Fasten und Migräne: Warum Fasten Kopfschmerzen auslösen kann und wie du vorbeugst
Kopfschmerzen beim Fasten sind häufig, vor allem am ersten Tag und bei Menschen mit Migräne. Meist spielen mehrere Faktoren zusammen: Koffein, Wasser, Salz, Energiestoffwechsel, Schlaf und ein empfindliches Nervensystem. Hier liest du, was Studien zeigen und wie du vorbeugen kannst.
Ein Kopfschmerz beim Fasten ist kein Beweis, dass Fasten nichts für dich ist. Er ist eher eine Nachricht über deine Vorbereitung: über Kaffee, Wasser, Salz, Schlaf und darüber, wie empfindlich dein Kopf auf Veränderung reagiert.
Vielleicht kennst du diesen Moment.
Tag eins deines Fastens. Der Vormittag lief überraschend leicht. Kein Frühstück, kein Problem.
Gegen drei Uhr nachmittags meldet sich ein dumpfer Druck hinter der Stirn. Wie ein Band, das sich langsam enger zieht. Dir fällt ein, dass du heute auch keinen Kaffee hattest.
Am Abend liest du in einem Forum: Das ist normal, das gibt sich. Vielleicht stimmt das. Aber es fühlt sich nicht nach einer Antwort an.
Wenn du dich hier wiederfindest, bist du in guter Gesellschaft. Kopfschmerz gehört zu den häufigsten Beschwerden beim Fasten. Und wenn du Migräne kennst, ist die Sorge vor dem Fasten oft größer als der Hunger.
Ich möchte dir mehr geben als ein Schulterzucken. Hier geht es um drei Fragen. Wie häufig sind Kopfschmerzen beim Fasten? Welche Stellschrauben kennt die Forschung? Und was kannst du vorbereiten, damit dein Kopf ruhiger bleibt?
Wie du sanft ins Fasten einsteigst, liest du in Fasten für Einsteiger. Was Kaffee mit deiner Fastenpause macht, steht in Was bricht das Fasten?. Hier geht es um deinen Kopf.
Was dich in diesem Artikel erwartet
- Wie häufig Kopfschmerzen beim Fasten sind
- Fünf Stellschrauben, die Studien diskutieren
- Warum Koffeinentzug so oft mitspielt
- Was Blutzucker und Ketone damit zu tun haben
- Wasser, Salz und Magnesium ehrlich eingeordnet
- Warum Fasten bei Migräne ein stärkerer Reiz sein kann
- Drei Hebel für deinen nächsten Fastentag
- Warnzeichen, die ärztlich abgeklärt gehören
Wie ich die Evidenz markiere
Klinische Studie Kontrollierte Studien am Menschen, meist randomisiert, sowie Meta-Analysen.
Beobachtung Mensch Befragungen, Beobachtungsstudien, Fallserien und Übersichtsarbeiten. Sie zeigen Zusammenhänge, nicht zwingend Ursache und Wirkung.
Tierstudie Versuche an Tieren. Sie erklären mögliche Mechanismen, beim Menschen sind sie nicht automatisch übertragbar.
Ist Kopfschmerz beim Fasten normal? Was Studien zur Häufigkeit zeigen
Kurz gesagt: Kopfschmerz beim Fasten ist häufig. In Studien zu religiösen Fastentagen bekamen rund vier von zehn Fastenden Kopfschmerzen, von den Nichtfastenden weniger als jeder Zehnte. Das Risiko steigt mit der Dauer des Fastens und ist bei Menschen mit Kopfschmerz-Vorgeschichte deutlich höher. Typisch ist ein drückender, beidseitiger Schmerz, der sich nach dem Essen bessert.
Vielleicht fragst du dich, ob mit dir etwas nicht stimmt, weil andere scheinbar mühelos fasten. Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte.
Beobachtung Mensch Ein Team der Universität Tel Aviv um Mosek und Korczyn befragte 370 Krankenhausangestellte vor und direkt nach dem 25-stündigen Fasten an Jom Kippur. Von den 211 Fastenden bekamen 39 Prozent Kopfschmerzen, von den Nichtfastenden nur 7 Prozent. Wer schon vorher zu Kopfschmerzen neigte, war deutlich häufiger betroffen: 66 gegenüber 29 Prozent.
Für dich heißt das: Wenn dein Kopf auf das Fasten reagiert, ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern ein gut beschriebenes Muster.
Mosek A, Korczyn AD. Neurology. 1995. DOI: 10.1212/wnl.45.11.1953Die Schmerzen waren in dieser Studie meist nicht pulsierend, leicht bis mittelstark, beidseitig und an der Stirn. Mit jeder Fastenstunde stieg die Zahl der Betroffenen. Eine Befragung von Klinikpersonal in Riad kam am ersten Ramadantag zu einem ähnlichen Bild. 41 Prozent der Fastenden hatten Kopfschmerzen, aber nur 8 Prozent der Nichtfastenden. In 78 Prozent der Fälle ähnelte der Schmerz einem Spannungskopfschmerz.
Die internationale Kopfschmerzklassifikation führt den Kopfschmerz durch Fasten deshalb als eigene Diagnose. Eine Übersichtsarbeit aus Parma beschreibt ihn als diffus oder stirnbetont, nicht pulsierend und leicht bis mittelstark. In einer dänischen Bevölkerungsstudie hatten ihn 4,1 Prozent der Menschen mindestens einmal im Leben. Meist klingt er innerhalb von 72 Stunden ab, nachdem du wieder isst.
Das Muster wiederholt sich: Der Anfang ist die schwierigste Phase. In einer Studie aus Riad mit 173 ausgewerteten Teilnehmenden hatten am ersten Ramadantag 33 Prozent Kopfschmerzen, am siebten Tag noch 11 Prozent. Eine aktuelle Übersichtsarbeit aus Dänemark beschreibt dasselbe. Die Beschwerden sind in den ersten Fastentagen am stärksten und lassen danach meist nach.
Der Kopfschmerz am ersten Fastentag ist meist kein Urteil über dich und kein Beweis, dass Fasten nichts für dich ist. Er kann ein Zeichen sein, dass dein Körper mehrere Umstellungen gleichzeitig verkraften muss.
Genau darin liegt die Chance. Umstellungen lassen sich vorbereiten.
Und jetzt weißt du, warum der erste Fastentag selten ein guter Maßstab für dein Fasten ist.
Woher kommen Kopfschmerzen beim Fasten? Fünf Stellschrauben statt eines Schuldigen
Vielleicht hast du gelesen, Fastenkopfschmerz sei einfach Unterzucker. Oder Wassermangel. Oder Entgiftung. Jede dieser Erklärungen klingt einleuchtend. Keine reicht allein.
Die Forschung hat bisher keinen einzelnen Auslöser gefunden. Eine Übersichtsarbeit aus Parma nennt Unterzuckerung und Koffeinentzug als besonders diskutierte Ursachen und betont, dass vieles offen ist. Eine Übersichtsarbeit von 2026 über 20 Studien zum Ramadan zählt Flüssigkeitsmangel, Koffeinentzug, Unterzuckerung, gestörten Schlaf und veränderte Essgewohnheiten auf. Die internationale Kopfschmerzklassifikation ist noch zurückhaltender. Sie hält fest, dass Fastenkopfschmerz auch ohne Unterzuckerung auftreten kann.
Stell dir deinen Kopf wie eine Waage vor. Auf der einen Seite liegt deine Empfindlichkeit für Schmerz. Auf der anderen Seite liegen kleine Gewichte: der fehlende Kaffee, ein Glas Wasser zu wenig, eine kurze Nacht, ein leerer Zuckerspeicher. Jedes Gewicht allein wäre kein Problem. Zusammen kann die Waage kippen.
Koffeinentzug
Wer täglich Kaffee trinkt, fastet am ersten Tag oft auch auf Koffein. Entzugskopfschmerz beginnt typischerweise 12 bis 24 Stunden nach der letzten Tasse.
Energie im Gehirn
Sinkt der Zucker, muss das Gehirn zunehmend auf Ketone umschalten. Das Migränegehirn scheint auf Engpässe in der Energieversorgung empfindlich zu reagieren.
Wasser und Salz
In den ersten Fastentagen scheidet die Niere mehr Natrium aus. Fehlen dann Wasser und Salz, kann das den Kopf zusätzlich belasten.
Schlaf und Rhythmus
Spätes Essen, frühes Aufstehen, eine unruhige Nacht: Gestörter Schlaf gilt in Studien zum Fasten als möglicher Mitspieler.
Empfindliches Nervensystem
Die stärkste Vorhersage ist oft die eigene Kopfschmerzgeschichte. Wer zu Migräne oder Spannungskopfschmerz neigt, reagiert häufiger.
Und Magnesium?
Magnesium ist eher ein Baustein für weniger Migräne insgesamt. Für den einzelnen Fastentag fehlt ein klarer Beleg.
Durch die Linse der Klinischen Psychoneuroimmunologie betrachtet, greifen hier vier Systeme ineinander. Keines davon arbeitet allein.
Nervensystem
Der Trigeminusnerv versorgt die Hirnhäute mit Schmerzfasern. Bei Fastenden mit Kopfschmerz war in einer Studie aus Riad der Botenstoff CGRP erhöht, den diese Nervenfasern freisetzen können.
Stoffwechsel
Mit jeder Fastenstunde leert sich der Zuckerspeicher der Leber, der Körper bildet zunehmend Ketone. Diese Umstellung braucht Zeit und kann sich in den ersten Tagen wie eine kleine Grippe anfühlen.
Hormonsystem
Insulin, Glukagon und das Sättigungshormon Leptin verändern sich beim Fasten. In einer Tierstudie an Ratten veränderten genau diese Hormone die Weiterleitung von Schmerzsignalen im Trigeminussystem.
Immunsystem
Dass ein entzündungshemmendes Medikament in Studien vorbeugen konnte, deutet darauf hin, dass entzündliche Botenstoffe beteiligt sein könnten. Das Entzündungseiweiß CRP war bei Fastenkopfschmerz allerdings nicht erhöht.
Es gibt nicht den einen Schuldigen. Das klingt zunächst unbefriedigend. Für dich ist es eine gute Nachricht: Wo mehrere Gewichte auf der Waage liegen, kannst du mehrere davon herunternehmen.
Und jetzt weißt du, warum eine einzige Erklärung für Kopfschmerzen beim Fasten selten reicht.
Koffeinentzug: Warum dein Morgenkaffee beim Fasten mitredet
Erinnerst du dich an einen Morgen ohne Kaffee? Gegen Mittag war der Kopf schwer und die Geduld kurz. Beim Fasten passiert oft dasselbe. Nur erkennst du es dann nicht als Kaffeeproblem.
Koffein besetzt im Gehirn die Andockstellen für Adenosin, einen Botenstoff, der müde macht und Blutgefäße weiten kann. Vereinfacht gesagt: Dein Gehirn gewöhnt sich an den täglichen Koffeinschutz. Fällt er plötzlich weg, kann Adenosin ungebremst wirken, und der Kopf meldet sich.
Klinische Studie Forscher der Johns Hopkins University um Silverman und Griffiths ersetzten bei 62 Erwachsenen das gewohnte Koffein doppelblind durch Placebo. Die Teilnehmenden nahmen im Schnitt 235 Milligramm Koffein am Tag auf, etwa zweieinhalb Tassen Kaffee. Ohne Koffein bekamen 52 Prozent mittelstarke bis starke Kopfschmerzen, in der Ausgangsphase waren es 2 Prozent.
Für dich heißt das: Schon ein ganz gewöhnlicher Kaffeekonsum kann beim Weglassen spürbare Kopfschmerzen auslösen.
Silverman K et al. N Engl J Med. 1992. DOI: 10.1056/NEJM199210153271601Eine große Übersichtsarbeit aus den USA wertete 57 experimentelle und 9 Befragungsstudien zum Koffeinentzug aus. In den Experimenten trat Kopfschmerz bei der Hälfte der Teilnehmenden auf. Die Beschwerden begannen meist 12 bis 24 Stunden nach dem letzten Koffein, erreichten nach 20 bis 51 Stunden ihren Höhepunkt und hielten zwei bis neun Tage an. Schon der Verzicht auf 100 Milligramm am Tag, etwa eine Tasse Kaffee, konnte Symptome auslösen.
Leg diese Zeiten neben einen Fastentag. Trinkst du deinen letzten Kaffee am Morgen vor dem Fasten, fällt der Beginn möglicher Entzugsbeschwerden genau in deinen ersten Fastentag.
In der Befragung aus Riad war Koffeinentzug der wichtigste äußere Faktor für den Kopfschmerz am ersten Ramadantag. Die Autoren schlugen vor, den Kaffeekonsum in den Wochen vor dem Ramadan schrittweise zu senken und direkt vor Fastenbeginn noch einen starken Kaffee zu trinken.
Bei Menschen mit Migräne kann ein abrupter Entzug besonders heftig ausfallen. In einer kleinen norwegischen Studie nahmen die Teilnehmenden im Mittel rund 540 Milligramm Koffein am Tag auf. Der unbemerkte Wechsel auf Placebo löste bei 7 von 9 Teilnehmenden schwere Migräneattacken aus. Die Studie wurde mangels Teilnehmender vorzeitig beendet und ist deshalb nur ein Hinweis.
Nicht jede Studie sieht den Kaffee als Hauptfaktor. In der Jom-Kippur-Studie aus Tel Aviv schienen Koffein- und Nikotinentzug die Kopfschmerzen nicht zu beeinflussen. Auch die internationale Kopfschmerzklassifikation beschreibt Fastenkopfschmerz nicht als bloßen Koffeinentzug.
Mein Fazit: Koffein ist eine wichtige Stellschraube, aber nicht die einzige.
Mehr ist dabei nicht besser. In einer Bostoner Tagebuchstudie mit 98 Menschen mit Migräne hing die Zahl koffeinhaltiger Getränke nicht gleichmäßig mit Migräne am selben Tag zusammen. Die Forschenden deuten ihre Daten so, dass vor allem größere Mengen ein Auslöser sein könnten.
Koffein-Check vor dem Fasten
- Vor längerem Fasten: Senke deinen Kaffee in den Wochen davor schrittweise, statt ihn am ersten Fastentag abrupt wegzulassen.
- Beim Intervallfasten: Wenn deine Fastenform schwarzen Kaffee erlaubt, trink ihn zur gewohnten Zeit und in der gewohnten Menge. Mehr dazu in Was bricht das Fasten?
- Bei Fastenformen ohne Kaffee: Leg den ersten koffeinfreien Tag nicht auf einen Tag mit Termindruck.
- Versteckte Quellen: Auch Schwarztee, Grüntee, Mate, Cola und Energydrinks enthalten Koffein.
Wenn du jeden Morgen Kaffee trinkst, fastest du am ersten Tag oft doppelt: auf Essen und auf Koffein. Trenn die beiden Umstellungen, dann muss dein Kopf nur noch eine davon tragen.
Und jetzt weißt du, warum der Kaffee in deiner Fastenplanung einen eigenen Platz verdient.
Blutzucker, Ketone und ein hungriges Gehirn: Was ist an der Unterzucker-These dran?
Zittrige Hände, Gereiztheit, ein Kopf wie in Watte. Viele deuten das sofort als Unterzucker. Das Gefühl ist echt. Die Erklärung ist komplizierter.
Bei gesunden Menschen hält der Körper den Blutzucker beim Fasten erstaunlich gut im Rahmen. In einer großen Beobachtungsstudie aus der Buchinger Wilhelmi Klinik mit 1.422 Menschen sank der Blutzucker während des Heilfastens im Mittel in den niedrigen Normbereich. Gleichzeitig stiegen die Ketonkörper, ein Zeichen für die Umstellung des Stoffwechsels. Nebenwirkungen meldeten weniger als ein Prozent der Teilnehmenden.
Biomarker Mensch Ein Team der King Saud University um Alwhaibi nahm 61 Fastenden am ersten Ramadantag Blut ab, bevor sie über Kopfschmerzen berichteten. Nüchternblutzucker, Magnesium, das Entzündungseiweiß CRP sowie die Vitamine B9 und B12 unterschieden sich zwischen Menschen mit und ohne Kopfschmerz nicht. Erhöht war dagegen der Botenstoff CGRP, im Median 126,1 gegenüber 105,8 Pikogramm pro Milliliter.
Für dich heißt das: Fastenkopfschmerz scheint weniger an einem messbaren Mangel im Blut zu hängen als an der Empfindlichkeit deines Schmerzsystems.
Alwhaibi A et al. J Headache Pain. 2024. DOI: 10.1186/s10194-024-01886-0Eine ältere Studie von 1971 passt zu diesem Bild. Dort löste eine künstlich herbeigeführte Unterzuckerung nur bei 2 von 20 Menschen mit Migräne migräneartige Beschwerden aus. Echte Unterzuckerung ist bei gesunden Fastenden also vermutlich selten der Hauptgrund.
Trotzdem spielt Energie eine Rolle. Eine Übersichtsarbeit in Nature Reviews Neurology beschreibt Migräne als mögliche Antwort des Gehirns auf ein Missverhältnis zwischen Energiereserve und Arbeitslast. Die Attacke könnte demnach sogar ein Versuch sein, das Energiegleichgewicht im Gehirn wiederherzustellen.
Stell dir dein Gehirn wie ein Rechenzentrum vor, das rund um die Uhr Strom braucht. Fällt der gewohnte Lieferant aus, springt ein Notstromaggregat an: die Ketone. Das Umschalten dauert. In dieser Lücke kann ein empfindliches System schneller Alarm schlagen.
Tierstudie Eine Arbeitsgruppe am King's College London um Goadsby untersuchte an Ratten, wie Hormone des Hungerstoffwechsels auf Schmerzbahnen wirken können. Insulin, Glukagon und Leptin veränderten die Weiterleitung von Schmerzsignalen im Trigeminussystem. Die Forschenden sehen darin eine mögliche Brücke zwischen gestörter Zuckerregulation und Migräne.
Für dich heißt das: Hunger- und Schmerzsysteme sind biologisch eng verbunden. Beim Menschen ist dieser Mechanismus allerdings noch nicht belegt.
Martins-Oliveira M et al. Neurobiol Dis. 2017. DOI: 10.1016/j.nbd.2017.01.005Eine ähnliche Umstellung erleben Menschen beim Einstieg in eine ketogene Ernährung. Eine Auswertung von Onlineforen mit 300 Nutzenden fand Kopfschmerz unter den häufigsten Beschwerden der sogenannten Keto-Grippe. Die Berichte häuften sich zu Beginn und wurden nach vier Wochen seltener.
Spannend ist die Kehrseite. In einer italienischen Beobachtungsstudie mit 96 Frauen mit Übergewicht und Migräne sank unter einer sehr kalorienarmen ketogenen Kost die Zahl der Attacken nach einem Monat von 2,9 auf 0,71 pro Monat. Beim Übergang zurück zu normaler Kost nahmen die Beschwerden vorübergehend wieder zu. Nicht die Ketose an sich scheint also das Problem zu sein, sondern eher der Übergang.
Für einen sanfteren Übergang
- Die Mahlzeit davor: Eiweiß, Fett, Gemüse und ballaststoffreiche Kohlenhydrate statt einer Zuckerspitze. Warum Blutzuckerwellen Hunger antreiben können, liest du in Heißhunger beim Intervallfasten.
- Schrittweise steigern: Verlängere Fastenzeiten langsam, damit dein Stoffwechsel das Umschalten üben kann.
- Ketose planen: Wenn du sie gezielt suchst, rechne mit einer Übergangsphase. Woran du Ketose erkennst, steht in Ketose beim Fasten erkennen.
- Sanft zurück: Auch das Fastenbrechen ist ein Übergang. Mehr dazu in Richtig Fastenbrechen.
Der Kopfschmerz beim Fasten ist selten ein leerer Tank. Häufiger könnte er ein Schaltmoment sein: Dein Gehirn wechselt den Treibstoff, und ein empfindliches System meldet sich in der Lücke.
Und jetzt weißt du, warum es beim Blutzucker weniger um den tiefsten Wert geht als um den Übergang.
Wasser und Salz: Warum dein Kopf beim Fasten nach Salz fragen kann
Du stehst vom Schreibtisch auf, kurz wird dir schummrig, und der Kopf pocht. Du hast doch genug getrunken. Oder?
Die Rolle des Wassers ist überraschend umstritten. In einer Folgestudie aus Tel Aviv wogen sich 56 Frauen vor und nach dem 25-stündigen Fasten an Jom Kippur. Wer Kopfschmerzen bekam, hatte im Mittel 1,4 Kilogramm verloren, wer keine bekam, 1,2 Kilogramm. Der Unterschied war statistisch nicht bedeutsam. Die Forschenden folgerten, dass Austrocknung an einem einzelnen Fastentag eher nicht die Hauptursache ist.
Gleichzeitig ist Wassermangel als Kopfschmerzauslöser gut bekannt. In einer Londoner Fallserie berichtete etwa jede zehnte befragte Person über Kopfschmerz bei Flüssigkeitsmangel. Bei 22 von 34 Betroffenen verschwand er innerhalb von 30 Minuten, nachdem sie im Mittel einen halben Liter getrunken hatten.
Klinische Studie Ein Team der Universität Maastricht um Spigt teilte 102 Menschen mit wiederkehrenden Kopfschmerzen per Los in zwei Gruppen. Beide erhielten Tipps zu Stress und Schlaf, eine Gruppe sollte zusätzlich täglich 1,5 Liter mehr Wasser trinken. Nach drei Monaten stieg die migränespezifische Lebensqualität in der Wassergruppe um 4,5 Punkte, und 47 Prozent berichteten eine deutliche Besserung gegenüber 25 Prozent. Die Zahl der Tage mit mindestens mittelstarken Kopfschmerzen änderte sich allerdings kaum.
Für dich heißt das: Ausreichend trinken ist ein sinnvoller Baustein, aber kein Schalter, mit dem sich Kopfschmerzen einfach abstellen lassen.
Spigt M et al. Fam Pract. 2012. DOI: 10.1093/fampra/cmr112Und Salz? Hier wird es physiologisch. In den ersten Fastentagen scheidet die Niere vermehrt Natrium aus. Dieses Phänomen ist spätestens seit den 1970er-Jahren als Natriurese des Fastens beschrieben, eine Arbeit im New England Journal of Medicine untersuchte dazu die Rolle von Renin, Aldosteron und Glukagon. Mit dem Natrium geht Wasser. Das kann den Kreislauf belasten, besonders beim Aufstehen.
Stell dir deinen Kreislauf wie einen Gartenschlauch vor. Fehlen Wasser und Salz, sinkt der Druck im Schlauch. Dein Körper gleicht das aus, doch in der Umstellungsphase gelingt das nicht immer sofort.
Kontrollierte Studien, die Salz gegen Fastenkopfschmerz testen, sind mir nicht bekannt. In einer US-Bevölkerungsstudie mit 8.819 Erwachsenen hatten Menschen mit höherer Salzaufnahme seltener eine Vorgeschichte mit Migräne oder schweren Kopfschmerzen. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis.
In einer kontrollierten Ernährungsstudie mit 390 Erwachsenen ging weniger Salz im Alltag dagegen mit weniger Kopfschmerzen einher. Salz ist also kein Mittel, von dem mehr immer besser ist. Beim Fasten geht es darum, Verluste auszugleichen, nicht darum, möglichst viel zu salzen.
Wasser und Salz am Fastentag
- Verteilt trinken: Trink über den Tag verteilt, statt abends große Mengen nachzuholen.
- Salz bei längerem Fasten: Eine kleine Menge Salz, in Wasser gelöst oder als klare Brühe, kann eine Möglichkeit sein, wenn deine Fastenform das erlaubt.
- Langsam aufstehen: Wenn dir beim Aufstehen schwindelig wird, gib deinem Kreislauf ein paar Sekunden.
- Ärztlich klären: Bei Bluthochdruck, Herzschwäche oder Nierenerkrankungen besprich Salz und Trinkmenge vorher.
Welche Risiken längeres Fasten nur mit Wasser für den Salzhaushalt haben kann, liest du in Wasserfasten: Chancen und Risiken.
Salz ist beim Fasten weder Freifahrtschein noch Feind. Es ist ein Ausgleich für das, was dein Körper in den ersten Tagen von selbst hergibt.
Und jetzt weißt du, warum ein Glas Wasser manchmal reicht und manchmal eben nicht.
Magnesium: Fundament statt Feuerlöscher
Vielleicht liegt in deiner Küchenschublade schon eine Packung Magnesium, gekauft gegen Wadenkrämpfe oder Stress. Und vielleicht hast du gelesen, sie sei auch das Mittel gegen Kopfschmerzen beim Fasten.
Für den einzelnen Fastentag ist die Datenlage dünn. In der Blutwert-Studie aus Riad war der Magnesiumwert bei Fastenden mit und ohne Kopfschmerz gleich. Ein akuter Magnesiummangel als Auslöser des Fastenkopfschmerzes ist damit nicht belegt.
Für Migräne insgesamt sieht es anders aus. Die evidenzbasierte Leitlinie der American Academy of Neurology und der American Headache Society stuft Magnesium zur Vorbeugung von Migräne als wahrscheinlich wirksam ein, auf der zweithöchsten Evidenzstufe.
Klinische Studie Ein Team um Peikert gab 81 Menschen mit Migräne zwölf Wochen lang täglich 600 Milligramm Magnesium als Trimagnesiumdicitrat oder ein Placebo. In den Wochen 9 bis 12 sank die Attackenhäufigkeit unter Magnesium um 41,6 Prozent, unter Placebo um 15,8 Prozent. Häufigste Nebenwirkung war Durchfall mit 18,6 Prozent.
Für dich heißt das: Magnesium kann ein Baustein der Migränevorbeugung sein. Es braucht aber Wochen, nicht Stunden, und nicht jeder Darm verträgt es gut.
Peikert A et al. Cephalalgia. 1996. DOI: 10.1046/j.1468-2982.1996.1604257.xWarum könnte Magnesium im Kopf eine Rolle spielen? Es sitzt wie ein Türsteher in bestimmten Andockstellen für den Erregungsbotenstoff Glutamat. So kann es dazu beitragen, dass Nervenzellen nicht zu leicht feuern. Eine Waffe gegen den akuten Fastenkopfschmerz ist es nach heutigem Wissen trotzdem nicht.
Magnesium sinnvoll einordnen
- Bei häufiger Migräne: Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über Magnesium als vorbeugenden Baustein. Bei Nierenerkrankungen gehört Magnesium nur in ärztliche Hände.
- Im Essfenster: Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Vollkorn und grünes Blattgemüse liefern Magnesium ganz ohne Kapsel.
- Formen vergleichen: Worin sich Magnesiumverbindungen unterscheiden, liest du in Welches Magnesium ist das beste?
Magnesium ist eher Fundament als Feuerlöscher. Es kann über Wochen dazu beitragen, dass Migräneattacken seltener werden. Den einzelnen Fastentag rettet es nach heutigem Wissen nicht.
Und jetzt weißt du, warum Magnesium, wenn überhaupt, ein Baustein für den Alltag ist und kein Notfallmittel.
Wenn du Migräne hast: Warum Fasten für dich ein stärkerer Reiz sein kann
Du kennst deine Migräne. Du weißt, wie sich der Tag davor anfühlt. Vielleicht hast du gelernt, keine Mahlzeit auszulassen, weil der Preis zu hoch war. Und jetzt liest du überall, wie gesund Fasten sein soll.
Beobachtung Mensch Ein Team der Kopfschmerzambulanz am Soroka University Medical Center um Abu-Salameh ließ 32 Menschen mit Migräne im Ramadan und im Folgemonat ein Migränetagebuch führen. Im Fastenmonat zählten sie im Mittel 9,4 Migränetage, im Monat danach 3,7. Zwei Teilnehmende konnten das Fasten wegen ihrer Migräne nicht fortsetzen.
Für dich heißt das: Wenn du Migräne hast, kann Fasten mehr sein als ein kleiner Stolperstein. Es verdient einen eigenen Plan.
Abu-Salameh I et al. J Headache Pain. 2010. DOI: 10.1007/s10194-010-0242-zEine Befragung in 14 Ländern zeichnet ein ähnliches Bild. Eine bestehende Kopfschmerzerkrankung, besonders Migräne, hing enger mit Kopfschmerzen beim Fasten zusammen als die erfassten Lebensstilfaktoren. Die Attacken kamen vor allem am Nachmittag, kurz vor dem Fastenbrechen, und besserten sich nach dem Essen in 54,6 Prozent der Fälle.
Eine Beobachtung aus der Migräneforschung kann deinen Blick verändern. Vorbotenbeschwerden können Stunden bis Tage vor dem Kopfschmerz beginnen, beschreibt eine Übersichtsarbeit in Nature Reviews Neurology. Dazu gehören Müdigkeit, Gähnen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Durst und Heißhunger. Der Heißhunger vor einer Attacke kann also schon zur Attacke gehören, statt sie auszulösen.
Das kann entlasten. Nicht jeder Hunger, dem eine Migräne folgt, war ihr Auslöser. Manchmal ist der Hunger bereits das erste Kapitel derselben Geschichte.
Auch auf der Ebene der Botenstoffe gibt es eine Spur. Bei Fastenden mit Kopfschmerz war in der Studie aus Riad CGRP erhöht. Gegen CGRP und seinen Rezeptor richten sich inzwischen eigene Migränemedikamente, eine Übersichtsarbeit zur Kopfschmerzmedizin zählt sie zu den großen Neuerungen der letzten Jahre. Ob solche Medikamente rund ums Fasten sinnvoll sind, gehört in die Hände deiner Neurologin oder deines Neurologen.
Klinische Studie Eine Arbeitsgruppe aus Hartford um Drescher testete einen verschreibungspflichtigen Entzündungshemmer aus der Gruppe der COX-2-Hemmer, eingenommen direkt vor dem 25-stündigen Fasten an Jom Kippur. Kopfschmerzen bekamen 18,9 Prozent mit dem Medikament und 65,4 Prozent mit Placebo. In einer späteren Studie im Ramadan lag die Häufigkeit in den ersten Tagen bei 21 Prozent mit Medikament und bei 46 Prozent mit Placebo.
Für dich heißt das: Fastenkopfschmerz scheint sich beeinflussen zu lassen. Eine Anleitung zur Selbstbehandlung ist das nicht, denn solche Medikamente haben eigene Risiken und gehören in ärztliche Hände.
Drescher MJ, Elstein Y. Headache. 2006. DOI: 10.1111/j.1526-4610.2006.00609.x · Drescher MJ et al. Headache. 2012. DOI: 10.1111/j.1526-4610.2011.01993.xEin rezeptfreies Schmerzmittel mit verzögerter Freisetzung zeigte in einer Studie aus Riad dagegen über die erste Ramadanwoche keinen eindeutigen Gesamteffekt. Medikamente sind also kein Ersatz für Vorbereitung.
Wenn du mit Migräne fasten möchtest
- Vorher sprechen: Besprich dein Vorhaben ärztlich, besonders wenn du vorbeugende Medikamente nimmst oder häufige Attacken hast.
- Sanft beginnen: Ein Essfenster wie 12:12 oder 14:10 ist aus meiner Sicht ein vorsichtigerer Start als 24 Stunden oder mehr. Ganze Fastentage wie bei 5:2 passen eher später.
- Rhythmus halten: Gleiche Schlafzeiten, gleicher Kaffee, keine Fastentage in besonders stressigen Wochen. Mehr dazu in Intervallfasten und Schlaf.
- Zyklus mitdenken: Wie dein Zyklus die passende Fastenform mitbestimmen kann, liest du in Fasten bei Frauen.
- Akutplan klären: Stimme vorher ab, was du nimmst, wenn eine Attacke kommt, und ob du dafür das Fasten unterbrichst.
Heißhunger vor einer Migräne kann schon Teil der Attacke sein. Dann ist nicht der Hunger dein Gegner, sondern ein Signal, früher aufmerksam zu werden.
Und jetzt weißt du, warum Fasten mit Migräne keine Mutprobe sein sollte, sondern eine Planungsaufgabe.
Was belegt ist, was plausibel ist und was ich beobachte
Bei einem Thema mit so vielen Stellschrauben ist mir eine klare Trennung wichtig. Nicht alles, was einleuchtet, ist gleich gut untersucht.
Belegt durch Studien
- Fasten erhöht das Risiko für Kopfschmerzen, besonders am Anfang.
- Eine Kopfschmerz-Vorgeschichte, vor allem Migräne, macht anfälliger.
- Plötzlicher Koffeinentzug kann Kopfschmerzen auslösen.
- Vorbeugende Medikamente senkten die Häufigkeit in Studien.
Plausibel, wenig untersucht
- Salz als Ausgleich für die Natriurese des Fastens.
- Ein sanfter, schrittweiser Übergang in die Ketose.
- Eine ausgewogene Mahlzeit vor dem Fasten.
- Magnesium für den einzelnen Fastentag.
Was ich in der Praxis beobachte
- Wer Kaffee vorher reduziert, erlebt den ersten Fastentag oft ruhiger.
- Kopfschmerz kommt häufiger, wenn Fasten, kurze Nächte und Stress zusammenfallen.
- Ein Tagebuch zeigt oft nach wenigen Fastenphasen ein persönliches Muster.
- Das ist Erfahrung, keine Studie.
Ein klarer Kopf ist keine Belohnung fürs Durchhalten. Er ist die Voraussetzung dafür, dass Fasten sich nach Freiheit anfühlt und nicht nach Kampf.
Fasten kann dir Spielraum schenken: weniger Snacks, mehr Ruhe im Stoffwechsel, mehr Gefühl für deinen Körper. Wenn jeder Fastentag mit Kopfschmerzen endet, kippt dieser Spielraum in bloßen Verzicht. Darum lohnt sich die Vorbereitung.
So kannst du Kopfschmerzen beim Fasten vorbeugen: drei Hebel für deinen nächsten Fastentag
Du musst nicht alles auf einmal ändern. Diese drei Hebel setzen dort an, wo Studien und Physiologie die meisten Spuren zeigen.
Entkopple Kaffee und Fasten
Senke deinen Kaffee in den Wochen vor einem längeren Fasten schrittweise. Beim Intervallfasten bleib bei deiner gewohnten Tasse zur gewohnten Zeit, wenn deine Fastenform das erlaubt. So muss dein Kopf nicht zwei Entzüge gleichzeitig tragen.
Plane Wasser und Salz mit
Trink über den Tag verteilt. Bei längeren Fastenformen kann eine kleine Menge Salz dazu beitragen, die Verluste der ersten Tage auszugleichen, sofern keine Herz-, Nieren- oder Blutdruckerkrankung dagegen spricht.
Steigere langsam und schreib mit
Beginne mit kürzeren Fastenzeiten und verlängere sie schrittweise. Notiere letzten Kaffee, Schlaf, Trinkmenge und den Beginn der Beschwerden. Wenn du Migräne hast, stimme deinen Akutplan vorher ärztlich ab.
Wenn der Kopfschmerz schon da ist
- Trink ein großes Glas Wasser und gönn dir Ruhe, am besten in einem ruhigen, abgedunkelten Raum.
- Bei längeren Fastenformen: eine Prise Salz in Wasser oder eine klare Brühe, wenn deine Fastenform das erlaubt.
- Bist du Kaffee gewohnt und erlaubt deine Fastenform schwarzen Kaffee, kann eine kleine Tasse den Entzug abfedern.
- Wird der Schmerz stärker oder kommen Übelkeit, Sehstörungen oder Schwäche dazu, beende das Fasten. Fasten zu brechen ist kein Versagen.
„Das gibt sich“ ist kein Plan. Ein Plan ist: wissen, welche Stellschrauben du vorher drehen kannst, und wissen, wann du aufhörst.
Und jetzt weißt du, warum gute Vorbereitung beim Fasten oft mehr bewirken kann als Durchhalten.
Warnzeichen: Wann Kopfschmerz beim Fasten ärztlich abgeklärt gehört
Die meisten Kopfschmerzen beim Fasten sind unangenehm, aber harmlos. Manche Zeichen sprechen jedoch dafür, dass etwas anderes dahinterstecken kann als das Fasten.
Sofort ärztliche Hilfe, im Zweifel über die 112
- Ein schlagartig einsetzender Kopfschmerz, der der stärkste deines Lebens ist
- Lähmungen, Taubheit, Sprachstörungen oder Verwirrtheit
- Sehstörungen, die für dich neu sind und nicht zu einer bekannten Migräne-Aura passen
Zeitnah ärztlich abklären lassen
- Kopfschmerzen mit Fieber
- Neue Kopfschmerzen nach dem 65. Lebensjahr
- Kopfschmerzen in Schwangerschaft oder Wochenbett
- Ein deutlich verändertes Kopfschmerzmuster oder Kopfschmerzen, die immer stärker werden
- Kopfschmerz, der nach dem Essen und Trinken nicht nachlässt
Diese Warnzeichen orientieren sich an einer Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Neurology, die Hinweise auf sogenannte sekundäre Kopfschmerzen zusammenfasst. Das sind Kopfschmerzen, hinter denen eine andere Erkrankung steckt.
Ein besonderer Fall ist Diabetes. Wenn du Insulin oder Sulfonylharnstoffe nimmst, kann Fasten echte Unterzuckerungen auslösen, und Kopfschmerz kann eines ihrer Zeichen sein. In einer Studie aus Neuseeland mit Menschen mit Typ-2-Diabetes verdoppelte sich die Rate an Unterzuckerungen unter Fastentagen ungefähr, obwohl die Medikamente vorher reduziert wurden. Fachleute empfehlen deshalb, Fasten mit Diabetes ärztlich begleitet und mit eigener Blutzuckermessung anzugehen. Mehr dazu liest du in Fasten bei Diabetes Typ 2.
Kein Selbstversuch ist Fasten außerdem in Schwangerschaft und Stillzeit, bei einer aktuellen oder früheren Essstörung sowie für Kinder und Jugendliche.
Und jetzt weißt du, wann ein Fastenkopfschmerz einfach unangenehm ist und wann er eine ärztliche Abklärung verdient.
Häufige Fragen zu Kopfschmerzen beim Fasten und Migräne
Ist Kopfschmerz beim Fasten normal?
Er ist häufig, vor allem am Anfang. In einer Studie aus Tel Aviv bekamen 39 Prozent der Menschen, die 25 Stunden fasteten, Kopfschmerzen, gegenüber 7 Prozent der Nichtfastenden. In einer Befragung aus Riad waren es am ersten Ramadantag 41 gegenüber 8 Prozent. Typisch ist ein drückender, beidseitiger Schmerz, oft im Stirnbereich, leicht bis mittelstark. Häufig heißt aber nicht in jedem Fall harmlos: Neue, ungewohnte oder sehr starke Kopfschmerzen gehören ärztlich abgeklärt.
Wie lange dauern Kopfschmerzen beim Fasten?
Meist bessern sie sich, sobald du wieder isst. Laut einer Übersichtsarbeit aus Parma klingt der Fastenkopfschmerz in der Regel innerhalb von 72 Stunden nach Wiederaufnahme der Nahrung ab. Bei wiederholtem Fasten wird er oft von Tag zu Tag seltener: In einer Studie aus Riad hatten am ersten Ramadantag 33 Prozent der Teilnehmenden Kopfschmerzen, am siebten Tag noch 11 Prozent. Steckt ein Koffeinentzug dahinter, können die Beschwerden laut einer großen Übersichtsarbeit zwei bis neun Tage anhalten.
Warum bekomme ich beim Fasten Kopfschmerzen, obwohl ich genug trinke?
Weil Flüssigkeit nur eine von mehreren Stellschrauben ist. In einer Studie aus Tel Aviv verloren Frauen mit und ohne Kopfschmerz während eines 25-stündigen Fastens ähnlich viel Gewicht. Austrocknung allein erklärte den Schmerz dort nicht. Diskutiert werden zusätzlich Koffeinentzug, Veränderungen im Energiestoffwechsel, Salzverluste über die Niere, verschobener Schlaf und eine Veranlagung zu Kopfschmerzen. Besonders häufig trifft es Menschen, die ohnehin zu Kopfschmerzen oder Migräne neigen.
Kann Kaffee gegen Kopfschmerzen beim Fasten helfen?
Wenn du regelmäßig Kaffee trinkst, kann ein Teil des Kopfschmerzes Koffeinentzug sein. In einer doppelblinden Studie der Johns Hopkins University bekamen 52 Prozent der Teilnehmenden mittelstarke bis starke Kopfschmerzen, als ihr gewohntes Koffein unbemerkt durch Placebo ersetzt wurde. Ärzte aus Riad schlagen vor, den Kaffeekonsum in den Wochen vor dem Fasten schrittweise zu senken und direkt vor Fastenbeginn noch einen starken Kaffee zu trinken. Ob schwarzer Kaffee in deine Fastenform passt, hängt von deinem Ziel ab. Mehr als gewohnt solltest du nicht trinken, denn große Mengen gelten selbst als möglicher Migräneauslöser.
Kann Salz gegen Kopfschmerzen beim Fasten helfen?
Möglicherweise, vor allem bei längeren Fastenformen. In den ersten Fastentagen scheidet die Niere vermehrt Natrium aus, das ist spätestens seit den 1970er-Jahren als Natriurese des Fastens beschrieben. Fehlen Salz und Flüssigkeit, kann das Kopfdruck, Schwindel und Schlappheit verstärken. Kontrollierte Studien, die Salz gegen Fastenkopfschmerz testen, sind mir nicht bekannt. Im Alltag ging weniger Salz in einer kontrollierten Ernährungsstudie mit 390 Erwachsenen sogar mit weniger Kopfschmerzen einher. Bei Bluthochdruck, Herz- oder Nierenerkrankungen besprich Salz deshalb vorher ärztlich.
Kann Magnesium Kopfschmerzen beim Fasten verhindern?
Dafür gibt es keinen direkten Beleg. In einer Studie aus Riad unterschied sich der Magnesiumwert im Blut am ersten Ramadantag zwischen Menschen mit und ohne Fastenkopfschmerz nicht. Zur Vorbeugung von Migräne stufen amerikanische Fachgesellschaften für Neurologie und Kopfschmerz Magnesium dagegen als wahrscheinlich wirksam ein. In einer multizentrischen Studie unter Münchner Leitung sank die Attackenhäufigkeit mit 600 Milligramm Magnesium täglich um 41,6 Prozent, mit Placebo um 15,8 Prozent. Magnesium ist damit eher ein Baustein für weniger Migräne insgesamt als ein Mittel für den einzelnen Fastentag.
Kann Fasten eine Migräne auslösen?
Bei manchen Menschen mit Migräne kann Fasten Attacken begünstigen. In einer israelischen Studie mit 32 Menschen mit Migräne lag die Zahl der Migränetage im Fastenmonat Ramadan bei 9,4, im Monat danach bei 3,7. Eine Befragung in 14 Ländern fand, dass eine bestehende Kopfschmerzerkrankung, besonders Migräne, enger mit Kopfschmerzen beim Fasten zusammenhing als die erfassten Lebensstilfaktoren. Wenn du Migräne hast, plane Fasten deshalb vorsichtiger und sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Darf ich mit Migräne Intervallfasten?
Das ist eine individuelle Entscheidung, die du am besten ärztlich begleitet triffst. Aus meiner Sicht ist ein sanftes Essfenster wie 12:12 oder 14:10 für viele Menschen mit Migräne ein vorsichtigerer Start als ganze Fastentage. Wichtig sind regelmäßiger Schlaf, ein gleichbleibender Kaffeekonsum, ausreichend Flüssigkeit und ein Kopfschmerztagebuch. In einer italienischen Studie mit ketogener Kost sank die Attackenzahl nach einem Monat deutlich, beim Übergang zurück zur normalen Kost nahmen die Beschwerden zwischenzeitlich wieder zu. Umstellungen selbst können also ein Reiz sein.
Ist Kopfschmerz beim Fasten ein Zeichen von Unterzuckerung?
Im strengen Sinn eher selten. Bei gesunden Menschen sank der Blutzucker in einer großen Beobachtungsstudie zum Heilfasten im Mittel in den niedrigen Normbereich. Die internationale Kopfschmerzklassifikation hält fest, dass Fastenkopfschmerz auch ohne Unterzuckerung auftreten kann. In einer älteren Studie löste eine künstlich herbeigeführte Unterzuckerung nur bei 2 von 20 Menschen mit Migräne migräneartige Beschwerden aus. Anders ist es, wenn du blutzuckersenkende Medikamente nimmst: Dann ist echte Unterzuckerung möglich, und Fasten gehört in ärztliche Begleitung.
Ist Kopfschmerz beim Fasten ein Zeichen von Entgiftung?
Dafür gibt es keinen Beleg. Die Forschung diskutiert andere Faktoren: Koffeinentzug, Veränderungen im Energiestoffwechsel, Flüssigkeits- und Salzhaushalt, Schlaf und eine Veranlagung zu Kopfschmerzen. In einer Studie aus Riad war bei Fastenden mit Kopfschmerz der Botenstoff CGRP im Blut erhöht, der in der Migräneforschung eine zentrale Rolle spielt. Der Schmerz ist also eher ein Signal deines Nervensystems als ein Hinweis darauf, dass gerade etwas ausgeschieden wird.
Was kann ich tun, wenn der Kopfschmerz beim Fasten schon da ist?
Trink zuerst ein großes Glas Wasser und gönn dir Ruhe. In einer Fallserie besserte sich ein Kopfschmerz durch Flüssigkeitsmangel bei 22 von 34 Menschen innerhalb von 30 Minuten nach dem Trinken. Bei längeren Fastenformen kann eine Prise Salz oder eine klare Brühe eine Möglichkeit sein, sofern deine Fastenform das erlaubt. Bist du Kaffee gewohnt und erlaubt deine Fastenform schwarzen Kaffee, kann eine kleine Tasse den Entzug abfedern. Wird der Schmerz stärker oder kommen Übelkeit, Sehstörungen oder Schwäche dazu, beende das Fasten. Fasten zu brechen ist kein Versagen.
Wann sollte ich mit Kopfschmerzen beim Fasten zum Arzt?
Sofort, wenn der Kopfschmerz schlagartig einsetzt und der stärkste deines Lebens ist, oder wenn Lähmungen, Taubheit, Sprachstörungen oder Verwirrtheit dazukommen. Dann wähle die 112. Ärztlich abklären lassen solltest du auch Kopfschmerzen mit Fieber, neue Kopfschmerzen nach dem 65. Lebensjahr, Kopfschmerzen in Schwangerschaft oder Wochenbett und ein deutlich verändertes Kopfschmerzmuster. Wenn du Insulin oder Sulfonylharnstoffe nimmst, besprich jedes Fasten vorher, denn Fasten kann Unterzuckerungen begünstigen.
Ob Fasten überhaupt etwas mit Entgiftung zu tun hat, liest du in Fasten als Entgiftung: Autophagie statt Schlacken.
Mehr aus dem Ratgeber Fasten
- Intervallfasten 16:8: was im Körper passiert
- Fasten für Einsteiger: der sanfte Start
- Autophagie: ab wann beginnt sie?
- Ketose beim Fasten erkennen und messen
- Was bricht das Fasten?
- Richtig Fastenbrechen: die erste Mahlzeit
- Heißhunger beim Intervallfasten
- Fasten, Blutzucker und Insulinresistenz
- Fasten bei Diabetes Typ 2
- Fasten und Cholesterin
- Muskelabbau beim Fasten
- Fasten und Sport: nüchtern trainieren
- Alternierendes Fasten: 5:2 und Alternate Day
- Fasten bei Frauen und der Zyklus
- Intervallfasten bei Frauen ab 40
- Fasten in den Wechseljahren
- Fasten bei Hashimoto
- Fasten bei Erschöpfung
- Intervallfasten und Schlaf
- Intervallfasten und Eisenmangel
- Fasten und Darmmikrobiom
- Fasten bei Rheuma
- Fasten und Lebensspanne
- Scheinfasten (FMD) erklärt
- Heilfasten nach Buchinger
- Wasserfasten: Chancen und Risiken
- Fasten im Ramadan
- Fasten als Entgiftung: Autophagie statt Schlacken
Wo dieses Thema andere Bereiche berührt
Kopfschmerzen beim Fasten berühren Nervensystem, Stoffwechsel, Flüssigkeitshaushalt und deinen Rhythmus. Wenn du tiefer einsteigen willst, lohnt sich ein Blick in diese Nachbarthemen aus anderen Ratgebern.
Wetterfühligkeit und Kopfschmerzen
Warum Luftdruck und Wetter den Kopf beeinflussen können.
MagnesiumWelches Magnesium ist das beste?
Magnesiumformen und ihre Unterschiede im Vergleich.
WasserNieren, Wasser und Trinken
Was ausreichend Trinken für deine Nieren bedeuten kann.
BlutzuckerBewegung nach dem Essen
Wie ein kurzer Spaziergang Blutzuckerspitzen abflachen kann.
StoffwechselInsulinresistenz erkennen
Woran du einen dauerhaft hohen Insulinspiegel erkennen kannst.
GehirnDas glymphatische System
Wie sich das Gehirn im Schlaf reinigen kann.
NervensystemAtemtechniken und Vagusnerv
Wie Atmung dein Nervensystem beruhigen kann.
RhythmusMorgenlicht und innere Uhr
Warum ein stabiler Tagesrhythmus Halt geben kann.
Quellen
Alle Studien wurden über PubMed mit Autorinnen und Autoren, Jahr, Zeitschrift und DOI geprüft. Zentrale Arbeiten habe ich zusätzlich über Consensus gegengeprüft und ihre DOI aufgelöst. Der Studientyp steht in eckigen Klammern, damit du die Aussagekraft selbst einordnen kannst.
- Mosek A, Korczyn AD. Yom Kippur headache. Neurology. 1995;45(11):1953-5. DOI: 10.1212/wnl.45.11.1953 [Real-World, Befragung vor und nach dem Fasten, n=370, davon 211 Fastende]
- Mosek A, Korczyn AD. Fasting headache, weight loss, and dehydration. Headache. 1999;39(3):225-7. DOI: 10.1046/j.1526-4610.1999.3903225.x [Pathophysiologie, Beobachtungsstudie, n=56 Frauen]
- Awada A, al Jumah M. The first-of-Ramadan headache. Headache. 1999;39(7):490-3. DOI: 10.1046/j.1526-4610.1999.3907490.x [Real-World, Querschnittsbefragung, n=116]
- Torelli P, Evangelista A, Bini A, Castellini P, Lambru G, Manzoni GC. Fasting headache: a review of the literature and new hypotheses. Headache. 2009;49(5):744-52. DOI: 10.1111/j.1526-4610.2009.01390.x [Übersichtsarbeit]
- Torelli P, Manzoni GC. Fasting headache. Curr Pain Headache Rep. 2010;14(4):284-91. DOI: 10.1007/s11916-010-0119-5 [Übersichtsarbeit]
- Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS). The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia. 2018;38(1):1-211. DOI: 10.1177/0333102417738202 [Behördendokument, internationale Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen]
- Makki G, Do TP, Pellesi L. Fasting-induced headache in Ramadan: a scoping review with implications for clinical practice. Pain Manag. 2026:1-11. DOI: 10.1080/17581869.2026.2744716 [Übersichtsarbeit, Scoping Review, 20 Studien]
- Ceren Akgor M, Saghır K, Can AI, Sahbaz FG, Özcelik EU, Atalar AC, et al. Primary headache disorders susceptibility is associated with fasting-related headache: evidence from a multinational study across 14 countries. Front Neurol. 2026;17:1859536. DOI: 10.3389/fneur.2026.1859536 [Real-World, Querschnittsbefragung in 14 Ländern]
- Abu-Salameh I, Plakht Y, Ifergane G. Migraine exacerbation during Ramadan fasting. J Headache Pain. 2010;11(6):513-7. DOI: 10.1007/s10194-010-0242-z [Real-World, Kohortenstudie im Crossover-Vergleich, n=32]
- Alwhaibi A, Alasmari F, Almutairi F, Assiri MA, Aldawsari FS, Aloyayd ST, et al. Effect of fasting-induced headache on calcitonin gene related peptide (CGRP) and other clinical biomarkers on the first day of Ramadan: Sub-analysis from a randomized open label clinical trial. J Headache Pain. 2024;25(1):181. DOI: 10.1186/s10194-024-01886-0 [RCT, Subanalyse mit Biomarkern, n=61]
- Almohammed OA, Alsanea S, Albishi N, AlMuhareb L, AlMotawa R, Alrasheed S, et al. Evaluating the use of paracetamol to prevent fasting headache during the first week of Ramadan: A randomized, open-label, clinical trial. Headache. 2024;64(10):1285-1297. DOI: 10.1111/head.14828 [RCT, offen, n=173 ausgewertet]
- Drescher MJ, Elstein Y. Prophylactic COX 2 inhibitor: an end to the Yom Kippur headache. Headache. 2006;46(10):1487-91. DOI: 10.1111/j.1526-4610.2006.00609.x [RCT, doppelblind, n=105]
- Drescher MJ, Wimpfheimer Z, Abu Khalef S, Gammaitoni A, Shehadeh N, Torgovicky R. Prophylactic etoricoxib is effective in preventing „first of Ramadan“ headache: a placebo-controlled double-blind and randomized trial of prophylactic etoricoxib for ritual fasting headache. Headache. 2012;52(4):573-81. DOI: 10.1111/j.1526-4610.2011.01993.x [RCT, doppelblind, Crossover, n=189 ausgewertet]
- Silverman K, Evans SM, Strain EC, Griffiths RR. Withdrawal syndrome after the double-blind cessation of caffeine consumption. N Engl J Med. 1992;327(16):1109-14. DOI: 10.1056/NEJM199210153271601 [Pathophysiologie, kontrollierte klinische Studie, doppelblind, n=62]
- Juliano LM, Griffiths RR. A critical review of caffeine withdrawal: empirical validation of symptoms and signs, incidence, severity, and associated features. Psychopharmacology (Berl). 2004;176(1):1-29. DOI: 10.1007/s00213-004-2000-x [Systematischer Review, 57 experimentelle und 9 Befragungsstudien]
- Alstadhaug KB, Ofte HK, Müller KI, Andreou AP. Sudden Caffeine Withdrawal Triggers Migraine: A Randomized Controlled Trial. Front Neurol. 2020;11:1002. DOI: 10.3389/fneur.2020.01002 [RCT, doppelblind, Crossover, vorzeitig beendet, n=9 auswertbar]
- Mostofsky E, Mittleman MA, Buettner C, Li W, Bertisch SM. Prospective Cohort Study of Caffeinated Beverage Intake as a Potential Trigger of Headaches among Migraineurs. Am J Med. 2019;132(8):984-991. DOI: 10.1016/j.amjmed.2019.02.015 [Real-World, prospektive Kohorte mit Tagebuch, n=98]
- Pearce J. Insulin induced hypoglycaemia in migraine. J Neurol Neurosurg Psychiatry. 1971;34(2):154-6. DOI: 10.1136/jnnp.34.2.154 [Pathophysiologie, Provokationsstudie, n=20 mit Migräne und Kontrollgruppe]
- Wilhelmi de Toledo F, Grundler F, Bergouignan A, Drinda S, Michalsen A. Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects. PLoS One. 2019;14(1):e0209353. DOI: 10.1371/journal.pone.0209353 [Real-World, prospektive Beobachtungsstudie, n=1.422]
- Gross EC, Lisicki M, Fischer D, Sándor PS, Schoenen J. The metabolic face of migraine: from pathophysiology to treatment. Nat Rev Neurol. 2019;15(11):627-643. DOI: 10.1038/s41582-019-0255-4 [Mechanismus-Review]
- Martins-Oliveira M, Akerman S, Holland PR, Hoffmann JR, Tavares I, Goadsby PJ. Neuroendocrine signaling modulates specific neural networks relevant to migraine. Neurobiol Dis. 2017;101:16-26. DOI: 10.1016/j.nbd.2017.01.005 [In vivo, Ratte]
- Bostock ECS, Kirkby KC, Taylor BV, Hawrelak JA. Consumer Reports of „Keto Flu“ Associated With the Ketogenic Diet. Front Nutr. 2020;7:20. DOI: 10.3389/fnut.2020.00020 [Real-World, Auswertung von Forenberichten, 300 Nutzende]
- Di Lorenzo C, Coppola G, Sirianni G, Di Lorenzo G, Bracaglia M, Di Lenola D, et al. Migraine improvement during short lasting ketogenesis: a proof-of-concept study. Eur J Neurol. 2015;22(1):170-7. DOI: 10.1111/ene.12550 [Real-World, prospektive Beobachtungsstudie, n=96 Frauen mit Übergewicht und Migräne]
- Spark RF, Arky RA, Boulter PR, Saudek CD, O'Brian JT. Renin, aldosterone and glucagon in the natriuresis of fasting. N Engl J Med. 1975;292(25):1335-40. DOI: 10.1056/NEJM197506192922506 [Pathophysiologie, Arbeit zur Natriurese des Fastens]
- Blau JN, Kell CA, Sperling JM. Water-deprivation headache: a new headache with two variants. Headache. 2004;44(1):79-83. DOI: 10.1111/j.1526-4610.2004.04014.x [Case Series, Fallserie, n=34]
- Spigt M, Weerkamp N, Troost J, van Schayck CP, Knottnerus JA. A randomized trial on the effects of regular water intake in patients with recurrent headaches. Fam Pract. 2012;29(4):370-5. DOI: 10.1093/fampra/cmr112 [RCT, n=102, 3 Monate]
- Pogoda JM, Gross NB, Arakaki X, Fonteh AN, Cowan RP, Harrington MG. Severe Headache or Migraine History is Inversely Correlated With Dietary Sodium Intake: NHANES 1999-2004. Headache. 2016;56(4):688-98. DOI: 10.1111/head.12792 [Real-World, Querschnittsstudie, n=8.819]
- Amer M, Woodward M, Appel LJ. Effects of dietary sodium and the DASH diet on the occurrence of headaches: results from randomised multicentre DASH-Sodium clinical trial. BMJ Open. 2014;4(12):e006671. DOI: 10.1136/bmjopen-2014-006671 [RCT, Post-hoc-Analyse, n=390]
- Holland S, Silberstein SD, Freitag F, Dodick DW, Argoff C, Ashman E. Evidence-based guideline update: NSAIDs and other complementary treatments for episodic migraine prevention in adults. Neurology. 2012;78(17):1346-53. DOI: 10.1212/WNL.0b013e3182535d0c [Systematischer Review, evidenzbasierte Leitlinie von American Academy of Neurology und American Headache Society]
- Peikert A, Wilimzig C, Köhne-Volland R. Prophylaxis of migraine with oral magnesium: results from a prospective, multi-center, placebo-controlled and double-blind randomized study. Cephalalgia. 1996;16(4):257-63. DOI: 10.1046/j.1468-2982.1996.1604257.x [RCT, doppelblind, multizentrisch, n=81]
- Karsan N, Goadsby PJ. Biological insights from the premonitory symptoms of migraine. Nat Rev Neurol. 2018;14(12):699-710. DOI: 10.1038/s41582-018-0098-4 [Mechanismus-Review]
- Goadsby PJ. Primary headache disorders: Five new things. Neurol Clin Pract. 2019;9(3):233-240. DOI: 10.1212/CPJ.0000000000000654 [Übersichtsarbeit]
- Do TP, Remmers A, Schytz HW, Schankin C, Nelson SE, Obermann M, et al. Red and orange flags for secondary headaches in clinical practice: SNNOOP10 list. Neurology. 2019;92(3):134-144. DOI: 10.1212/WNL.0000000000006697 [Übersichtsarbeit]
- Corley BT, Carroll RW, Hall RM, Weatherall M, Parry-Strong A, Krebs JD. Intermittent fasting in Type 2 diabetes mellitus and the risk of hypoglycaemia: a randomized controlled trial. Diabet Med. 2018;35(5):588-594. DOI: 10.1111/dme.13595 [RCT, n=41 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, 12 Wochen]
- Grajower MM, Horne BD. Clinical Management of Intermittent Fasting in Patients with Diabetes Mellitus. Nutrients. 2019;11(4):873. DOI: 10.3390/nu11040873 [Übersichtsarbeit, expertenbasierte Empfehlungen]