen kleinen Zusatzeffekt obendrauf liefern. Das Fundament bauen andere Dinge.

Und jetzt weißt du, warum ich bei Erschöpfung nie nur über eine Pflanze spreche.

Die ehrliche Seite: Studien, die nichts fanden

Vielleicht hast du schon Präparate ausprobiert, die online wie Wundermittel beschrieben wurden. Und dann? Nichts. Dieses Gefühl ist wichtig. Denn auch in der Forschung zu Rosenwurz gibt es ernüchternde Ergebnisse.

Schichtarbeit in der Pflegeausbildung RCT, n=48

Ein Team der Universität Alberta gab 48 Pflegestudierenden im Schichtdienst 42 Tage lang Rosenwurz oder Placebo. Das Ergebnis überraschte: Bei der Vitalität und auf der Erschöpfungsskala schnitt am Ende die Placebogruppe besser ab.

Die Autoren mahnen selbst zur vorsichtigen Deutung. Für dich zeigt die Studie aber: Rosenwurz ist kein Selbstläufer, und Schichtarbeit mit gestörtem Rhythmus ist womöglich ein anderes Problem als Stress-Erschöpfung.

Punja S, Shamseer L, Olson K, Vohra S. PLoS One. 2014;9(9):e108416. DOI: 10.1371/journal.pone.0108416
Was Übersichtsarbeiten sagen Systematische Reviews, je k=11

Ein Team aus Alberta sichtete 2012 elf kontrollierte Studien zu körperlicher und geistiger Erschöpfung. Drei von fünf Studien zur mentalen Erschöpfung fanden einen Nutzen, aber alle Studien hatten ein hohes oder unklares Verzerrungsrisiko. Eine Gruppe um Edzard Ernst kam 2011 mit ebenfalls elf Studien zu einem ähnlichen Schluss: mögliche Vorteile, aber zu wenige unabhängige Wiederholungen.

Die Datenlage ist also widersprüchlich. Das Signal ist da, aber es ist leise und braucht bessere Studien.

Ishaque S et al. BMC Complement Altern Med. 2012;12:70. DOI: 10.1186/1472-6882-12-70 · Hung SK, Perry R, Ernst E. Phytomedicine. 2011;18(4):235-244. DOI: 10.1016/j.phymed.2010.08.014

Auch eine neuere Studie aus Granada dämpft die Erwartungen an den Kopf. Achtzehn junge Erwachsene nahmen vier Tage lang Rosenwurz oder Placebo und wurden danach durch einen Konzentrationstest mental ermüdet. Auf die mentale Ermüdung und die visuelle Verarbeitung hatte Rosenwurz nur sehr kleine Effekte. Die Autoren sahen den Nutzen eher bei der körperlichen Kraftleistung.

Was belegt ist und was nicht

Belegt durch mehrere kleine RCTs: Hinweise auf weniger Erschöpfung und bessere Konzentration unter akutem Stress und bei stressbedingtem Erschöpfungssyndrom.

Widersprüchlich: Effekte bei gesunden Menschen ohne Stressbelastung und bei Schichtarbeit.

Offen: große, unabhängige Langzeitstudien über mehrere Monate.

Und jetzt weißt du, warum ich Rosenwurz nicht als Lösung, sondern als mögliche Unterstützung einordne.

Wie könnte Rosenwurz im Körper wirken?

Stell dir dein Stresssystem wie einen Rauchmelder vor. Bei Gefahr soll er laut sein. Nach Monaten Dauerstress schlägt er aber schon bei Toastgeruch an. Und irgendwann ist die Batterie leer. Genau zwischen diesen Zuständen pendeln viele erschöpfte Menschen.

Die Forschung beschreibt für Rosenwurz mehrere mögliche Angriffspunkte. Panossian und Kollegen fassten 2010 zusammen: Einfluss auf die Stressachse mit eher dämpfender Wirkung auf Cortisol, auf Stress-Signalwege in der Zelle und auf zelluläre Schutzproteine wie Hitzeschockproteine.

1

Hypothalamus und Hypophyse

Dauerstress hält die Stressachse im Alarmmodus. Studien deuten darauf hin, dass Rosenwurz die Cortisol-Antwort dämpfen könnte, wie im schwedischen Burnout-Versuch beim Aufwachen gemessen.

↓
2

Botenstoffe im Gehirn

In Tier- und Zellstudien werden Effekte auf Botenstoffsysteme und ihre Rezeptoren beschrieben, die an Stimmung, Antrieb und Aufmerksamkeit beteiligt sind.

↓
3

Zelluläre Stressabwehr

Schutzproteine wie Hitzeschockproteine helfen Zellen, Belastung zu überstehen. Rosenwurz scheint sie in Laborstudien zu beeinflussen.

↓
4

Immunsystem und Entzündung

Im Tiermodell konnte Salidrosid die Aktivierung der Immunzellen des Gehirns dämpfen. Das ist der Brückenschlag zur Nerven-Immun-Achse.

Ein Review von Jay Amsterdam aus Pennsylvania und Panossian beschreibt 2016 ein Netzwerk aus Effekten auf neuroendokrine, immunologische und Botenstoff-Systeme. Das klingt groß. Bedenke aber: Diese Mechanismen stammen überwiegend aus Labor- und Tierstudien.

Ein Gegenbeispiel aus der Muskelforschung ist lehrreich. Forschende der US Air Force gaben trainierten Männern vier Tage lang Rosenwurz und maßen mit Magnetresonanz die Energieerholung im Muskel. Es fand sich kein Unterschied zu Placebo. Die oft behauptete „Energiespritze für die Zelle" ließ sich dort also nicht zeigen.

Der Perspektivwechsel

Rosenwurz ist vermutlich kein Treibstoff, den du nachfüllst. Eher ein Dämpfer für den überempfindlichen Rauchmelder.

Wenn das stimmt, liegt der Nutzen nicht in mehr Energie aus dem Nichts, sondern in weniger Energieverlust durch Daueralarm.

Und jetzt weißt du, warum die Pflanze bei stressbedingter Erschöpfung eher in Frage kommt als bei Müdigkeit aus anderen Gründen.

Die Nerven-Immun-Achse: Erschöpfung durch die KPNI-Linse

Kennst du das Gefühl, krank zu sein, ohne krank zu sein? Schwere Glieder, Rückzug, Nebel im Kopf. Wie bei einer Grippe, nur ohne Fieber. Die klinische Psychoneuroimmunologie hat dafür eine Erklärung, die vielen Menschen den Druck nimmt.

Dein Immunsystem und dein Gehirn sprechen ständig miteinander. Bei einer Infektion schicken Immunzellen Botenstoffe ins Gehirn. Das Gehirn antwortet mit Krankheitsverhalten: Müdigkeit, Lustlosigkeit, Rückzug. Das ist klug. Dein Körper spart Energie für die Abwehr.

Chronischer Stress kann dieses Programm leise anschalten, ohne dass eine Infektion da ist. Die Mikroglia, die Immunzellen deines Gehirns, wechseln dann in einen gereizten Zustand. Das Nervensystem spürt den Nebel. Das Immunsystem hält eine stille Entzündung am Laufen. Der Stoffwechsel leitet Energie um. Das Hormonsystem mit seinem Cortisol verliert seinen klaren Tagesrhythmus.

Salidrosid und die Immunzellen des Gehirns In vivo, Maus In vitro

Ein Team aus Tianjin setzte Mäuse chronisch unvorhersehbarem Stress aus und behandelte sie mit Salidrosid. Die Tiere zeigten weniger depressionsähnliches Verhalten, und im Hippocampus waren deutlich weniger aktivierte Mikroglia zu sehen. In Zellkulturen dämpfte Salidrosid entzündliche Signalwege und die Ausschüttung entzündlicher Botenstoffe.

Das ist biologisch plausibel und passt zur KPNI-Sicht. Beim Menschen ist es noch nicht abschließend belegt.

Fan Y, Bi Y, Chen H. Front Pharmacol. 2021;12:635762. DOI: 10.3389/fphar.2021.635762

Energie ist kein Luxus. Energie ist Freiheit. Die Freiheit, am Abend noch ein Gespräch zu führen, ein Buch zu lesen oder einfach präsent zu sein. Darum geht es mir bei Erschöpfung, nicht nur um einen Laborwert.

Aus der KPNI-Sicht ergibt sich eine wichtige Konsequenz. Wenn hinter deiner Erschöpfung eine stille Entzündung, ein Eisenmangel, eine Schilddrüsenstörung, eine Schlafapnoe oder ein Long-Covid-Geschehen steckt, kann keine Pflanze diese Ursache ersetzen. Rosenwurz würde dann bestenfalls ein Symptom etwas leiser stellen.

Der Perspektivwechsel

Erschöpfung ist oft kein Mangel an Willen, sondern ein Schutzprogramm. Dein Körper bremst, weil er etwas als Bedrohung wertet.

Die erste Frage ist deshalb nicht „Was gibt mir Energie?", sondern „Wovor schützt mich mein Körper gerade?"

Und jetzt weißt du, warum eine Abklärung der Ursachen vor jeder Pflanze kommt.

Rhodiola oder Ashwagandha: aktivierend oder beruhigend?

Im Regal stehen beide nebeneinander. Beide heißen Adaptogen. Beide versprechen weniger Stress. Viele Präparate kombinieren sie sogar. Und genau hier entsteht die größte Verwirrung.

Stell dir zwei Regler vor. Der eine heißt Antrieb. Der andere heißt Ruhe. Rosenwurz scheint eher am ersten zu drehen, Ashwagandha eher am zweiten. Wer beides gleichzeitig hochdreht, weiß hinterher oft nicht, was eigentlich gewirkt hat.

Rhodiola rosea

  • Traditionell als mildes Anregungsmittel eingeordnet
  • Studien vor allem zu Müdigkeit, Konzentration, Leistungsfähigkeit unter Stress
  • Passt eher zum Bild: leer, unkonzentriert, antriebsarm
  • In Studien meist morgens oder vormittags eingenommen
  • Wechselwirkung über CYP2C9 beim Menschen gezeigt

Ashwagandha

  • Eher beruhigend, in Studien bei Stress, Angst und Schlaf untersucht
  • Hinweise auf gesenktes Cortisol unter Dauerstress
  • Passt eher zum Bild: angespannt, überdreht, schlecht schlafend
  • Häufig abends eingesetzt
  • Fallberichte zu Schilddrüse und Leber
Zur Gegenprobe: Ashwagandha bei Stress RCT, n=64

Ein Team aus Hyderabad gab 64 gestressten Erwachsenen 60 Tage lang einen Ashwagandha-Wurzelextrakt oder Placebo. In der Ashwagandha-Gruppe sanken Stress- und Angstwerte sowie das Cortisol im Blut deutlich stärker.

Das Profil ist also ein anderes: Ashwagandha wurde vor allem als Beruhiger der Stressachse untersucht, Rosenwurz eher bei erschöpfter Leistungsfähigkeit.

Chandrasekhar K, Kapoor J, Anishetty S. Indian J Psychol Med. 2012;34(3):255-262. DOI: 10.4103/0253-7176.106022

Ein systematischer Review aus Lublin hat 2025 randomisierte Studien zu beiden Pflanzen zusammengetragen. Insgesamt 24 Studien erfüllten die Kriterien, mit Dosierungen und Laufzeiten zwischen 3 und 16 Wochen. Die Autoren beschreiben für beide Pflanzen Hinweise auf weniger Stress und bessere psychische Belastbarkeit, betonen aber kurze Laufzeiten, kleine Gruppen und uneinheitliche Methoden.

Der Perspektivwechsel

Die Frage ist nicht „Welches Adaptogen ist besser?", sondern „Welcher Erschöpfungstyp bin ich gerade?"

Wer überdreht ist und nachts grübelt, braucht vermutlich keinen zusätzlichen Antrieb. Wer leer ist und morgens nicht in Gang kommt, braucht vermutlich nicht noch mehr Dämpfung.

Mehr zu den Unterschieden innerhalb der Adaptogene findest du in meinem Artikel Adaptogene erklärt. Was Ashwagandha kann und für wen es sinnvoll ist, steht in meinem Ashwagandha-Grundlagenartikel.

Und jetzt weißt du, warum ich beide Pflanzen nie in einen Topf werfe.

Ausdauer und Körper: Was Sportstudien zeigen

Vielleicht merkst du die Erschöpfung nicht nur im Kopf. Treppen fühlen sich steiler an. Das Training, das früher Energie gab, raubt sie jetzt. Rosenwurz wurde auch hier untersucht, vor allem bei jungen, gesunden Sportlerinnen und Sportlern.

Metaanalyse zur Ausdauer Meta-Analyse, k=26, n=668

Ein chinesisch-malaysisches Team wertete 2025 26 randomisierte Studien mit 668 gesunden Teilnehmenden aus, im Mittel 22 Jahre alt. Unter Rosenwurz verbesserten sich die maximale Sauerstoffaufnahme, die Zeit bis zur Erschöpfung und die Zeitfahrleistung leicht. Laktat und Creatinkinase, ein Marker für Muskelbelastung, fielen niedriger aus. Entzündungsmarker wie Interleukin 6 und CRP veränderten sich nicht.

Die Autoren mahnen wegen großer Unterschiede zwischen den Studien zur Vorsicht. Für dich gilt: Das sind Daten von trainierten jungen Menschen, nicht von Menschen mit krankhafter Erschöpfung.

Wang X, Yang X, Gao Z, Zeng J, Liu Y. Front Nutr. 2025;12:1645346. DOI: 10.3389/fnut.2025.1645346

Eine Fußballstudie aus Peking von 2026 fand nach vier Wochen zusätzlich schnellere Reaktionen und bessere Entscheidungen unter Ermüdung. Spannend, aber auch hier sind es 24 junge Männer. Die Brücke zum Büroalltag eines erschöpften Menschen ist lang.

Der Perspektivwechsel

Bei Erschöpfung ist mehr Leistung selten das Ziel. Das Ziel ist, dass Belastung dich weniger kostet.

Wenn du nach leichter Bewegung tagelang einbrichst, ist das ein Warnsignal, das ärztlich abgeklärt gehört. Dann ist Schonung des Energiebudgets wichtiger als jedes Adaptogen.

Und jetzt weißt du, warum Sportdaten nur einen Teil der Geschichte erzählen.

Sicherheit, Depression und Wechselwirkungen

Pflanzlich heißt nicht wirkungslos. Und was wirken kann, kann auch Nebenwirkungen haben. Das gilt für Rosenwurz genauso wie für jede Tablette.

Rosenwurz gegen Sertralin RCT, n=57

Jun Mao und Kollegen von der University of Pennsylvania verglichen über 12 Wochen Rosenwurz, das Antidepressivum Sertralin und Placebo bei leichter bis mittelschwerer Depression. Sertralin senkte die Symptome am stärksten, Rosenwurz kaum mehr als Placebo, statistisch unterschieden sich die Gruppen nicht sicher. Dafür berichteten unter Sertralin 63 Prozent von Nebenwirkungen, unter Rosenwurz 30 Prozent und unter Placebo 17 Prozent.

Für dich bedeutet das: Rosenwurz wurde gut vertragen, ist aber kein Ersatz für eine Depressionsbehandlung.

Mao JJ et al. Phytomedicine. 2015;22(3):394-399. DOI: 10.1016/j.phymed.2015.01.010
Ein Leberenzym wird gebremst RCT, Crossover, n=13

Ein Team aus Trondheim gab 13 gesunden Freiwilligen 14 Tage lang ein handelsübliches Rosenwurz-Präparat und prüfte danach den Abbau mehrerer Testmedikamente. Das Leberenzym CYP2C9 arbeitete um etwa 21 Prozent langsamer. Die übrigen geprüften Enzyme blieben unbeeinflusst.

Der Effekt ist moderat. Er könnte aber relevant werden bei Medikamenten mit enger therapeutischer Breite, die über CYP2C9 abgebaut werden, etwa Warfarin oder Phenytoin.

Thu OK, Spigset O, Nilsen OG, Hellum B. Eur J Clin Pharmacol. 2016;72(3):295-300. DOI: 10.1007/s00228-015-1988-7
Hier gehört Rosenwurz in die ärztliche Absprache
  • Bei Blutverdünnern wie Warfarin oder bei Antiepileptika
  • Bei Antidepressiva oder anderen Psychopharmaka
  • Bei bipolarer Störung, da anregende Substanzen kritisch sein können
  • Bei Blutdruck- oder Blutzuckermedikamenten, da Daten fehlen
  • In Schwangerschaft und Stillzeit, da es keine ausreichenden Daten gibt
  • Bei Einschlafproblemen, da eine späte Einnahme anregen könnte
Ein Wort zur Qualität

Die meisten positiven Studien verwendeten standardisierte Extrakte mit definiertem Gehalt an Rosavinen und Salidrosid. Viele Produkte im Handel sind nicht vergleichbar. Manche enthalten andere Rhodiola-Arten. Ein Ergebnis aus einer Studie lässt sich deshalb nicht automatisch auf jede Kapsel übertragen.

Der Perspektivwechsel

Gute Verträglichkeit in kurzen Studien ist ein beruhigendes Zeichen. Sie ist aber kein Freifahrtschein für monatelange Selbstbehandlung.

Jede Substanz, die du regelmäßig nimmst, gehört auf deinen Medikationsplan. Auch die aus der Drogerie.

Und jetzt weißt du, warum ich Rosenwurz nie ohne Blick auf deine übrigen Medikamente einordne.

Was du jetzt konkret tun kannst

Du musst nicht heute eine Kapsel bestellen. Du kannst heute etwas Wichtigeres tun: deine Erschöpfung ernst nehmen und einordnen.

Drei Hebel für die nächsten Tage

  • Bestimme deinen Erschöpfungstyp. Notiere eine Woche lang, ob du eher leer und antriebsarm bist oder eher angespannt und überdreht. Diese Unterscheidung entscheidet über die Richtung.
  • Lass die Ursachen prüfen, bevor du Symptome dämpfst. Blutbild, Ferritin, Schilddrüse, Vitamin B12, Vitamin D und Entzündungswerte sind ein sinnvoller Anfang. Schnarchen, Atemaussetzer oder Einbrüche nach Belastung gehören angesprochen.
  • Sprich jede Pflanze mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab. Bring deinen Medikationsplan mit, besonders bei Antidepressiva, Blutverdünnern oder Schilddrüsenhormonen.

Wenn du dich in der Erschöpfung nach langem Stress wiederfindest, lies auch meinen Artikel über Adaptogene bei Burnout und die Idee der Nebennierenschwäche. Wenn du nicht nur lesen, sondern direkt loslegen willst: Unterhalb dieses Artikels findest du die Möglichkeit, einen Termin zu buchen.

Häufige Fragen zu Rhodiola rosea

Was ist die Wirkung von Rhodiola rosea?

Rhodiola rosea, auf Deutsch Rosenwurz, wird als Adaptogen eingeordnet. Gemeint ist eine Pflanze, die die Anpassung an Belastung unterstützen könnte. In kontrollierten Studien zeigten sich vor allem Hinweise auf weniger Erschöpfung und eine bessere Konzentration unter Stress, etwa bei Menschen mit stressbedingtem Erschöpfungssyndrom. Die Studienlage ist allerdings uneinheitlich. Zwei systematische Reviews beschreiben positive Signale, aber auch methodische Schwächen vieler Studien. Rosenwurz kann also ein Baustein sein, ersetzt aber keine Ursachensuche.

Kann Rosenwurz bei Burnout helfen?

Es gibt Hinweise, aber keinen Beweis. In einer schwedischen randomisierten Studie an 60 Menschen mit stressbedingtem Erschöpfungssyndrom verbesserten sich unter dem Extrakt SHR-5 über 28 Tage Erschöpfungswerte und Aufmerksamkeit stärker als unter Placebo. Eine offene Studie an 118 Menschen mit Burnout-Symptomen zeigte über 12 Wochen Verbesserungen in vielen Skalen, hatte aber keine Placebogruppe. Burnout ist ein vielschichtiges Geschehen. Rosenwurz kann dort höchstens ein Teil eines größeren Plans sein.

Was ist der Unterschied zwischen Rhodiola und Ashwagandha?

Beide werden Adaptogene genannt, ziehen aber in unterschiedliche Richtungen. Rhodiola wurde in der traditionellen Anwendung als mildes Anregungsmittel beschrieben und in Studien vor allem bei Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentration untersucht. Ashwagandha wurde vor allem bei Stress, Angst und Schlaf untersucht und gilt eher als beruhigend. Vereinfacht: Rhodiola passt eher zum Bild leer und unkonzentriert, Ashwagandha eher zum Bild angespannt und überdreht. Die Einordnung sollte individuell erfolgen.

Kann man Rhodiola und Ashwagandha zusammen nehmen?

Kontrollierte Studien zur Kombination fehlen. Theoretisch kombinieren manche Präparate beide Pflanzen, weil sie unterschiedliche Profile haben. Gerade weil die eine eher anregt und die andere eher dämpft, kann eine Kombination aber auch das Bild verwischen, und du weißt hinterher nicht, was was bewirkt hat. Bei Ashwagandha kommen bekannte Risiken für Schilddrüse und Leber hinzu. Ich würde eine Kombination nur ärztlich begleitet und nach einer klaren Einordnung deines Erschöpfungstyps erwägen.

Wann kannst du mit einer Wirkung von Rosenwurz rechnen?

Das hängt von der Fragestellung ab. In einer russischen Studie an 161 Kadetten zeigte sich schon nach einer Einzeldosis ein messbarer Effekt auf die geistige Leistungsfähigkeit unter Müdigkeit. In der offenen Burnout-Studie verbesserten sich einige Werte bereits nach einer Woche. Die meisten kontrollierten Studien liefen über 2 bis 12 Wochen. Wenn sich nach einigen Wochen gar nichts verändert, ist das eine wichtige Information und kein Grund, die Menge eigenmächtig zu steigern.

Welche Nebenwirkungen hat Rhodiola rosea?

In den kontrollierten Studien wurden meist nur wenige und leichte Nebenwirkungen berichtet. In einer US-Studie bei Depression berichteten 30 Prozent unter Rosenwurz von Nebenwirkungen, 63 Prozent unter Sertralin und 17 Prozent unter Placebo. Weil Rosenwurz eher anregend eingeordnet wird, sind Unruhe oder Einschlafprobleme bei später Einnahme denkbar. Langzeitdaten über viele Monate fehlen weitgehend. In Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Daten.

Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Ja, das ist möglich. In einer norwegischen Studie an 13 gesunden Menschen hemmte ein Rosenwurz-Präparat über 14 Tage das Leberenzym CYP2C9 um etwa 21 Prozent. Über dieses Enzym werden zum Beispiel Warfarin und Phenytoin abgebaut, also Medikamente mit enger therapeutischer Breite. Andere geprüfte Enzyme blieben unbeeinflusst. Bei Antidepressiva, Blutverdünnern, Blutdruck- oder Blutzuckermedikamenten gehört Rosenwurz deshalb auf den Medikationsplan und in die ärztliche Absprache.

Kann Rhodiola Antidepressiva ersetzen?

Nein. In einer randomisierten Studie aus Pennsylvania mit 57 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Depression schnitt Sertralin bei der Symptomlinderung besser ab als Rosenwurz, wobei sich die Gruppen statistisch nicht sicher unterschieden. Rosenwurz wurde dafür besser vertragen. Eine Depression gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Ein laufendes Antidepressivum solltest du niemals eigenmächtig gegen eine Pflanze tauschen.

Verbessert Rhodiola die körperliche Ausdauer?

Eine Metaanalyse von 2025 mit 26 randomisierten Studien und 668 gesunden, meist jungen Teilnehmenden fand kleine Verbesserungen der maximalen Sauerstoffaufnahme, der Zeit bis zur Erschöpfung und der Zeitfahrleistung. Außerdem sanken Laktat und Creatinkinase nach Belastung. Die Autoren mahnen wegen großer Unterschiede zwischen den Studien zu vorsichtiger Interpretation. Für Menschen mit krankhafter Erschöpfung lassen sich diese Sportdaten nicht direkt übertragen.

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SJ

Shukri Jarmoukli

Arzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin

Ich arbeite in meiner Privatpraxis in Berlin-Kreuzberg mit Menschen, bei denen die Standarddiagnostik keine befriedigende Antwort gefunden hat. Mein Zugang verbindet klassische Medizin mit klinischer Psychoneuroimmunologie, funktioneller Diagnostik und Lebensstilmedizin. Nicht als Gegensatz zur Schulmedizin, sondern als Erweiterung.

Bei Erschöpfung interessiert mich zuerst die Ursache und dann die Frage, welche Unterstützung zu welchem Menschen passt. Heilpflanzen sind dabei ein Werkzeug unter vielen, mit Stärken und Grenzen.

Privatpraxis Shukri Jarmoukli · Skalitzer Straße 137, 10999 Berlin · vivecura.com

Quellen

  1. Olsson EM, von Schéele B, Panossian AG. A randomised, double-blind, placebo-controlled, parallel-group study of the standardised extract SHR-5 of the roots of Rhodiola rosea in the treatment of subjects with stress-related fatigue. Planta Med. 2009;75(2):105-112. DOI: 10.1055/s-0028-1088346 [RCT, n=60]
  2. Darbinyan V, Kteyan A, Panossian A, Gabrielian E, Wikman G, Wagner H. Rhodiola rosea in stress induced fatigue: a double blind cross-over study of a standardized extract SHR-5 with a repeated low-dose regimen on the mental performance of healthy physicians during night duty. Phytomedicine. 2000;7(5):365-371. DOI: 10.1016/S0944-7113(00)80055-0 [RCT, Crossover, n=56]
  3. Shevtsov VA, Zholus BI, Shervarly VI et al. A randomized trial of two different doses of a SHR-5 Rhodiola rosea extract versus placebo and control of capacity for mental work. Phytomedicine. 2003;10(2-3):95-105. DOI: 10.1078/094471103321659780 [RCT, n=161]
  4. Kasper S, Dienel A. Multicenter, open-label, exploratory clinical trial with Rhodiola rosea extract in patients suffering from burnout symptoms. Neuropsychiatr Dis Treat. 2017;13:889-898. DOI: 10.2147/NDT.S120113 [Real-World, offene einarmige Studie, n=118]
  5. Punja S, Shamseer L, Olson K, Vohra S. Rhodiola rosea for mental and physical fatigue in nursing students: a randomized controlled trial. PLoS One. 2014;9(9):e108416. DOI: 10.1371/journal.pone.0108416 [RCT, n=48]
  6. Ishaque S, Shamseer L, Bukutu C, Vohra S. Rhodiola rosea for physical and mental fatigue: a systematic review. BMC Complement Altern Med. 2012;12:70. DOI: 10.1186/1472-6882-12-70 [Systematischer Review, k=11]
  7. Hung SK, Perry R, Ernst E. The effectiveness and efficacy of Rhodiola rosea L.: a systematic review of randomized clinical trials. Phytomedicine. 2011;18(4):235-244. DOI: 10.1016/j.phymed.2010.08.014 [Systematischer Review, k=11 RCTs]
  8. Marcos-Frutos D, Leban Ž, Li Z et al. The impact of Rhodiola rosea extract on strength performance in alternative bench-press and bench-pull exercises under resting and mental fatigue conditions: a randomized, triple-blinded, placebo-controlled, crossover trial. Nutrients. 2025;17(6):940. DOI: 10.3390/nu17060940 [RCT, Crossover, n=18]
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Zur Einordnung der Evidenz: Zu Rosenwurz bei stressbedingter Erschöpfung und Konzentration existieren mehrere randomisierte Studien, die meisten davon klein, kurz und teils mit Beteiligung von Herstellern. Systematische Reviews bewerten die Datenlage als widersprüchlich und methodisch verbesserungsbedürftig. Die Aussagen zu Wirkmechanismen, insbesondere zur Nerven-Immun-Achse, stützen sich überwiegend auf Tier- und Zellstudien. Das ist biologisch plausibel, aber noch nicht mit der gleichen Sicherheit belegt wie durch große randomisierte Studien. Der Vergleich mit Ashwagandha beruht auf getrennten Studien, direkte Vergleichsstudien fehlen. Dieser Artikel ersetzt kein ärztliches Gespräch und keine individuelle Diagnostik. Bei bestehenden Erkrankungen oder laufender Medikation gehört jede Entscheidung über pflanzliche Präparate ärztlich begleitet.

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