Ratgeber Abnehmen · Wechseljahre

Abnehmen in den Wechseljahren: Warum es schwerer wird und was helfen kann

Du isst wie immer, und trotzdem wächst der Bauch. In den Wechseljahren kann sinkendes Östrogen das Fett in die Körpermitte verschieben, die Muskeln schwinden leise und dein Insulin muss mehr arbeiten. Wer das versteht, kann aufhören zu hungern und gezielter gegensteuern.

Östrogen: schwankt, dann sinktFett: wandert zur Körpermitte
Östrogen und BauchfettInsulinempfindlichkeitMuskelerhaltHitzewallungen und SchlafHormontherapie eingeordnet
Shukri Jarmoukli · Arzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin
Mein Ausgangspunkt

Wenn die Diät von früher plötzlich nicht mehr greift, hast du nicht versagt. Dein Körper spielt nach neuen Regeln. Wer gegen diese Regeln hungert, verliert oft genau das, was jetzt am meisten zählt: Muskeln, Kraft und einen ruhigen Blutzucker.

Du stehst morgens vor dem Schrank. Die Jeans, die letztes Jahr noch saß, spannt am Bund. Die Waage zeigt kaum mehr als früher. Aber dieser Bauch ist neu.

Du frühstückst wie immer. Du gehst wie immer spazieren. Vielleicht isst du sogar weniger als vor fünf Jahren. Und trotzdem verändert sich dein Körper, als würde er plötzlich eine andere Sprache sprechen.

Also versuchst du, was früher immer funktioniert hat: ein paar Wochen deutlich weniger essen. Mit 35 waren die Kilos danach weg. Heute bist du vor allem müder, gereizter und hungriger. Der Bauch bleibt.

Darf ich dir eine unbequeme Frage stellen? Was, wenn nicht du dich verändert hast, sondern die Regeln?

Im Beitrag Wechseljahre: Symptome und Phasen habe ich das große Bild beschrieben, von Hitzewallungen bis zur Abwägung einer Hormontherapie. Dieser Text geht einer einzigen Frage nach: Warum wird Abnehmen in den Wechseljahren schwerer, und was kann jetzt helfen? Meine Antwort vorweg: Hormone, Muskeln und Blutzucker hängen enger zusammen, als jede Kalorientabelle vermuten lässt.

Vorab: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Er soll dir helfen, die richtigen Fragen zu stellen.

Was dich in diesem Artikel erwartet

  • Was sich in den Wechseljahren an Fett und Muskeln verschiebt
  • Warum gerade der Bauch wächst
  • Warum dein Insulin jetzt mehr arbeiten muss
  • Was Hitzewallungen mit dem Stoffwechsel zu tun haben können
  • Ob der Stoffwechsel tatsächlich langsamer wird
  • Warum die Diät von früher heute Muskeln kosten kann
  • Was Studien zu Krafttraining, Eiweiß und Hormontherapie zeigen
  • Drei Hebel und zwölf Antworten auf häufige Fragen
2 ×so schnell nahm die Fettmasse mit Beginn der Wechseljahre zu, während die Muskelmasse zu sinken begann (Greendale 2019)
32 %weniger Fettverbrennung bei Frauen, die innerhalb von vier Jahren in die Menopause kamen (Lovejoy 2008)
18,6 %weniger Bauchinnenfett nach zwölf Wochen Krafttraining in einer kleinen randomisierten Studie (Dam 2021)

Gleiche Ernährung, plötzlich Bauch: Was verändert sich in den Wechseljahren?

Viele Frauen beschreiben mir diese Phase mit fast denselben Worten. Als hätte jemand über Nacht die Spielregeln geändert, ohne Bescheid zu sagen.

„Ich esse wie immer. Und trotzdem passt die Hose nicht mehr.“

Ich kenne dieses Muster sehr gut. Was ich hier erzähle, ist aus mehreren Verläufen zusammengesetzt und so verändert, dass niemand wiederzuerkennen ist.

Eine Frau, 52 Jahre alt, seit Jahren dieselben Gewohnheiten. Ihr Satz im ersten Gespräch: „Ich esse genauso wie vor fünf Jahren. Ich gehe genauso viel spazieren. Aber plötzlich habe ich einen Bauch, den ich nicht kenne. Und meine alte Diät funktioniert einfach nicht mehr.“

Die Waage hatte sich in zwei Jahren nur um wenige Kilo bewegt. Das Maßband dagegen deutlich. Die Messung der Körperzusammensetzung zeigte weniger Muskelmasse, als wir erwartet hatten. Ihr Nüchternzucker war unauffällig, ihr Nüchterninsulin dagegen erhöht. Dazu kamen Hitzewallungen und Nächte, in denen sie zwei bis drei Mal aufwachte.

Der Wendepunkt war ein Satz: Ihr Körper hatte nicht aufgehört, auf sie zu hören. Er spielte nur nach neuen Regeln. Statt noch weniger zu essen, rückten andere Fragen in den Mittelpunkt. Wie baut sie Muskeln auf? Wie verteilt sie Eiweiß über den Tag? Wie beruhigt sie den Zucker nach dem Essen? Wie schützt sie ihre Nächte? Die Frage nach einer Hormontherapie hat sie parallel mit ihrer Gynäkologin besprochen.

Einige Monate später war ihre Taille einige Zentimeter schmaler. Die Waage zeigte kaum eine Veränderung. Aber die Treppe in den vierten Stock fühlte sich wieder leichter an.

Ich kann keine Kausalität behaupten, aber ich dokumentiere den zeitlichen Zusammenhang. Wie es bei dir verlaufen würde, kann niemand vorhersagen.

Die Lehre: Ihre alte Diät war nicht falsch. Sie passte nur nicht mehr zu dem Körper, den sie heute hat.

In der US-Studie SWAN verdoppelte sich mit Beginn der Wechseljahre das Tempo, mit dem Fett zunahm, während die Muskelmasse zu sinken begann, ohne dass die Waage schneller stieg (Greendale 2019).

Das ist vielleicht der wichtigste Gedanke dieses Artikels. Die Waage zeigt dir die Summe, nicht die Verschiebung. Wenn Fett zunimmt und Muskel abnimmt, kann dein Gewicht fast gleich bleiben. Dein Körper verändert sich trotzdem deutlich.

Kohortenstudie · JCI Insight 2019

Mehr Fett, weniger Muskel, gleiche Waage

Kohorte, SWAN, DXAEin Team der University of California in Los Angeles um Greendale und Karlamangla hat in der US-Studie SWAN die Körperzusammensetzung von Frauen über viele Jahre mit DXA verfolgt, einer Art Körperscan, der Fett, Muskel und Knochen getrennt erfasst. Mit Beginn des Übergangs verdoppelte sich das Tempo der Fettzunahme, die Muskelmasse begann zu sinken, und beides setzte sich bis etwa zwei Jahre nach der letzten Regelblutung fort, während das Gewicht nicht schneller stieg als zuvor. Für dich heißt das: Die Waage kann ruhig bleiben, während sich darunter Fett und Muskel gegeneinander verschieben.

Greendale GA, Sternfeld B, Huang M, et al. JCI Insight. 2019;4(5):e124865. DOI: 10.1172/jci.insight.124865

Noch genauer hingeschaut hat ein Team in Louisiana. Es wollte wissen, wo das neue Fett landet und warum.

Längsschnittstudie · International Journal of Obesity 2008

Das Bauchinnenfett reagiert auf die Menopause

Kohorte, n=156, 4 JahreForschende des Pennington Biomedical Research Center in Louisiana um Lovejoy und Smith begleiteten 156 anfangs prämenopausale Frauen vier Jahre lang mit Computertomografie, DXA und teils mit Messungen in einer Stoffwechselkammer. Unterhautfett nahmen alle Frauen zu, doch nur bei denen, die in dieser Zeit in die Menopause kamen, stieg das Bauchinnenfett deutlich, ihre Fettverbrennung sank um 32 Prozent, und ihre körperliche Aktivität hatte schon zwei Jahre vor der Menopause abgenommen. Für dich heißt das: Nicht nur das Alter, auch der Hormonwechsel selbst kann mitbestimmen, wo dein Fett landet und wie viel davon dein Körper verbrennt.

Lovejoy JC, Champagne CM, de Jonge L, Xie H, Smith SR. Int J Obes (Lond). 2008;32(6):949-58. DOI: 10.1038/ijo.2008.25

Ehrlich eingeordnet: Beim Gesamtgewicht sind sich die Studien nicht ganz einig, bei der Verteilung schon. In einer Meta-Analyse mit Daten von über einer Million Frauen ging der Unterschied in der Fettmenge vor und nach der Menopause überwiegend auf das Alter zurück. Die Verteilung aber änderte sich: mehr Taille, mehr Bauchinnenfett, weniger Fett an den Beinen (Ambikairajah 2019). Auch in der SWAN-Studie hing die Gewichtszunahme über drei Jahre nicht mit dem Menopausenstatus zusammen, wohl aber mit Bewegung. Wer mehr Sport trieb, nahm weniger zu (Sternfeld 2004).

Stell dir Östrogen wie eine Platzanweiserin im Theater vor. Jahrzehntelang hat sie das Fett freundlich auf die Plätze an Hüfte und Oberschenkeln geführt. Dort sitzt es ruhig und stört den Stoffwechsel wenig. In den Wechseljahren geht die Platzanweiserin nach und nach in den Feierabend. Das Fett sucht sich seine Plätze nun selbst. Und es setzt sich bevorzugt in die Mitte.

Reframe

Dein Bauch ist kein Beweis für fehlende Disziplin. Er kann ein Signal sein, dass dein Körper in eine neue Lebensphase umzieht und dort andere Dinge braucht als früher.

Und jetzt weißt du, warum dir die Waage in dieser Phase nur die halbe Geschichte erzählt.

Warum landet das Fett in den Wechseljahren am Bauch?

Vielleicht fragst du dich: Warum ausgerechnet der Bauch? Warum nicht gleichmäßig überall ein bisschen?

Die Antwort beginnt bei einem Hormon, das viel mehr kann, als die meisten denken.

Frauen nach der Menopause hatten in einer Meta-Analyse im Mittel 4,6 Zentimeter mehr Taillenumfang, aber einen um 3,2 Prozentpunkte geringeren Fettanteil an den Beinen als Frauen vor der Menopause (Ambikairajah 2019).

Östrogen ist kein reines Fruchtbarkeitshormon. Es arbeitet im Gehirn, im Muskel, in der Leber, im Fettgewebe, in Immunzellen und in der Bauchspeicheldrüse. Ein Team der Northwestern University in Chicago um Mauvais-Jarvis hat die Forschung dazu zusammengefasst. Im Hypothalamus steuert Östrogen demnach mit, wie viel du isst, wie viel Energie du verbrauchst und wo Fett gespeichert wird. In Muskel, Leber und Fettgewebe ist es an der Insulinempfindlichkeit beteiligt und kann Fetteinlagerung und Entzündung bremsen. Fehlt Östrogen, kann das den Weg zu Übergewicht, metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes ebnen (Mauvais-Jarvis 2013).

Tierstudie · PNAS 2000

Ohne Östrogenrezeptor mehr Fett und mehr Insulinresistenz

In vivo, MausIn einer Tierstudie an Mäusen schaltete ein Team der University of Illinois um Heine und Cooke den Östrogenrezeptor alpha genetisch aus. Die Weibchen hatten schon mit 90 Tagen um 54 bis 103 Prozent schwerere Fettpolster, größere und zahlreichere Fettzellen sowie eine Insulinresistenz, und bei den Männchen sank der Energieverbrauch um 11 Prozent, obwohl sie nicht mehr fraßen. Für dich heißt das: Im Tiermodell scheint Östrogen ein zentraler Regler für Fettgewebe und Insulin zu sein, beim Menschen ist das Zusammenspiel komplexer und noch nicht in allen Details belegt.

Heine PA, Taylor JA, Iwamoto GA, Lubahn DB, Cooke PS. Proc Natl Acad Sci U S A. 2000;97(23):12729-34. DOI: 10.1073/pnas.97.23.12729

Beim Menschen kommt ein zweiter Faktor dazu. Auch Frauen bilden männliche Hormone, vor allem Testosteron. Wenn Östrogen sinkt, gewinnt das Testosteron im Verhältnis an Gewicht (Ambikairajah 2019, Janssen 2008). Und dieses Verhältnis scheint mitzureden, wo dein Fett landet.

Querschnittsauswertung · Obesity 2010

Das Verhältnis der Hormone zählt

Querschnitt, SWAN, n=359Ein Team der Rush University in Chicago um Janssen und Powell maß bei 359 Frauen zwischen 42 und 60 Jahren das Bauchinnenfett per Computertomografie und verglich es mit ihren Hormonwerten. Ein höheres bioverfügbares Testosteron ging mit mehr Bauchinnenfett einher, unabhängig von Alter, Gesamtkörperfett und Insulinresistenz, und es war ein stärkerer Hinweis als das Östradiol selbst. Für dich heißt das: Nicht nur der Östrogenabfall, sondern das neue Verhältnis von Östrogen zu den männlichen Hormonen kann mitbestimmen, wo dein Fett landet.

Janssen I, Powell LH, Kazlauskaite R, Dugan SA. Obesity (Silver Spring). 2010;18(3):604-10. DOI: 10.1038/oby.2009.251

Eine wichtige Rolle spielt dabei das SHBG, ein Transporteiweiß, das Sexualhormone im Blut bindet. Sinkt es, ist mehr Testosteron frei verfügbar. Mehr dazu findest du unter SHBG: der übersehene Hormonwert.

Zur Einordnung: Hormone und Bauchfett beeinflussen sich gegenseitig. In der SWAN-Studie mit 1.528 Frauen sagte ein größerer Taillenumfang über neun Jahre spätere Veränderungen von SHBG, Testosteron und FSH voraus, umgekehrt kaum (Wildman 2012). Das Bauchfett ist also nicht nur Folge der Hormonumstellung. Es kann sie auch selbst mitformen. Die gute Nachricht daran: Ein Kreislauf hat mehrere Stellen, an denen du ansetzen kannst.

Hormonsystem

Östrogen sinkt, das Testosteron gewinnt im Verhältnis an Gewicht. Dieses neue Verhältnis kann Fett in Richtung Bauch lenken (Janssen 2010). Ein sinkendes SHBG kann den Effekt verstärken, weil dann mehr freies Testosteron zirkuliert.

Stoffwechsel

Bauchinnenfett liegt direkt vor der Leber. Seine Fettsäuren fließen über die Pfortader dorthin und können die Leber verfetten und unempfindlicher für Insulin machen. Die Bauchspeicheldrüse antwortet mit mehr Insulin, und mehr Insulin begünstigt weitere Einlagerung.

Immunsystem

Bauchinnenfett ist kein stilles Lager, sondern ein aktives Gewebe, das Entzündungsbotenstoffe abgeben kann. In einer britischen Studie lag ein Entzündungsmarker im Blut nach der Menopause um 4 Prozent höher als davor (Bermingham 2022). Stille Entzündung kann die Insulinsignale zusätzlich stören.

Nervensystem

Im Hypothalamus regelt Östrogen Appetit und Energieverbrauch mit (Mauvais-Jarvis 2013). In derselben Region sitzt dein innerer Thermostat, der in den Wechseljahren aus dem Takt geraten und Hitzewallungen auslösen kann. Unruhige Nächte können am nächsten Tag Hunger und Lust auf Süßes verstärken.

Mehr über die Rolle der Entzündung beim Gewicht liest du unter Stille Entzündung und Gewicht.

Eine zweite Perspektive kommt aus der anthroposophischen Medizin. Sie beschreibt das Leben in Siebenjahresschritten und versteht die Zeit um die fünfzig als Übergang, in dem sich Kräfte neu ordnen. Das ist ein Denkmodell, kein Studienergebnis. Aber es lädt dazu ein, die Wechseljahre nicht als Verfall zu lesen, sondern als Umbau, der neue Pflege braucht.

Reframe

Östrogen war nie nur ein Fruchtbarkeitshormon. Es war ein stiller Stoffwechselmanager. Wenn er in den Ruhestand geht, braucht dein Körper neue Verbündete: Muskeln, Schlaf und einen ruhigen Blutzucker.

Und jetzt weißt du, warum dieselbe Kalorie mit 52 an einem anderen Ort landen kann als mit 32.

Warum muss dein Insulin in den Wechseljahren mehr arbeiten?

Kennst du das? Nach dem Mittagessen wirst du so müde, als hätte jemand den Stecker gezogen. Um vier Uhr kommt der Heißhunger auf Süßes. Und nachts wachst du schweißgebadet auf.

Diese drei Dinge scheinen nichts miteinander zu tun zu haben. Aus Sicht der KPNI könnten sie Teile desselben Musters sein.

In der SWAN-Studie stiegen die Chancen auf ein neues metabolisches Syndrom mit jedem Jahr der Perimenopause, unabhängig vom Alter, und 13,7 Prozent der Frauen hatten es bis zur letzten Regelblutung neu entwickelt (Janssen 2008).

Insulin ist der Schlüssel, der deinen Zellen die Tür für Zucker aufschließt. Östrogen hält die Schlösser in Muskel und Leber geschmeidig. Sinkt es, während Bauchinnenfett zunimmt und Muskelmasse schwindet, können die Schlösser klemmen. Deine Bauchspeicheldrüse reagiert wie ein Schlüsseldienst im Dauereinsatz: Sie schickt immer mehr Schlüssel. Der Zucker bleibt so lange unauffällig. Nur der Aufwand steigt.

Ein Team der Rush University in Chicago um Janssen und Powell hat dieses Muster in der SWAN-Studie über neun Jahre bei 949 Frauen verfolgt. Die Chancen auf ein metabolisches Syndrom stiegen in der Perimenopause pro Jahr deutlich an, nach der Menopause etwas langsamer. Ein steigendes bioverfügbares Testosteron oder ein sinkendes SHBG erhöhte sie zusätzlich (Janssen 2008).

Der Zucker nach dem Essen verrät mehr als der Nüchternwert

Ernährungsstudie · eBioMedicine 2022

Nach der Menopause steigt der Zucker nach dem Essen stärker

Kohorte, Querschnitt, n=1.002Ein Team des King's College London um Bermingham und Berry verglich in der PREDICT-Studie mit 1.002 Teilnehmenden 366 Frauen vor, 55 während und 206 nach der Menopause mit Testmahlzeiten, Blutabnahmen und Glukosesensoren. Frauen nach der Menopause hatten höhere Nüchternwerte für Zucker und HbA1c, schliefen schlechter und zeigten deutlich höhere Zuckeranstiege nach dem Essen, im Vergleich mit gleichaltrigen Frauen vor der Menopause blieb ein kleinerer, aber messbarer Unterschied. Für dich heißt das: Der Zucker nach dem Essen kann mehr verraten als der Nüchternwert, wobei die Studie von einem Unternehmen für Ernährungsanalysen finanziert wurde.

Bermingham KM, Linenberg I, Hall WL, et al. EBioMedicine. 2022;85:104303. DOI: 10.1016/j.ebiom.2022.104303

Warum das für dich wichtig ist: Ein normaler Nüchternzucker ist eine gute Nachricht, aber kein Freispruch. Wie du Insulinresistenz früh erkennen kannst und welche Werte dabei mehr zeigen können, beschreibe ich ausführlich unter Insulinresistenz erkennen und umkehren. Wie Insulin und weibliche Hormone sich gegenseitig beeinflussen, liest du unter Insulinresistenz bei Frauen.

Hitzewallungen: mehr als ein lästiges Symptom?

Hitzewallungen gelten oft als reines Komfortproblem. Studien deuten darauf hin, dass sie auch etwas über deinen Stoffwechsel erzählen könnten.

Kohortenstudie · Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2012

Häufige Hitzewallungen, höherer HOMA-Index

Kohorte, SWAN, n=3.075Ein Team der University of Pittsburgh um Thurston und Matthews verfolgte 3.075 Frauen, die zu Beginn 42 bis 52 Jahre alt waren, acht Jahre lang mit jährlichen Blutabnahmen. Frauen mit Hitzewallungen an sechs oder mehr Tagen innerhalb von zwei Wochen hatten einen um rund 6 Prozent höheren HOMA-Index als Frauen ohne Hitzewallungen, auch wenn BMI und Hormonwerte berücksichtigt wurden. Für dich heißt das: Häufige Hitzewallungen können ein Anlass sein, auch den Insulinstoffwechsel anzuschauen, auch wenn der Effekt in der Studie moderat war.

Thurston RC, El Khoudary SR, Sutton-Tyrrell K, et al. J Clin Endocrinol Metab. 2012;97(10):3487-94. DOI: 10.1210/jc.2012-1410

Neuere Daten aus derselben Studie drehen die Blickrichtung um. Ein Team der University of Victoria in Kanada um Athar und Templeman fand bei 704 Frauen: Ein höheres Nüchterninsulin mit 47 Jahren sagte früher einsetzende und länger anhaltende Hitzewallungen und Nachtschweiß voraus. Das galt auch, wenn BMI und Blutzucker berücksichtigt wurden (Athar 2026). Hitzewallungen und Insulin scheinen sich also gegenseitig zu beeinflussen.

Ein Hinweis aus den großen Hormonstudien

Wie eng Östrogen und Zuckerstoffwechsel verbunden sind, zeigen ausgerechnet Studien, die eigentlich das Herz schützen sollten.

RCT · Diabetologia 2004

Östrogen greift in den Zuckerstoffwechsel ein

RCT, n=15.641In der Women's Health Initiative erhielten 15.641 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren zufällig eine kombinierte Hormontherapie oder ein Placebo, und das Team um Margolis wertete über 5,6 Jahre die neuen Diabetesfälle aus. Unter Hormontherapie entwickelten 3,5 Prozent einen behandelten Diabetes, unter Placebo 4,2 Prozent, ein um 21 Prozent geringeres Risiko, und die Insulinresistenz sank im ersten Jahr, weitgehend unabhängig von Gewicht und Taille. Für dich heißt das: Östrogen scheint direkt in den Zuckerstoffwechsel einzugreifen, was erklären kann, warum sein Rückgang ihn belasten kann.

Margolis KL, Bonds DE, Rodabough RJ, et al. Diabetologia. 2004;47(7):1175-87. DOI: 10.1007/s00125-004-1448-x

Bitte lies das nicht als Empfehlung, Hormone zur Diabetesvorbeugung zu nehmen. In derselben großen Studie überwogen bei gesunden Frauen zwischen 50 und 79 Jahren die Risiken der damals verwendeten Kombination für die Vorbeugung chronischer Erkrankungen, unter anderem mit mehr Brustkrebs, Schlaganfällen und Lungenembolien (Rossouw 2002). Die Daten zeigen aber, wie direkt Östrogen in den Zuckerstoffwechsel eingreifen kann. Und damit, warum sein Rückgang ihn belasten kann.

Die Kette, vereinfacht

1
Östrogen schwankt und sinkt

Das Testosteron gewinnt im Verhältnis an Gewicht. Die Balance der Hormone verschiebt sich.

2
Fett wandert zur Mitte

Weniger Fett an Hüfte und Beinen, mehr Bauchinnenfett und oft auch mehr Leberfett.

3
Insulin muss mehr arbeiten

Leber und Muskel reagieren schwächer. Die Bauchspeicheldrüse gleicht lange mit mehr Insulin aus.

4
Muskel schwindet, Schlaf leidet

Weniger Zuckerspeicher im Muskel, unruhige Nächte durch Hitzewallungen, mehr Hunger am Tag.

5
Der Kreislauf verstärkt sich

Mehr Bauchfett kann wiederum Hormone und Insulin beeinflussen. Jede Stufe ist aber auch ein Einstiegspunkt.

Vereinfachtes Modell nach Kohortendaten (Greendale 2019, Lovejoy 2008, Janssen 2008, Wildman 2012). Nicht jede Frau durchläuft alle Stufen, und der Verlauf kann an jeder Stelle beeinflusst werden.

Reframe

Müdigkeit nach dem Essen, Heißhunger am Nachmittag und Hitzewallungen in der Nacht sind vielleicht keine drei Probleme. Sie könnten drei Stimmen desselben Systems sein, das gerade lauter um Unterstützung bittet.

Und jetzt weißt du, warum sich in den Wechseljahren der Blick auf dein Insulin lohnen kann, nicht nur der auf die Waage.

Wird der Stoffwechsel langsamer, und warum kostet die alte Diät jetzt Muskeln?

Vielleicht hast du diesen Satz schon oft gehört: Ab fünfzig wird der Stoffwechsel eben langsamer. Er klingt wie ein Urteil. Wie etwas, gegen das du nichts tun kannst.

Die Forschung zeichnet ein differenzierteres Bild. Und es macht mehr Hoffnung.

Bezogen auf die fettfreie Masse blieb der tägliche Energieverbrauch in einer weltweiten Messdatenbank zwischen 20 und 60 Jahren stabil, sogar während einer Schwangerschaft (Pontzer 2021).

Messdatenbank · Science 2021

Der Motor bleibt, die Muskelmasse entscheidet

Humandaten, Doubly-Labeled-WaterEin internationales Team um Pontzer von der Duke University wertete Messungen des täglichen Energieverbrauchs mit der Doubly-Labeled-Water-Methode aus, einer Messung über markiertes Wasser, bei Menschen zwischen acht Tagen und 95 Jahren. Bezogen auf die fettfreie Masse blieb der Verbrauch zwischen 20 und 60 Jahren stabil und sank erst danach. Für dich heißt das: Dein Motor ist mit fünfzig nicht kaputt, aber wenn die Muskelmasse schrumpft, sinkt der Verbrauch mit ihr.

Pontzer H, Yamada Y, Sagayama H, et al. Science. 2021;373(6556):808-812. DOI: 10.1126/science.abe5017

Die Messungen aus Louisiana zeigen trotzdem eine Besonderheit der Übergangszeit. Der Energieverbrauch im Schlaf sank bei Frauen, die in die Menopause kamen, um 7,9 Prozent. Bei Frauen ohne Menopause waren es im selben Zeitraum 5,3 Prozent (Lovejoy 2008). Der Motor läuft also weiter. Er verbrennt nur anteilig weniger Fett. Und wenn die Muskelmasse schwindet, wie in der SWAN-Studie (Greendale 2019), sinkt der Verbrauch mit ihr.

Dein Muskel ist ein Parkplatz für Zucker

Stell dir deine Muskeln wie einen großen Parkplatz für Zucker vor. Nach dem Essen fährt der Zucker dort ein. Wird der Parkplatz Jahr für Jahr kleiner, stauen sich die Autos im Blut. Und dein Insulin muss als Parkwächter immer lauter pfeifen.

Bevölkerungsdaten · Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2011

Mehr Muskel, weniger Insulinresistenz

Querschnitt, NHANES III, n=13.644Srikanthan und Karlamangla von der University of California in Los Angeles werteten Daten von 13.644 Erwachsenen der US-Gesundheitsstudie NHANES III aus und setzten die Muskelmasse ins Verhältnis zum Körpergewicht. Jede Zunahme dieses Muskelanteils um 10 Prozent ging mit einem um 11 Prozent niedrigeren HOMA-Index und 12 Prozent weniger Prädiabetes oder Diabetes einher, auch nach Berücksichtigung von Übergewicht und Bauchumfang. Für dich heißt das: Mehr Muskel könnte deinem Insulin Arbeit abnehmen, wobei eine solche Momentaufnahme Zusammenhänge zeigt und keine Ursache beweist.

Srikanthan P, Karlamangla AS. J Clin Endocrinol Metab. 2011;96(9):2898-903. DOI: 10.1210/jc.2011-0435

Warum die Crash-Diät jetzt teurer wird

Und hier liegt der Haken an der Diät von früher. Wer schnell und stark abnimmt, verliert nicht nur Fett. Ein Teil des Gewichts ist immer auch Muskel. Und in dieser Lebensphase besonders heikel: Knochen.

RCT · JAMA Network Open 2019

Radikal abnehmen kann mehr Muskel und Knochen kosten

RCT, n=101, TEMPOIn der TEMPO-Studie der University of Sydney um Seimon und Sainsbury nahmen 101 Frauen mit Adipositas, die mindestens fünf Jahre nach der Menopause waren, entweder ein Jahr lang moderat ab oder zunächst vier Monate mit einer sehr kalorienarmen Formuladiät und danach moderat. Die strenge Gruppe verlor mehr Gewicht und mehr Fett, aber auch 1,2 Kilo mehr fettfreie Masse und mehr Knochendichte an der Hüfte. Für dich heißt das: Je härter die Diät, desto mehr kann sie an Muskeln und Knochen zehren, die in dieser Lebensphase besonders wertvoll sind.

Seimon RV, Wild-Taylor AL, Keating SE, et al. JAMA Netw Open. 2019;2(10):e1913733. DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2019.13733

Fairerweise: In der TEMPO-Studie war der Muskelverlust in beiden Gruppen ungefähr proportional zum Gewichtsverlust, und die Griffkraft unterschied sich nicht. Am deutlichsten war der Unterschied bei den Knochen. Die Forschenden raten deshalb zur Vorsicht mit sehr strengen Diäten bei Frauen mit Osteopenie oder Osteoporose (Seimon 2019).

Was den Muskel beim Abnehmen schützen kann, zeigt eine randomisierte Studie im New England Journal of Medicine. Bei 160 älteren Erwachsenen mit Adipositas sank das Gewicht in allen Trainingsgruppen um 9 Prozent. Die fettfreie Masse nahm mit Krafttraining oder kombiniertem Training aber nur um 2 bis 3 Prozent ab, mit reinem Ausdauertraining um 5 Prozent (Villareal 2017).

Und Eiweiß? In einer Meta-Analyse bei Frauen nach der Menopause brachte zusätzliches Molkeneiweiß nur in Kombination mit Krafttraining mehr Armkraft und mehr Muskulatur an den Beinen. Ohne Training zeigte sich für die Muskeln kein Vorteil (Kuo 2022). Eiweiß liefert das Baumaterial. Den Bauauftrag gibt der Muskelreiz.

Mehr zum Muskel als Stoffwechselorgan findest du unter Muskelabbau im Alter und Muskelabbau unter der Abnehmspritze.

Was mit 35 oft gereicht hat
  • Ein paar Wochen deutlich weniger essen
  • Ausdauer als einziger Sport
  • Die Waage als einziger Maßstab
  • Zwischendurch eine strenge Diät
Was ab der Lebensmitte zusätzlich zählt
  • Muskeln aufbauen und erhalten
  • Eiweiß über den Tag verteilt
  • Den Zucker nach dem Essen beruhigen
  • Schlaf und Hitzewallungen ernst nehmen
  • Taille und Muskelmasse messen, nicht nur Gewicht
  • Den Hormonstatus ärztlich einordnen lassen
Reframe

Die Waage belohnt dich manchmal für das Falsche. Wer mit einer strengen Diät Muskeln verliert, sieht zuerst eine kleinere Zahl und hat danach weniger Motor für alle Jahre, die noch kommen.

Und jetzt weißt du, warum weniger essen allein in den Wechseljahren oft weniger bringt, als es verspricht.

Was kann beim Abnehmen in den Wechseljahren helfen?

Vielleicht denkst du gerade: Gut, ich verstehe das jetzt. Aber heißt das, ich muss den Bauch einfach hinnehmen?

Nein. Die Studienlage macht hier ausdrücklich Mut. Kalorien spielen eine Rolle, aber sie sind nicht der einzige und oft nicht der stärkste Hebel.

Ein langfristiges Ernährungs- und Bewegungsprogramm verhinderte in einer randomisierten Studie mit 535 Frauen die Gewichtszunahme über die Wechseljahre: Nach 4,5 Jahren lagen 55 Prozent der Teilnehmerinnen auf oder unter ihrem Ausgangsgewicht, in der Kontrollgruppe 26 Prozent (Simkin-Silverman 2003).

RCT · Annals of Behavioral Medicine 2003

Die Zunahme in den Wechseljahren lässt sich bremsen

RCT, n=535, 4,5 JahreIm Women's Healthy Lifestyle Project der University of Pittsburgh um Simkin-Silverman, Wing und Kuller erhielten 535 gesunde Frauen zwischen 44 und 50 Jahren entweder ein fünfjähriges Programm mit einem kalorien- und fettreduzierten Ernährungsplan und mehr Bewegung oder nur Kontrolluntersuchungen. Nach 4,5 Jahren lag das Gewicht der Programmgruppe im Mittel 0,1 Kilo unter dem Ausgangswert, die Kontrollgruppe hatte 2,4 Kilo zugenommen, und der Taillenumfang sank in der Programmgruppe um 2,9 Zentimeter, in der Kontrollgruppe um 0,5. Für dich heißt das: Der Weg durch die Wechseljahre ist kein Schicksal, und wer dauerhaft aktiv blieb und fettarm aß, hielt sein Gewicht in dieser Studie am besten.

Simkin-Silverman LR, Wing RR, Boraz MA, Kuller LH. Ann Behav Med. 2003;26(3):212-20. DOI: 10.1207/S15324796ABM2603_06

Hebel 1: Muskeln als Stoffwechselpartner

Meta-Analyse · Frontiers in Endocrinology 2023

Training formt den Körper nach der Menopause

Meta-Analyse, 101 RCTs, n=5.697Ein internationales Team um Khalafi von der Universität Kashan fasste 101 randomisierte Studien mit 5.697 Frauen nach der Menopause zusammen. Training erhöhte die Muskelmasse und senkte Fettmasse, Körperfettanteil, Taillenumfang und Bauchinnenfett, wobei Ausdauer- und kombiniertes Training stärker am Fett und Kraft- und kombiniertes Training stärker am Muskel ansetzten. Für dich heißt das: Die Kombination aus Kraft und Ausdauer kann beide Seiten der Verschiebung gleichzeitig angehen.

Khalafi M, Habibi Maleki A, Sakhaei MH, et al. Front Endocrinol (Lausanne). 2023;14:1183765. DOI: 10.3389/fendo.2023.1183765
RCT · Maturitas 2023

Krafttraining gegen die Umverteilung

RCT, n=65, 15 WochenEin Team der Universität Linköping um Nilsson und Spetz Holm teilte 65 wenig aktive Frauen nach der Menopause mit Hitzewallungen zufällig auf 15 Wochen betreutes Krafttraining an drei Tagen pro Woche oder unveränderte Aktivität auf und maß das Bauchfett im Kernspin. Frauen, die an mindestens zwei von drei Einheiten pro Woche teilnahmen, verloren deutlich mehr Unterhautfett am Bauch und mehr Bauchinnenfett als die Kontrollgruppe. Für dich heißt das: Krafttraining kann der Umverteilung des Fetts in die Körpermitte etwas entgegensetzen, vorausgesetzt, du bleibst regelmäßig dabei.

Nilsson S, Hammar M, West J, Borga M, Thorell S, Spetz Holm AC. Maturitas. 2023;176:107794. DOI: 10.1016/j.maturitas.2023.107794

Wie du in dieser Lebensphase sinnvoll mit Krafttraining beginnen kannst und was es für Knochen und Gelenke bedeuten kann, beschreibt der Beitrag Krafttraining in den Wechseljahren.

Hebel 2: Den Blutzucker beruhigen

Weil der Zucker nach dem Essen nach der Menopause stärker ansteigen kann (Bermingham 2022), lohnt sich der Blick auf die Mahlzeiten. Gemüse und Eiweiß vor den Kohlenhydraten, ein kurzer Spaziergang nach dem Essen und eine eher frühe letzte Mahlzeit können die Zuckerkurve flacher machen. Das sind keine Tricks, sondern Signale an einen Stoffwechsel, der gerade empfindlicher reagiert. Mehr dazu unter Blutzuckerspitzen vermeiden und Bewegung nach dem Essen.

Ein Glukosesensor kann zeigen, welche Mahlzeiten deinen Zucker besonders anheben. Beim ersten Sensor lohnt sich eine begleitete Anlage und Auswertung, mehr dazu unter Blutzucker und Abnehmen: was ein CGM-Sensor zeigt. Ob und wie Fasten in dieser Phase zu dir passt, liest du unter Fasten in den Wechseljahren.

Hebel 3: Die Nächte schützen

Schlaf ist in den Wechseljahren oft das erste Opfer. In der britischen PREDICT-Studie schliefen Frauen nach der Menopause schlechter als Frauen davor (Bermingham 2022). Wer nachts mehrmals mit Hitzewallungen aufwacht, startet mit einem gereizten Stoffwechsel in den Tag. Hitzewallungen ärztlich ernst zu nehmen, ist deshalb auch Stoffwechselpflege. Mehr dazu unter Wechseljahre und Schlafstörungen und Schlaf und Abnehmen.

Und die Hormontherapie?

Viele Frauen fragen mich, ob eine Hormontherapie den Bauch zurückholen kann. Die Antwort ist differenziert.

Eine Cochrane-Übersicht randomisierter Studien fand keinen Hinweis, dass Östrogen allein oder mit Gestagen das Gewicht über die übliche Zunahme in den Wechseljahren hinaus erhöht (Norman 2000). Eine Meta-Analyse von 107 Studien fand bei Frauen ohne Diabetes sogar 6,8 Prozent weniger Bauchfett, einen um 12,9 Prozent niedrigeren HOMA-Index und 30 Prozent weniger neue Diabetesfälle. Tabletten erhöhten dabei das Entzündungsprotein CRP, Präparate über die Haut nicht (Salpeter 2006). Eine Übersichtsarbeit um Davis von der Monash University in Melbourne hält es für gut belegt, dass Östrogen die Verschiebung zum Bauchfett teilweise abmildern kann. Welche Frauen am meisten profitieren, sei aber noch offen (Davis 2012).

RCT, doppelblind · Menopause 2021

Krafttraining mit und ohne Östrogen

RCT, n=31, 12 WochenEin Team der Universität Aarhus um Dam und Hansen ließ 31 untrainierte Frauen kurz nach der Menopause zwölf Wochen lang betreut Krafttraining machen, zufällig kombiniert mit einem Östrogenpflaster oder einem Placebo. Die Placebo-Gruppe verlor überraschend mehr Fett, beim Bauchinnenfett 18,6 Prozent gegenüber 6,8 Prozent, während sich in der Östrogen-Gruppe LDL-Cholesterin, Blutzucker und HbA1c stärker verbesserten. Für dich heißt das: Östrogen und Training scheinen an unterschiedlichen Stellen anzusetzen, und Krafttraining allein konnte das Bauchinnenfett in dieser kleinen Studie deutlich verringern.

Dam TV, Dalgaard LB, Thomsen CB, et al. Menopause. 2021;28(11):1214-1224. DOI: 10.1097/GME.0000000000001841

Was das für dich bedeutet: Eine Hormontherapie ist kein Abnehmmittel. Sie kann eine sinnvolle Behandlung von Wechseljahresbeschwerden sein, die nebenbei den Stoffwechsel günstig beeinflussen kann. Ob sie für dich passt, hängt von deinen Beschwerden, deinem Alter, dem Zeitpunkt und deiner Vorgeschichte ab. Diese Abwägung gehört in ein ausführliches Gespräch mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen. Vor- und Nachteile habe ich unter Wechseljahre: Symptome und Phasen zusammengefasst.

Und die Abnehmspritze?

Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid sind verschreibungspflichtig und gehören in ärztliche Hand. Gerade in den Wechseljahren lohnt dabei der Blick auf die Muskeln, weil ein Teil des Gewichtsverlusts Muskelmasse sein kann. Hintergründe findest du unter Abnehmspritze: was sie kann und was nicht.

Was belegt ist und was offen bleibt

Randomisierte Studien

Training kann die Körperzusammensetzung nach der Menopause verbessern (Khalafi 2023). Ein langfristiges Lebensstilprogramm kann die Gewichtszunahme über die Wechseljahre bremsen (Simkin-Silverman 2003). Eine Hormontherapie macht im Mittel nicht dicker (Norman 2000).

Große Kohorten

In den Wechseljahren verschiebt sich Fett in die Körpermitte, während Muskelmasse verloren geht (Greendale 2019, Lovejoy 2008). Hitzewallungen und Insulinresistenz hängen zusammen (Thurston 2012, Athar 2026).

Mechanismus

Östrogen als direkter Regler von Fettverteilung und Insulin ist im Tiermodell gut belegt, beim Menschen noch nicht in allen Details (Heine 2000, Mauvais-Jarvis 2013).

Praxiserfahrung

Klinisch beobachte ich: Frauen, die in dieser Phase zuerst Muskeln, Eiweiß und Schlaf stärken, statt noch weniger zu essen, berichten mir häufiger von mehr Energie und einer schmaleren Taille. Das ist Erfahrung, kein Studienergebnis.

Der größere Rahmen

Es geht nicht um die Jeansgröße

Es geht um die nächsten dreißig Jahre. Die American Heart Association beschreibt den Übergang in die Menopause als Zeit, in der sich das Herz-Kreislauf-Risiko beschleunigen kann, und als entscheidendes Fenster für frühe Vorbeugung (El Khoudary 2020). Muskeln, die dich tragen. Ein Stoffwechsel, der mitspielt. Knochen, die halten. Das ist keine Eitelkeit. Das ist Freiheit.

Reframe

Die Wechseljahre sind kein Ende deiner Möglichkeiten. Sie sind ein Umbau. Und bei einem Umbau entscheidest du mit, was neu entsteht.

Und jetzt weißt du, warum Muskeln, Blutzucker und Hormone in dieser Lebensphase mehr bewegen können als jede neue Diät.

Drei Hebel, mit denen du diese Woche beginnen kannst

Vielleicht ist das gerade viel auf einmal. Atme kurz durch. Du musst nicht alles gleichzeitig ändern. Beginne mit einem ehrlichen Blick auf deine Ausgangslage.

Dein Selbstcheck in zwei Minuten

  • Die Mitte: Dein Taillenumfang liegt über der Hälfte deiner Körpergröße.
  • Die Waage: Das Gewicht hat sich kaum verändert, aber Hosen und Röcke spannen am Bund.
  • Nach dem Essen: Müdigkeit, Benommenheit oder ein Energieloch am Nachmittag.
  • Die Nächte: Hitzewallungen oder Nachtschweiß und mehrmaliges Aufwachen.
  • Die Kraft: Treppen, Einkaufstaschen oder das Aufstehen aus der Hocke fallen schwerer als früher.
  • Der Befund: Erhöhte Triglyzeride, niedriges HDL, erhöhte Leberwerte oder ein erhöhtes Nüchterninsulin.

Keines dieser Zeichen beweist etwas. Treffen mehrere zu, ist das ein guter Grund, gezielt messen zu lassen.

1

Miss deine Mitte, nicht nur dein Gewicht

Nimm ein Maßband und teile deinen Taillenumfang durch deine Körpergröße. Liegt der Wert über 0,5, lohnt sich ein genauerer Blick (Browning 2010). Eine Messung der Körperzusammensetzung kann zeigen, ob sich Fett und Muskel verschoben haben, auch wenn die Waage gleich bleibt.

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Gib deinen Muskeln Arbeit

Plane zwei bis drei Krafteinheiten pro Woche für die großen Muskelgruppen, dazu Bewegung, bei der du leicht ins Schnaufen kommst. In den Studien zeigten sich die Effekte vor allem bei Frauen, die regelmäßig dabeiblieben. Fang klein an und steigere dich langsam.

3

Iss für Muskeln und einen ruhigen Blutzucker

Baue in jede Mahlzeit eine Eiweißquelle ein, etwa Eier, Hülsenfrüchte, Joghurt, Quark oder Fleisch. Iss Gemüse und Eiweiß vor den Kohlenhydraten und lege die letzte Mahlzeit eher früher. Und schütze deinen Schlaf, so gut es geht. Er ist in dieser Phase kein Luxus, sondern Stoffwechselzeit.

Reframe

Du musst nicht weniger werden. Du darfst stärker werden.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Eine ungewollte Gewichtszunahme kann auch andere Ursachen haben, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion, Medikamente, eine Depression oder seltene hormonelle Erkrankungen. Lass das ärztlich abklären, besonders wenn sich dein Gewicht schnell verändert. Hormontherapie, Abnehmspritzen und blutzuckersenkende Medikamente sind verschreibungspflichtig und gehören in ärztliche Hand. Sehr kalorienarme Diäten können bei Osteopenie oder Osteoporose die Knochen zusätzlich belasten (Seimon 2019). Bei einer Nierenerkrankung sprich deine Eiweißmenge ärztlich ab (Bauer 2013). Wenn du mit Krafttraining beginnst und Gelenk- oder Herzprobleme hast, lass dich vorher beraten. Dieser Text enthält bewusst keine Dosierungen.

Und jetzt weißt du warum: Dein Körper hat nicht aufgehört, dir zuzuhören. Er hat nur die Sprache gewechselt. Wer sie lernt, kann wieder mit ihm arbeiten statt gegen ihn.

Häufige Fragen zum Abnehmen in den Wechseljahren

Warum nehme ich in den Wechseljahren zu, obwohl ich nicht mehr esse als früher?

Oft verändert sich weniger die Menge auf dem Teller als die Art, wie dein Körper mit Energie umgeht. Mit Beginn der Wechseljahre nimmt die Fettmasse schneller zu, während Muskelmasse verloren geht (Greendale 2019). In einer Längsschnittstudie sank bei Frauen, die in die Menopause kamen, die Fettverbrennung um 32 Prozent, und ihre körperliche Aktivität nahm schon zwei Jahre vorher ab (Lovejoy 2008). Dazu können schlechterer Schlaf und eine sinkende Insulinempfindlichkeit kommen. So kann der Bauch wachsen, obwohl sich deine Gewohnheiten kaum verändert haben.

Ab wann verändert sich der Körper in den Wechseljahren?

Oft früher, als viele denken. In der US-Studie SWAN beschleunigte sich die Zunahme der Fettmasse bereits mit dem Beginn des Übergangs, also in den Jahren vor der letzten Regelblutung, und gleichzeitig begann die Muskelmasse zu sinken (Greendale 2019). Diese Veränderungen liefen bis etwa zwei Jahre nach der letzten Periode weiter und flachten danach ab. Die Perimenopause kann deshalb ein besonders guter Zeitpunkt sein, um Muskeln und Stoffwechsel gezielt zu stärken.

Warum wächst in den Wechseljahren vor allem der Bauch?

Östrogen begünstigt die Fettspeicherung an Hüfte und Oberschenkeln. Sinkt es, verschiebt sich das Verhältnis zugunsten der Androgene, und Fett landet eher in der Körpermitte. In einer Meta-Analyse mit Daten von über einer Million Frauen hatten Frauen nach der Menopause im Mittel 4,6 Zentimeter mehr Taillenumfang, mehr Bauchinnenfett und weniger Fett an den Beinen (Ambikairajah 2019). In der SWAN-Studie hing ein höheres bioverfügbares Testosteron mit mehr Bauchinnenfett zusammen, unabhängig von Alter und Gesamtkörperfett (Janssen 2010).

Wird der Stoffwechsel in den Wechseljahren langsamer?

Teilweise, aber anders als oft gedacht. Eine große Messdatenbank zeigte, dass der Energieverbrauch bezogen auf die fettfreie Masse zwischen 20 und 60 Jahren stabil bleibt (Pontzer 2021). Was in der Lebensmitte sinken kann, sind vor allem die Muskelmasse, die Alltagsbewegung und die Fettverbrennung (Greendale 2019, Lovejoy 2008). Deshalb kann Muskelaufbau in dieser Phase einer der wichtigsten Hebel sein.

Macht eine Hormonersatztherapie dick?

Nach heutiger Studienlage im Mittel nicht. Eine Cochrane-Übersicht randomisierter Studien fand keinen Hinweis, dass Östrogen allein oder mit Gestagen das Gewicht über die übliche Zunahme in den Wechseljahren hinaus erhöht (Norman 2000). Eine Meta-Analyse von 107 Studien fand unter Hormontherapie bei Frauen ohne Diabetes sogar etwas weniger Bauchfett und eine bessere Insulinempfindlichkeit (Salpeter 2006). Ob eine Hormontherapie für dich infrage kommt, entscheidet sich trotzdem an Beschwerden, Risiken und Zeitpunkt, nicht am Gewicht.

Kann eine Hormontherapie beim Abnehmen in den Wechseljahren helfen?

Eine Hormontherapie ist kein Abnehmmittel. In der Women's Health Initiative ging sie mit einem um 21 Prozent geringeren Risiko für behandelten Diabetes und einer sinkenden Insulinresistenz einher (Margolis 2004), dieselbe Studie zeigte aber auch Risiken wie mehr Brustkrebs und Schlaganfälle (Rossouw 2002). In einer kleinen randomisierten Studie verloren Frauen mit Krafttraining und Placebo sogar mehr Bauchinnenfett als Frauen mit Krafttraining und Östrogenpflaster, während sich unter Östrogen Blutzucker und Blutfette stärker verbesserten (Dam 2021). Die Entscheidung gehört in ein ausführliches Gespräch mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen.

Welche Rolle spielt Insulinresistenz in den Wechseljahren?

Eine größere, als viele denken. In der SWAN-Studie stiegen die Chancen auf ein neues metabolisches Syndrom mit jedem Jahr der Perimenopause, unabhängig vom Alter, und ein steigendes Testosteron oder sinkendes SHBG erhöhte sie zusätzlich (Janssen 2008). In einer britischen Studie fielen die Zuckeranstiege nach dem Essen bei Frauen nach der Menopause höher aus als bei Frauen davor (Bermingham 2022). Ein normaler Nüchternzucker schließt eine beginnende Insulinresistenz deshalb nicht aus. Nüchterninsulin und HOMA-Index können zusätzliche Hinweise geben.

Ist Krafttraining oder Ausdauertraining besser zum Abnehmen in den Wechseljahren?

Am meisten spricht für die Kombination. Eine Meta-Analyse von 101 randomisierten Studien mit 5.697 Frauen nach der Menopause zeigte, dass Ausdauertraining vor allem an der Fettmasse und Krafttraining vor allem an der Muskelmasse ansetzte, die Kombination verbesserte beides (Khalafi 2023). In einer schwedischen Studie verringerten Frauen, die regelmäßig an 15 Wochen Krafttraining teilnahmen, ihr Bauchfett und Bauchinnenfett stärker als Frauen ohne Training (Nilsson 2023). Der Muskel ist in dieser Lebensphase kein Bonus, sondern dein wichtigster Stoffwechselpartner.

Wie viel Eiweiß brauche ich in den Wechseljahren?

Für die Lebensmitte gibt es keine eigene feste Zahl. Für Menschen über 65 empfiehlt eine europäische Expertengruppe mindestens 1,0 bis 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, für aktive Menschen eher mehr und bei schwerer Nierenerkrankung weniger (Bauer 2013). Mindestens so wichtig ist der Reiz: In einer Meta-Analyse brachte zusätzliches Molkeneiweiß Frauen nach der Menopause nur zusammen mit Krafttraining einen Vorteil für Kraft und Beinmuskulatur (Kuo 2022). Wie viel für dich passt, hängt von Nieren, Gewicht und Aktivität ab und lässt sich ärztlich einordnen.

Ist Intervallfasten in den Wechseljahren sinnvoll?

Das hängt von deiner Ausgangslage ab. Längere Essenspausen können manchen Frauen helfen, den Blutzucker zu beruhigen. Bei schlechtem Schlaf, viel Stress oder wenig Muskelmasse kann ein zu großes Defizit den Muskelverlust aber eher verstärken, und sehr strenge Diäten können nach der Menopause zusätzlich an der Knochendichte zehren (Seimon 2019). Entscheidend ist, dass im kürzeren Essensfenster genug Eiweiß Platz findet. Mehr dazu findest du im Beitrag Fasten in den Wechseljahren.

Haben Hitzewallungen etwas mit dem Gewicht zu tun?

Möglicherweise, über den Stoffwechsel. In der SWAN-Studie mit 3.075 Frauen gingen Hitzewallungen an sechs oder mehr Tagen innerhalb von zwei Wochen mit einem um rund 6 Prozent höheren HOMA-Index einher, auch wenn der BMI berücksichtigt wurde (Thurston 2012). Umgekehrt sagte ein höheres Nüchterninsulin mit 47 Jahren früher einsetzende und länger anhaltende Hitzewallungen voraus (Athar 2026). Hitzewallungen und Insulin scheinen sich also gegenseitig zu beeinflussen. Häufige Hitzewallungen können deshalb ein Anlass sein, auch den Zuckerstoffwechsel anzuschauen.

Welche Blutwerte sind beim Abnehmen in den Wechseljahren sinnvoll?

Sinnvoll kann ein Blick auf mehrere Systeme sein. Für den Zuckerstoffwechsel zählen Nüchternzucker und HbA1c, ergänzt um Nüchterninsulin und den HOMA-Index. Dazu kommen Blutfette, Leberwerte und die Schilddrüse, weil eine Unterfunktion das Gewicht ebenfalls beeinflussen kann. Je nach Beschwerden können auch Ferritin, Vitamin D sowie Sexualhormone samt SHBG Hinweise geben. Entscheidend ist, die Werte zusammen mit Taille, Muskelmasse und Beschwerden zu lesen, nicht jeden für sich.

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SJ

Shukri Jarmoukli

Arzt, Integrative Medizin · ViveCura Berlin

Als approbierter Arzt verbinde ich Schulmedizin mit Klinischer Psychoneuroimmunologie, Lebensstilmedizin und anthroposophischen Perspektiven. In den Wechseljahren ist mir wichtig, Gewicht nicht als Frage der Disziplin zu behandeln. Ich schaue auf Hormone, Insulin, Muskeln und Schlaf, um gemeinsam Wege zu finden, die in deinen Alltag passen.

ViveCura · Skalitzer Straße 137 · 10999 Berlin

Quellen

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Hinweis zur Evidenzlage: Belegt durch randomisierte Studien und Meta-Analysen ist, dass Training die Körperzusammensetzung nach der Menopause verbessern kann (Khalafi 2023, Nilsson 2023, Dam 2021), dass ein langfristiges Lebensstilprogramm die Gewichtszunahme über die Wechseljahre bremsen kann (Simkin-Silverman 2003) und dass eine Hormontherapie im Mittel nicht zu zusätzlicher Gewichtszunahme führt (Norman 2000). Die Verschiebung von Fett in die Körpermitte und der Verlust an Muskelmasse stützen sich auf große Kohortenstudien und eine Meta-Analyse von Beobachtungsstudien (Greendale 2019, Lovejoy 2008, Ambikairajah 2019). Wie viel davon auf das Alter und wie viel auf die Hormonumstellung entfällt, wird weiter diskutiert, und Hormone und Bauchfett beeinflussen sich gegenseitig (Wildman 2012). Die Zusammenhänge zwischen Hitzewallungen und Insulin beruhen auf Beobachtungsdaten (Thurston 2012, Athar 2026). Die PREDICT-Studie wurde von einem Unternehmen für Ernährungsanalysen finanziert (Bermingham 2022). Daten zur Rolle des Östrogenrezeptors stammen teils aus Tierstudien an Mäusen (Heine 2000) und sind beim Menschen noch nicht in allen Details bestätigt. Die Ergebnisse der großen Hormonstudien sind kein Grund für eine Hormoneinnahme zur Vorbeugung (Rossouw 2002). Die Eiweißempfehlung der PROT-AGE-Gruppe gilt für Menschen über 65 Jahre (Bauer 2013), und die Trainingsstudie von Villareal untersuchte ältere Erwachsene, nicht speziell Frauen in den Wechseljahren (Villareal 2017). Orientierungswerte aus meiner Praxis sind als Erfahrung gekennzeichnet und kein Studienergebnis. Die Patientengeschichte ist aus mehreren Verläufen zusammengesetzt und anonymisiert, sie belegt keine Wirksamkeit. Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.

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