Ratgeber Sport · Erschöpfung und Belastbarkeit

Nach dem Sport erschöpft statt fit: Wenn Training zum Stressor wird

Bewegung soll dich beleben. Wenn sie dich tagelang leer zurücklässt, ist das selten eine Frage der Disziplin. Oft ist es ein Signal aus Stoffwechsel, Eisenspeicher, Schilddrüse oder Stressachse.

Energieverfügbarkeit Ferritin Schilddrüse HPA-Achse Post-Exertional Malaise
SJ
Shukri JarmoukliArzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin
Mein Ausgangspunkt

Wenn Sport dich regelmäßig schlechter macht statt besser, fehlt dir meistens nicht der Wille. Dann fehlt deinem Körper etwas, um die Belastung zu beantworten. Erschöpfung ist hier kein Versagen, sondern eine Nachricht.

Du kommst vom Laufen zurück und bist leer

Du hast dich auf die Runde gefreut. Vierzig Minuten, ruhiges Tempo, nichts Wildes. Danach sollte eigentlich dieses gute Gefühl kommen. Klarer Kopf, warme Beine, ein bisschen Stolz.

Stattdessen sitzt du auf dem Sofa und kommst nicht mehr hoch. Am Abend bist du gereizt. In der Nacht schläfst du unruhig. Und am nächsten Tag fühlt sich die Treppe an wie ein Berg.

Vielleicht hast du schon gehört, du müsstest einfach dranbleiben. Der Körper gewöhne sich daran. Vielleicht hast du dir das selbst gesagt. Ich wette, du kennst auch den leisen Gedanken dahinter: Stimmt etwas nicht mit mir?

Eine Läuferin Anfang dreißig, ambitioniert, aber keine Profisportlerin. Sie lief seit Jahren, mehrmals pro Woche. Seit einigen Monaten war etwas anders.

„Nach jedem Lauf bin ich zwei, drei Tage platt. Ich verstehe es nicht. Früher hat mich Laufen aufgeladen.“

Ihr Blutbild war mehrfach als unauffällig bewertet worden. Hämoglobin im Normbereich, keine Anämie. Wir haben zusätzlich den Eisenspeicher angeschaut. Das Ferritin lag unter 30.

Der Wendepunkt war nicht ein neuer Trainingsplan, sondern die Entscheidung, zuerst den Speicher wieder aufzufüllen und das Training in dieser Zeit anzupassen. Einige Wochen später berichtete sie, dass die Erholung nach den Läufen deutlich kürzer geworden sei. Ich kann keine Kausalität behaupten, aber ich dokumentiere den zeitlichen Zusammenhang.

Die Lehre: Ein normales Blutbild beantwortet nicht die Frage, ob dein Speicher voll ist.

Ich erzähle diese Geschichte nicht, weil Eisen immer die Antwort ist. Ich erzähle sie, weil sie ein Prinzip zeigt. Wenn Sport erschöpft statt belebt, lohnt sich die Frage nach dem Engpass. Nicht die Frage nach der Disziplin.

Reframe

Training ist ein Reiz. Der Effekt entsteht erst in der Antwort deines Körpers darauf. Wenn ihm dafür Energie, Sauerstofftransport oder hormonelle Steuerung fehlen, bleibt nur der Stress übrig, ohne den Aufbau. Dann wird aus Medizin eine Last.

Und jetzt weißt du, warum „einfach mehr trainieren“ in dieser Lage oft genau in die falsche Richtung zeigt.

Gesunde Müdigkeit oder Warnsignal?

Nicht jede Müdigkeit nach dem Sport ist ein Problem. Eine harte Einheit darf dich fordern. Die Frage ist, wie sich die Müdigkeit anfühlt und wie lange sie bleibt.

Eher unbedenklich

Gesunde Trainingsmüdigkeit

  • Fühlt sich zufrieden an, nicht elend
  • Nach einer guten Nacht weitgehend weg
  • Passt zur Härte der Einheit
  • Schlaf ist eher tiefer als sonst
  • Leistung steigt über Wochen
Genauer hinschauen

Erschöpfung als Signal

  • Schon nach moderaten Einheiten
  • Hält zwei Tage oder länger an
  • Unruhiger Schlaf trotz Müdigkeit
  • Reizbarkeit, gedrückte Stimmung
  • Leistung stagniert oder fällt

Wenn du dich eher rechts wiederfindest, kommen mehrere Ursachen infrage. Sie schließen sich nicht aus. Oft treffen zwei oder drei zusammen.

Ursache 01

Zu wenig Energie

Du isst für den Alltag, aber nicht für Alltag plus Training. Der Körper spart dann an Hormonen, Immunsystem und Regeneration.

Ursache 02

Leerer Eisenspeicher

Ein niedriges Ferritin kann Sauerstofftransport und Energiestoffwechsel bremsen, lange bevor das Blutbild auffällt.

Ursache 03

Gedrosselte Schilddrüse

Eine Unterfunktion oder ein energiebedingt gesenktes T3 kann die Belastbarkeit über viele Organsysteme verringern.

Ursache 04

Überlastete Stressachse

Training, Beruf und Schlafmangel landen auf derselben Achse. Wenn sie dauerhaft gefordert ist, kann Erholung ausbleiben.

Klinisch RCT, Metaanalyse, Konsensus am Menschen Human Beobachtung oder Querschnitt am Menschen In vivo Tierstudie In vitro Zellkultur

Energiemangel: wenn der Tank nicht für beides reicht

Stell dir vor, dein Körper führt ein Haushaltsbuch. Zuerst wird die Rechnung fürs Training bezahlt. Was übrig bleibt, verteilt er auf Hormone, Knochen, Immunabwehr, Gehirn und Reparatur. Wenn zu wenig übrig bleibt, wird gekürzt. Leise und ohne Mahnung.

Diesen Rest nennt die Sportmedizin Energieverfügbarkeit. Ist sie dauerhaft zu niedrig, spricht man von einem relativen Energiedefizit im Sport, kurz REDs. Das betrifft nicht nur Leistungssportlerinnen mit Essstörung. Es passiert oft ungewollt. Etwa wenn du dein Training steigerst und gleichzeitig „gesünder“ isst, also weniger.

Was die Forschung dazu sagt Konsensus, IOC

Ein Syndrom, nicht nur ein Kalorienproblem

Eine internationale Expertengruppe um Mountjoy hat 2023 im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees den Stand zu REDs aktualisiert. Seit 2018 waren über 170 neue Originalarbeiten erschienen.

Die Gruppe beschreibt ein Syndrom, das Gesundheit und Leistung bei Frauen und Männern betreffen kann. Neu betont wird die Rolle einer zu geringen Kohlenhydratverfügbarkeit und die Wechselwirkung mit der psychischen Gesundheit.

Für dich heißt das: Erschöpfung nach dem Sport kann ein Hinweis darauf sein, dass dein Körper an anderer Stelle spart. Das ist keine Schwäche, sondern eine Schutzstrategie.

Mountjoy M et al. 2023 International Olympic Committee's (IOC) consensus statement on Relative Energy Deficiency in Sport (REDs). Br J Sports Med. 2023;57(17):1073-1097. DOI: 10.1136/bjsports-2023-106994

Wie direkt dieser Sparmodus auf die Hormone durchschlägt, hat eine ältere, aber sehr klare Studie gezeigt. Sie verbindet Energie und Schilddrüse auf eine Weise, die ich in der Praxis immer wieder wiedererkenne.

Was die Forschung dazu sagt Kontrolliertes Experiment, n=27

Ab einer Schwelle drosselt der Körper die Schilddrüse

Loucks und Heath ließen 1994 27 junge Frauen vier Tage lang kontrolliert trainieren und stellten die Energieverfügbarkeit gezielt auf vier Stufen ein.

Unterhalb einer Schwelle fiel das aktive Schilddrüsenhormon T3 abrupt um 16 Prozent, das freie T3 um 9 Prozent. Gleichzeitig stieg das inaktive reverse T3 um 22 Prozent.

Für dich bedeutet das: Schon wenige Tage Energiemangel können die Stoffwechselbremse anziehen. Dann fühlt sich Training schwerer an, obwohl sich am Training nichts geändert hat.

Loucks AB, Heath EM. Induction of low-T3 syndrome in exercising women occurs at a threshold of energy availability. Am J Physiol. 1994;266(3 Pt 2):R817-23. DOI: 10.1152/ajpregu.1994.266.3.R817
Reframe

Wenn du nach dem Sport einbrichst, frag dich zuerst nicht „Wie trainiere ich härter?“, sondern „Habe ich heute genug gegessen, um das zu bezahlen?“. Für viele ist die ehrlichste Antwort auf ihre Erschöpfung ein Teller, nicht ein Trainingsplan.

Und jetzt weißt du, warum Energieverfügbarkeit die erste Frage ist, die ich bei erschöpften Sportlerinnen und Sportlern stelle.

Ferritin: der leere Speicher hinter dem guten Blutbild

Eisen ist der Sauerstoffträger in deinen roten Blutkörperchen. Aber es steckt auch im Myoglobin deiner Muskeln und in den Enzymen deiner Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen. Ferritin zeigt, wie voll das Lager ist. Hämoglobin zeigt, ob die Lieferwagen noch fahren.

Das Problem: Die Lieferwagen fahren oft noch lange weiter, während das Lager schon fast leer ist. Genau in dieser Phase stecken viele erschöpfte Sportlerinnen.

Was die Forschung dazu sagt Beobachtungsstudie, n=126

Keine Anämie, aber fast jede zweite Sportlerin mit niedrigem Ferritin

Eine Arbeitsgruppe der Universität Tsukuba untersuchte 2019 insgesamt 126 Hochschulathletinnen und Hochschulathleten aus mehreren Sportarten.

Keine einzige Person hatte eine Anämie. Trotzdem lagen 22 der 47 Sportlerinnen, also 47 Prozent, bei einem Ferritin von 30 ng/ml oder darunter. Eine geringere Energiezufuhr war mit niedrigem Ferritin verbunden.

Für dich heißt das: Ein unauffälliges Blutbild schließt einen leeren Speicher nicht aus. Und Energie und Eisen hängen enger zusammen, als man denkt.

Nabeyama T et al. Prevalence of iron-deficient but non-anemic university athletes in Japan: an observational cohort study. J Int Soc Sports Nutr. 2023;20(1):2284948. DOI: 10.1080/15502783.2023.2284948

Warum gerade Läuferinnen so oft betroffen sind, hat mehrere Gründe: Menstruation, mechanische Belastung beim Aufprall der Füße und ein Hormon namens Hepcidin. Hepcidin ist wie ein Türsteher am Darm. Steigt es, wird weniger Eisen aus der Nahrung hereingelassen.

Was die Forschung dazu sagt Randomisierte Crossover-Studie, n=10

Jeder Lauf öffnet ein kurzes Fenster mit erhöhtem Hepcidin

Peeling und Kollegen aus Westaustralien ließen zehn Ausdauerläufer Intervall- und Dauerläufe absolvieren und maßen danach Entzündungs- und Eisenmarker.

Nach jeder Einheit stiegen der Entzündungsbotenstoff Interleukin 6 und die Hepcidinaktivität an. Der Zerfall roter Blutkörperchen summierte sich bei zwei Läufen innerhalb von zwölf Stunden.

Für dich bedeutet das: Viel Laufen kann den Eisenbedarf erhöhen und die Aufnahme rund um das Training gleichzeitig erschweren. Das ist keine Ausrede, sondern Physiologie.

Peeling P et al. Cumulative effects of consecutive running sessions on hemolysis, inflammation and hepcidin activity. Eur J Appl Physiol. 2009;106(1):51-9. DOI: 10.1007/s00421-009-0988-7

Die naheliegende Frage ist: Bringt es etwas, den Speicher aufzufüllen, wenn gar keine Anämie da ist? Hier ist die Datenlage interessant, weil sie nicht ganz einheitlich ist.

Was die Forschung dazu sagt Metaanalyse, k=17

Eisen bei eisenarmen, nicht anämischen Ausdauersportlern

Burden und Kollegen fassten 2014 siebzehn Studien zu Ausdauersportlern mit Eisenmangel ohne Anämie zusammen.

Die Eisentherapie verbesserte die Eisenwerte deutlich und die maximale Sauerstoffaufnahme in moderatem Ausmaß.

Für dich heißt das: Bei sportlicher Erschöpfung kann ein gefüllter Speicher mehr bedeuten als eine schönere Laborzahl.

Burden RJ et al. Is iron treatment beneficial in, iron-deficient but non-anaemic (IDNA) endurance athletes? A systematic review and meta-analysis. Br J Sports Med. 2015;49(21):1389-97. DOI: 10.1136/bjsports-2014-093624
Was die Forschung dazu sagt RCT, n=198 / Systematischer Review, 18 RCTs

Weniger Müdigkeit, auch ohne Anämie

In einer randomisierten Studie aus Frankreich bekamen 198 erschöpfte, nicht anämische Frauen mit einem Ferritin unter 50 µg/l zwölf Wochen lang Eisen oder Placebo. Der Müdigkeitswert sank unter Eisen um 47,7 Prozent, unter Placebo um 28,8 Prozent.

Ein späterer systematischer Review mit 18 Studien und 1.170 Teilnehmenden bestätigte weniger subjektive Müdigkeit, fand aber keinen messbaren Unterschied in objektiven Leistungstests wie der maximalen Sauerstoffaufnahme.

Für dich bedeutet das: Wie du dich fühlst, kann sich verändern, auch wenn die Stoppuhr es nicht sofort zeigt. Bei Ausdauersportlern sieht die Leistungsseite nach der Metaanalyse oben günstiger aus.

Vaucher P et al. CMAJ. 2012;184(11):1247-54. DOI: 10.1503/cmaj.110950 · Houston BL et al. BMJ Open. 2018;8(4):e019240. DOI: 10.1136/bmjopen-2017-019240

Meine Position zum Ferritin-Ziel

Viele Labore setzen die Untergrenze für Ferritin sehr niedrig an. Früher galt teilweise erst ein Wert unter 15 als Mangel. Werte zwischen 30 und 80 werden oft als „normal“ abgehakt. Bei erschöpften Sportlerinnen und Sportlern sehe ich das anders.

Ich halte einen Zielwert über 100 µg/l für sinnvoll, sofern keine Entzündung den Wert künstlich anhebt und keine Eisenüberladung vorliegt. Das ist meine klinische Position. Sie wird in der Fachwelt diskutiert und ist nicht in allen Leitlinien so festgeschrieben. Belegt ist: Schon unterhalb von 50 kann Eisengabe die Müdigkeit verringern.

Zur Eiseninfusion

Eine Eiseninfusion kann eine gute Option sein, wenn Tabletten nicht vertragen werden, nicht ausreichend wirken oder der Speicher schnell gefüllt werden soll. Entscheidend ist, dass sie korrekt gemacht wird: klare Indikation, Ausschluss einer Eisenüberladung wie bei Hämochromatose, ein modernes Präparat und gute Überwachung während und nach der Gabe.

Der schlechte Ruf der Infusion stammt zu einem großen Teil aus der Zeit alter, hochmolekularer Präparate. Moderne Präparate sind anders zu bewerten. Ob und wie bei dir, gehört in ein ärztliches Gespräch.

Reframe

„Dein Blutbild ist gut“ und „dein Eisenspeicher ist gut“ sind zwei verschiedene Sätze. Wenn du nach dem Sport tagelang platt bist, verdient der zweite Satz eine eigene Prüfung.

Und jetzt weißt du, warum ich bei Sportlerinnen mit unerklärter Erschöpfung fast immer zuerst nach dem Ferritin frage.

Schilddrüse: wenn der Motor gedrosselt läuft

Kennst du das Gefühl, mit angezogener Handbremse zu laufen? Die Beine wollen, aber irgendetwas hält dagegen. Die Schilddrüse ist so etwas wie der Gaspedalregler deines Stoffwechsels. Sie bestimmt mit, wie schnell deine Zellen Energie umsetzen, wie dein Herz auf Belastung reagiert und wie gut sich Muskeln erholen.

Was die Forschung dazu sagt Systematischer Review, 38 Studien

Schilddrüsenunterfunktion und Belastbarkeit

Eine Utrechter Arbeitsgruppe um Lankhaar wertete 38 Studien mit 1.379 Patientinnen und Patienten mit offener oder subklinischer Unterfunktion aus.

Die verminderte Belastbarkeit hatte mehrere Ursachen gleichzeitig: Herz, Lunge, Muskulatur, Nerven und Zellstoffwechsel. Und sie war unter Hormontherapie nicht immer vollständig rückläufig.

Für dich heißt das: Wenn du trotz guter Laborwerte unter Therapie schlecht belastbar bist, ist das ein beschriebenes Phänomen und keine Einbildung.

Lankhaar JA et al. Impact of overt and subclinical hypothyroidism on exercise tolerance: a systematic review. Res Q Exerc Sport. 2014;85(3):365-89. DOI: 10.1080/02701367.2014.930405

Hier schließt sich ein Kreis zum Energiekapitel. Die Schilddrüse kann eine eigenständige Ursache sein, etwa bei Hashimoto. Sie kann aber auch reagieren, wenn zu wenig Energie da ist. Und Eisen braucht sie ebenfalls, weil das Enzym für die Hormonbildung eisenabhängig ist. Drei Ursachen, die sich gegenseitig verstärken können.

Reframe

Ein TSH im Normbereich ist ein guter Anfang, aber nicht das ganze Bild. Freies T3, freies T4 und der Blick auf Energie und Eisen erzählen oft, ob dein Motor wirklich frei läuft oder nur nicht stehen geblieben ist.

Und jetzt weißt du, warum die Schilddrüse bei Erschöpfung nach dem Sport immer mit auf die Liste gehört.

Stressachse statt „Nebennierenschwäche“

Vielleicht bist du beim Suchen schon über den Begriff Nebennierenschwäche gestolpert. Die Idee klingt einleuchtend: Zu viel Stress, die Nebenniere ist ausgebrannt, kein Cortisol mehr. Ich verstehe, warum das Bild anspricht. Es gibt dem diffusen Gefühl einen Namen.

Was die Forschung dazu sagt Systematischer Review, 58 Studien

Kein Beleg für eine „erschöpfte“ Nebenniere

Cadegiani und Kater aus São Paulo sichteten 2016 insgesamt 3.470 Arbeiten und schlossen 58 Studien ein, die Cortisol und Erschöpfung gemeinsam untersuchten.

Die Ergebnisse waren fast durchgehend widersprüchlich. Die Autoren fanden keine Substanz dafür, dass Adrenal Fatigue ein tatsächliches Krankheitsbild ist.

Für dich bedeutet das: Deine Erschöpfung ist real. Nur die Erklärung „Nebenniere leer“ trägt wissenschaftlich nicht.

Cadegiani FA, Kater CE. Adrenal fatigue does not exist: a systematic review. BMC Endocr Disord. 2016;16(1):48. DOI: 10.1186/s12902-016-0128-4

Was es dagegen gibt, ist eine Dysregulation der Stressachse. Fachlich heißt sie HPA-Achse: Hypothalamus, Hypophyse, Nebenniere. Stell sie dir wie eine Telefonkette vor. Wenn ständig angerufen wird, verändern sich Rhythmus und Lautstärke. Nicht weil ein Glied kaputt ist, sondern weil die Kette dauerhaft beschäftigt ist.

1

Hypothalamus

Bewertet die Lage: Training, Termindruck, schlechter Schlaf, zu wenig Essen. Alles landet hier als Stresssignal.

2

Hypophyse

Schickt das Signal ACTH weiter. Je intensiver die Belastung, desto stärker kann es ausfallen.

3

Nebenniere

Schüttet Cortisol aus. Kurzfristig mobilisiert das Energie und dämpft Entzündung. Das ist sinnvoll.

4

Dauerbetrieb

Ohne Pausen kann sich der Rhythmus verschieben. Schlaf, Stimmung, Immunsystem und Regeneration können mitreagieren.

Was die Forschung dazu sagt Kontrollierte Studie, n=12

Die Intensität entscheidet, ob Cortisol steigt

Hill und Kollegen ließen zwölf trainierte Männer jeweils 30 Minuten bei 40, 60 und 80 Prozent ihrer maximalen Sauerstoffaufnahme trainieren.

Bei 40 Prozent stieg Cortisol nicht signifikant an. Bei 60 Prozent stieg es um knapp 40 Prozent, bei 80 Prozent um rund 83 Prozent.

Für dich heißt das: Lockeres Training belastet die Stressachse kaum. Wenn sie ohnehin schon gefordert ist, kann der Wechsel zu ruhigeren Einheiten eine spürbare Entlastung sein.

Hill EE et al. Exercise and circulating cortisol levels: the intensity threshold effect. J Endocrinol Invest. 2008;31(7):587-91. DOI: 10.1007/BF03345606
Wichtig zur Abgrenzung

Eine echte Nebenniereninsuffizienz, also ein Morbus Addison oder ein Ausfall auf Ebene der Hypophyse, ist selten, aber ernst. Zeichen können starke Schwäche, Gewichtsverlust, niedriger Blutdruck, Salzhunger oder eine dunklere Haut sein. Das gehört zeitnah ärztlich abgeklärt und ist etwas anderes als die hier beschriebene Dysregulation.

Reframe

Deine Nebenniere ist nicht „leer“. Sie arbeitet in einem System, das zu wenig Pause bekommt. Das ist eine bessere Nachricht, als es klingt. Denn ein System, das dauerhaft gefordert ist, kann auf Entlastung reagieren.

Und jetzt weißt du, warum ich lieber von Stressachse spreche als von Nebennierenschwäche, ohne dein Erleben kleinzureden.

Übertraining: wenn die Bilanz über Wochen kippt

Manchmal ist die Ursache keine einzelne Lücke, sondern die Summe. Zu viel Training, zu wenig Schlaf, ein fordernder Job, ein knappes Frühstück. Jede Belastung für sich wäre machbar. Zusammen kippt die Bilanz.

Was die Forschung dazu sagt Konsensus, ECSS und ACSM

Erst ausschließen, dann von Übertraining sprechen

Eine Expertengruppe um Meeusen legte 2013 fest, wie Übertraining eingeordnet werden sollte. Es ist eine Ausschlussdiagnose.

Ausdrücklich genannt werden Faktoren, die vorher geklärt gehören: Kaloriendefizit, zu wenig Kohlenhydrate oder Protein, Eisenmangel, Magnesiummangel, Infekte und andere organische Ursachen. Ein einzelner Marker, der Übertraining beweist, existiert laut Konsensus nicht.

Für dich bedeutet das: Die Ursachen aus diesem Artikel sind keine Alternativen zum Übertraining. Sie sind die erste Station jeder sauberen Abklärung.

Meeusen R et al. Prevention, diagnosis, and treatment of the overtraining syndrome. Med Sci Sports Exerc. 2013;45(1):186-205. DOI: 10.1249/MSS.0b013e318279a10a

Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du die Warnsignale im Detail im Artikel Übertraining erkennen.

Reframe

Übertraining entsteht selten nur im Training. Es entsteht im ganzen Leben. Wer nur den Trainingsplan anschaut, sieht oft die kleinere Hälfte der Rechnung.

Die wichtige Grenze: Post-Exertional Malaise

Jetzt kommt der Teil, der mir besonders am Herzen liegt. Denn es gibt eine Form der Erschöpfung nach Belastung, bei der fast alles, was ich oben geschrieben habe, anders gewichtet werden muss.

Post-Exertional Malaise, kurz PEM, ist das Leitsymptom von ME/CFS, der myalgischen Enzephalomyelitis oder dem chronischen Fatigue-Syndrom. Sie tritt auch bei vielen Menschen mit Long Covid auf. Gemeint ist eine deutliche Verschlechterung aller Beschwerden nach körperlicher oder auch geistiger Anstrengung. Oft verzögert, oft unverhältnismäßig.

Was die Forschung dazu sagt Qualitative Studie, n=43

Verzögert, umfassend, schwer vorhersagbar

Ein Team der US-amerikanischen National Institutes of Health führte Fokusgruppen mit 43 Menschen mit ME/CFS durch, teils nach einem Belastungstest auf dem Fahrrad.

17 von 18 Befragten berichteten, dass die Symptome innerhalb von 24 Stunden einsetzten und innerhalb von 72 Stunden ihren Höhepunkt erreichten. Häufig brauchte es vollständige Bettruhe, um sich ganz oder teilweise zu erholen.

Für dich heißt das: Wenn der Einbruch erst am nächsten oder übernächsten Tag kommt und dich weit unter dein Ausgangsniveau wirft, ist das ein anderes Muster als normale Trainingsmüdigkeit.

Stussman B et al. Characterization of Post-exertional Malaise in Patients With Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome. Front Neurol. 2020;11:1025. DOI: 10.3389/fneur.2020.01025
Was die Forschung dazu sagt Longitudinale Fall-Kontroll-Studie

Messbare Veränderungen im Muskel nach PEM

Eine Amsterdamer Arbeitsgruppe um Appelman untersuchte Muskelproben von Menschen mit Long Covid vor und nach einer Belastung, die PEM auslöste.

Nach der Belastung zeigten sich verstärkte Stoffwechselstörungen, Zeichen einer belastungsbedingten Muskelschädigung und Ablagerungen im Muskelgewebe.

Für dich bedeutet das: PEM ist kein Kopfproblem und keine fehlende Fitness. Es gibt messbare körperliche Korrelate, und Belastung über die Grenze kann sie verstärken.

Appelman B et al. Muscle abnormalities worsen after post-exertional malaise in long COVID. Nat Commun. 2024;15(1):17. DOI: 10.1038/s41467-023-44432-3
Bei Verdacht auf PEM gilt eine andere Regel

Wenn du nach einem Infekt oder ohne klaren Anlass bemerkst, dass schon kleine Belastungen dich verzögert und unverhältnismäßig zurückwerfen, ist Belastungssteigerung kontraproduktiv. Durchhalten, Steigern und „sich durchbeißen“ können den Zustand verschlechtern.

Sinnvoll ist dann Pacing: Aktivität so dosieren, dass du unter deiner individuellen Belastungsgrenze bleibst. Und eine ärztliche Abklärung, bevor du weiter trainierst. Mehr dazu findest du im Artikel Sport bei chronischer Erschöpfung.

Reframe

Bei Übertraining fragst du: Wie viel Erholung braucht mein Körper, um wieder zu wachsen? Bei PEM fragst du: Wie bleibe ich unter der Grenze, die mich zurückwirft? Zwei verschiedene Fragen. Beide verdienen Ernst, und keine davon hat mit Willensschwäche zu tun.

Und jetzt weißt du, warum die Frage nach dem zeitlichen Muster deiner Erschöpfung genauso wichtig ist wie jeder Laborwert.

Was das für dich bedeutet

Energie ist kein Luxus. Energie ist Freiheit. Die Freiheit, nach einem Lauf noch mit deinen Kindern zu spielen. Die Freiheit, am Wochenende einen Berg hochzugehen, ohne danach drei Tage zu bezahlen. Darum geht es hier, nicht um Bestzeiten.

Was belegt ist: Energiemangel, Eisenmangel und Schilddrüsenstörungen können die Belastbarkeit messbar senken. Was offen bleibt: wie diese Faktoren bei dir persönlich zusammenspielen. Das lässt sich nur im Einzelfall klären.

1

Muster notieren

Schreib zwei Wochen lang auf: Einheit, Intensität, wann die Erschöpfung kommt, wie lange sie bleibt, wie du schläfst. Kommt der Einbruch verzögert und unverhältnismäßig, sprich zuerst ärztlich über PEM.

2

Energie ehrlich prüfen

Iss an drei Trainingstagen bewusst genug, mit Kohlenhydraten vor und nach der Einheit. Beobachte, ob sich die Erholung verändert. Dein Körper kann so eine Antwort geben, die kein Rechner liefert.

3

Labor gezielt anstoßen

Lass Ferritin mit Transferrinsättigung und CRP, Blutbild, TSH, fT3 und fT4 bestimmen. So siehst du, ob ein Speicher leer oder ein Motor gedrosselt ist, statt zu raten.

Selbstcheck: Spricht deine Erschöpfung für einen Engpass?

  • Ich bin schon nach moderaten Einheiten zwei Tage oder länger erschöpft.
  • Mein Schlaf ist nach dem Training unruhiger statt tiefer.
  • Ich habe mein Training gesteigert, aber nicht mehr gegessen.
  • Mein Ferritin wurde noch nie bestimmt oder lag unter 50.
  • Ich habe eine starke Regelblutung oder ernähre mich überwiegend pflanzlich.
  • Ich friere schneller, meine Haut ist trockener oder ich nehme ohne Grund zu.
  • Die Erschöpfung kommt verzögert und wirft mich weit unter mein Ausgangsniveau. (Dann bitte zuerst ärztlich abklären.)

Wenn du mehrere Punkte abhakst, ist das kein Befund. Es ist ein guter Grund, genauer hinzuschauen. Mit Neugier statt mit Selbstvorwürfen.

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SJ
Über den Autor

Shukri Jarmoukli

Arzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin

Ich arbeite als approbierter Arzt integrativ. Das heißt: Ich schaue mit mehreren Linsen auf dieselbe Beschwerde. Nervensystem, Immunsystem, Stoffwechsel und Hormonsystem hängen zusammen, und Erschöpfung nach dem Sport ist dafür ein gutes Beispiel.

Eisenmangel und funktionelle Erschöpfung gehören zu meinen Schwerpunkten. Ein Blogartikel ersetzt dabei kein Gespräch und keine Untersuchung.

ViveCura · Privatpraxis · Skalitzer Straße 137, Berlin
Zuletzt geprüft und aktualisiert: Oktober 2026

Häufige Fragen zur Erschöpfung nach dem Sport

Ist es normal, nach dem Sport erschöpft zu sein?

Eine angenehme Müdigkeit nach einer harten Einheit ist normal. Sie fühlt sich eher zufrieden an und ist nach einer guten Nacht weitgehend verschwunden.

Auffällig wird es, wenn du dich nach moderaten Einheiten regelmäßig schlechter fühlst als vorher, wenn die Erschöpfung zwei bis drei Tage anhält oder wenn Schlaf, Stimmung und Ruhepuls mitreagieren. Dann lohnt sich der Blick auf Energieverfügbarkeit, Eisenstatus, Schilddrüse und Stressachse.

Kann Eisenmangel ohne Anämie die Erschöpfung nach dem Sport erklären?

Das ist möglich. In einer japanischen Beobachtungsstudie an 126 Hochschulathleten hatte niemand eine Anämie, aber 47 Prozent der Sportlerinnen lagen bei einem Ferritin von 30 ng/ml oder darunter.

Eine Metaanalyse von 17 Studien fand bei eisenarmen, nicht anämischen Ausdauersportlern nach Eisentherapie eine moderate Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme. Das Blutbild allein kann einen leeren Speicher also übersehen.

Welcher Ferritinwert ist für Sportler sinnvoll?

Die Referenzbereiche der Labore beginnen oft sehr niedrig. In Studien zu Erschöpfung bei nicht anämischen Frauen lag die Einschlussgrenze bei einem Ferritin unter 50 µg/l, und Eisengabe konnte die Müdigkeit dort messbar verringern.

Ich halte bei erschöpften Sportlerinnen und Sportlern einen Zielwert über 100 µg/l für sinnvoll, sofern keine Entzündung den Wert verfälscht und keine Eisenüberladung vorliegt. Diese Position wird in der Fachwelt diskutiert und ist nicht in allen Leitlinien so festgeschrieben.

Was ist ein relatives Energiedefizit im Sport (REDs)?

REDs beschreibt laut dem Konsensuspapier des Internationalen Olympischen Komitees von 2023 ein Syndrom, bei dem dem Körper nach Abzug des Trainingsverbrauchs zu wenig Energie bleibt. Das kann Hormonsystem, Knochen, Immunsystem, Stoffwechsel und Psyche betreffen, bei Frauen wie bei Männern.

Neu betont wird die Rolle einer zu geringen Kohlenhydratverfügbarkeit. Oft passiert das ungewollt, etwa wenn du dein Training steigerst, ohne mehr zu essen.

Kann die Schilddrüse schuld sein, wenn Sport mich erschöpft?

Sie kann ein Teil des Bildes sein. Ein systematischer Review mit 38 Studien und 1.379 Patienten beschreibt bei Schilddrüsenunterfunktion eine verminderte Belastbarkeit über mehrere Organsysteme, die auch unter Behandlung nicht immer ganz verschwindet.

Umgekehrt kann Energiemangel selbst die Schilddrüse drosseln: In einer Studie an 27 trainierenden Frauen fiel T3 um 16 Prozent, sobald die Energieverfügbarkeit unter eine bestimmte Schwelle sank.

Gibt es Nebennierenschwäche durch zu viel Sport?

Der Begriff Nebennierenschwäche oder Adrenal Fatigue ist kein anerkanntes Krankheitsbild. Ein systematischer Review von 58 Studien fand keine Belege dafür, dass die Nebenniere bei Dauerstress im Sinne einer Erschöpfung ausfällt.

Was es gibt, ist eine Dysregulation der Stressachse zwischen Hypothalamus, Hypophyse und Nebenniere. Sie kann sich in veränderten Cortisolmustern, Schlafstörungen und schlechter Erholung zeigen. Eine echte Nebenniereninsuffizienz ist dagegen eine seltene, ernste Erkrankung, die ärztlich abgeklärt werden muss.

Was ist der Unterschied zwischen Übertraining und Post-Exertional Malaise?

Übertraining entsteht aus einem Missverhältnis von Belastung und Erholung und kann sich mit angepasster Belastung, Energie und Zeit zurückbilden. Post-Exertional Malaise ist das Leitsymptom von ME/CFS und tritt auch bei Long Covid auf. Die Beschwerden verschlechtern sich nach körperlicher oder geistiger Anstrengung deutlich, oft verzögert.

In einer Untersuchung des NIH begannen die Symptome bei 17 von 18 Befragten innerhalb von 24 Stunden und erreichten innerhalb von 72 Stunden ihren Höhepunkt. Hier ist Belastungssteigerung kontraproduktiv, sinnvoll ist Pacing.

Soll ich bei Erschöpfung nach dem Sport einfach weniger trainieren?

Kurzfristig kann eine Reduktion der Intensität sinnvoll sein, denn Cortisol steigt erst ab moderater bis hoher Intensität deutlich an. Langfristig ist die Frage wichtiger, warum dein Körper die Belastung gerade nicht verarbeiten kann.

Wenn Eisen, Energie, Schlaf oder Schilddrüse der Engpass sind, bringt weniger Training allein oft nur eine Teilentlastung. Bei Verdacht auf ME/CFS oder Long Covid gilt dagegen: erst ärztlich abklären, nicht über die Grenze trainieren.

Welche Blutwerte sind bei Erschöpfung nach dem Sport sinnvoll?

Sinnvoll ist eine Basis aus Blutbild, Ferritin, Transferrinsättigung und CRP, damit eine Entzündung den Ferritinwert nicht verfälscht. Dazu TSH und die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4, Vitamin D, B12 und je nach Situation Elektrolyte und Blutzucker. Bei Frauen zählt auch die Frage nach dem Zyklus.

Das ECSS/ACSM-Konsensuspapier nennt Eisenmangel, Kaloriendefizit und zu wenig Kohlenhydrate oder Protein ausdrücklich als Faktoren, die vor einer Diagnose Übertraining auszuschließen sind.

Ist eine Eiseninfusion bei Sportlern sinnvoll?

Eine Eiseninfusion kann sinnvoll sein, wenn ein Eisenmangel gesichert ist, Tabletten nicht vertragen werden oder nicht ausreichend wirken und eine Eisenüberladung ausgeschlossen ist.

Entscheidend ist, dass sie korrekt durchgeführt wird: mit klarer Indikation, Prüfung der Gegenanzeigen, einem modernen Präparat und guter Überwachung. Der schlechte Ruf der Infusion stammt zu einem großen Teil von alten, hochmolekularen Präparaten, die heute kaum noch eingesetzt werden.

Quellen

Alle Studien wurden über PubMed auf Titel, Jahr, Journal und DOI geprüft. Zahlen stammen aus den jeweiligen Abstracts. Die Position zum Ferritin-Zielwert über 100 µg/l ist eine klinische Einschätzung und kein Leitlinienkonsens. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine individuelle Beratung.

  1. Mountjoy M, Ackerman KE, Bailey DM, Burke LM, Constantini N, Hackney AC, Heikura IA, Melin A, Pensgaard AM, Stellingwerff T, Sundgot-Borgen JK, Torstveit MK, Jacobsen AU, Verhagen E, Budgett R, Engebretsen L, Erdener U. 2023 International Olympic Committee's (IOC) consensus statement on Relative Energy Deficiency in Sport (REDs). Br J Sports Med. 2023;57(17):1073-1097. DOI: 10.1136/bjsports-2023-106994 [Übersichtsarbeit, IOC-Konsensus-Statement]
  2. Loucks AB, Heath EM. Induction of low-T3 syndrome in exercising women occurs at a threshold of energy availability. Am J Physiol. 1994;266(3 Pt 2):R817-23. DOI: 10.1152/ajpregu.1994.266.3.R817 [Pathophysiologie, kontrolliertes Experiment mit vier Energiestufen, n=27 Frauen]
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