Ratgeber Ketamin · Spoke 30

Ketamin-Kontraindikationen: Wer darf nicht behandelt werden

Eine wirksame Therapie wird nicht durch Häufigkeit der Anwendung definiert, sondern durch die Passung zwischen Patient und Behandlung. Bei Ketamin gibt es klare Ausschluss-Kriterien, die in der Aufklärung gehört werden müssen. Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Punkte, die im Vorgespräch geprüft werden: was absolut, was relativ, was im Einzelfall zu klären ist. Diese Liste ist nicht abschließend und ersetzt kein ärztliches Gespräch.

Shukri Jarmoukli · Arzt · Tätigkeitsschwerpunkt Integrative Medizin · ViveCura Berlin

Wer in meine Sprechstunde mit der Bitte um eine Ketamin-Therapie kommt, hört von mir zuerst eine Liste von Fragen. Nicht weil ich misstrauisch bin, sondern weil eine seriöse Therapie mit einem sauberen Ausschluss von Risiken beginnt. Bei manchen Menschen ist Ketamin nicht der richtige Weg, oder zumindest nicht jetzt. Dieser Spoke ist die Übersicht der Kontraindikationen, ohne Pauschalisierung, mit klinischer Tiefe.

Ein häufiges Muster

Ein Muster, das in der Fachliteratur immer wieder beschrieben wird: eine therapieresistente Depression trifft auf eine nicht eingestellte arterielle Hypertonie oder auf eine bekannte koronare Herzkrankheit. Dann gilt in der Regel, dass die kardiovaskuläre Situation zuerst stabilisiert wird.

Ob danach eine ambulante Serie infrage kommt, ist eine Einzelfallentscheidung zusammen mit Kardiologie und Hausarzt. In manchen Fällen kann nur ein stationäres Setting unter intensivem Monitoring vertretbar sein.

Ein sorgfältiges Vorgespräch kann Risiken deutlich senken. Es kann sie nicht auf null bringen. Auch nach sauberer Abklärung bleibt ein Restrisiko, über das du vorher Bescheid wissen solltest.

Absolute vs. relative Kontraindikationen

Reframe

Kontraindikationen sind nicht Verbote, sondern Schutzmechanismen. Eine absolute Kontraindikation schließt die Therapie zum aktuellen Zeitpunkt aus, weil das Risiko-Nutzen-Verhältnis klar ungünstig ist. Eine relative Kontraindikation bedeutet, dass die Therapie unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen, mit erfahrenem Team und engmaschiger Begleitung möglich sein kann. Beide sind Hinweise, nicht Endurteile.

Absolute Kontraindikationen

Die folgenden Karten nennen wichtige Punkte, die vor einer Ketamin-Therapie geprüft werden. Sie sind kein vollständiger Katalog. Maßgeblich sind die Fachinformation des jeweils verwendeten Präparats und die ärztliche Untersuchung im Einzelfall. Wenn du eine Erkrankung hast, die hier nicht auftaucht, heißt das nicht, dass sie unbedenklich ist. Sprich sie im Vorgespräch an.

Absolut

Schwere unkontrollierte Hypertonie

Ein dauerhaft stark erhöhter Blutdruck oder eine instabile hypertensive Situation sind ein Ausschlussgrund. Ketamin kann den Blutdruck und den Puls vorübergehend anheben, in Untersuchungen im Mittel um einige bis mehrere zehn mmHg systolisch. Wo genau deine Grenze liegt, entscheidet nicht eine Zahl im Internet, sondern die Untersuchung zusammen mit deiner Hausärztin oder deinem Kardiologen. Siehe Quellen 3 und 4.

Absolut

Instabile koronare Herzkrankheit

Akutes Koronarsyndrom, kürzlicher Myokardinfarkt, instabile Angina pectoris. Der durch Ketamin induzierte Anstieg von Puls und Blutdruck kann das Sauerstoff-Angebot-Bedarfs-Verhältnis kritisch verschieben.

Absolut

Aktive Psychose

Akute psychotische Episode, frische schizophrene Erstmanifestation, akute Manie mit psychotischen Symptomen. Ketamin kann psychotische Symptome verstärken oder verlängern.

Absolut

Akute Manie

Eine akute manische Episode, mit oder ohne psychotische Symptome. Ketamin kann die manische Symptomatik intensivieren.

Absolut

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit von Ketamin für den Fetus oder das gestillte Kind ist nicht ausreichend belegt. Eine elektive Therapie ist während dieser Phasen kontraindiziert. Das gilt besonders bei Präeklampsie und Eklampsie, weil Ketamin den Blutdruck zusätzlich anheben kann. Eine ärztliche Geburtsanästhesie ist eine andere klinische Situation und kein elektiver Einsatz.

Absolut

Erhöhter intrakranieller Druck

Bei akutem Schädel-Hirn-Trauma, einer Raumforderung im Kopf oder einer frischen Hirnblutung wird Ketamin außerhalb der Intensivmedizin nicht eingesetzt. Ob Ketamin den Hirndruck tatsächlich relevant steigert, wird in der Fachliteratur inzwischen unterschiedlich bewertet. Für eine elektive ambulante Therapie bleibt es ein klarer Ausschlussgrund.

Absolut

Dekompensierte Schilddrüsenüberfunktion

Unbehandelte schwere Hyperthyreose mit kardiovaskulärer Symptomatik. Ketamin könnte die sympathische Aktivität weiter steigern und eine thyreotoxische Krise auslösen.

Absolut

Schwere fortgeschrittene Ketamin-Cystitis

Wer bereits eine ausgeprägte ketaminbedingte Blasenentzündung hat, sollte kein weiteres Ketamin bekommen. Eine erneute Anwendung kann die Schädigung verstärken. Nach einem Konsumstopp kann sich die Blase teilweise erholen, im fortgeschrittenen Stadium kann der Schaden bleibend sein. Siehe Quelle 12. Mehr im Cystitis-Spoke.

Absolut

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Ketamin

Eine bekannte Allergie oder Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile schließt die Anwendung aus. Das steht so in der Fachinformation ketaminhaltiger Arzneimittel.

Absolut

Glaukom und erhöhter Augeninnendruck

Ketamin kann den Augeninnendruck vorübergehend anheben. Bei einem unbehandelten Glaukom oder einem bekannt erhöhten Augeninnendruck ist eine elektive Therapie deshalb nicht vorgesehen. Sag im Vorgespräch an, wenn du wegen erhöhtem Augendruck in Behandlung bist.

Absolut

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Für die Behandlung einer Depression mit Ketamin gibt es in dieser Altersgruppe keine Zulassung und keine belastbare Datenlage. Eine elektive Therapie findet hier nicht statt.

Absolut

Schwere Herzinsuffizienz und Aortenaneurysma

Bei schwerer Herzschwäche oder einem bekannten Aneurysma der Hauptschlagader kann ein Anstieg von Blutdruck und Puls gefährlich werden. Beides gehört vorher abgeklärt und spricht gegen eine ambulante elektive Therapie.

Relative Kontraindikationen

Relativ

Psychose in der Vorgeschichte

Frühere psychotische Episoden ohne aktuelle Symptomatik. Sehr sorgfältige Risiko-Nutzen-Bewertung mit erfahrenem Psychiater, engmaschige Verlaufskontrolle, gegebenenfalls Vorab-Stabilisierung mit Antipsychotika.

Relativ

Bipolare Störung in stabiler Phase

Bipolare Depression in euthymer oder depressiver Phase kann eine Indikation sein. Risiko der Manie-Induktion muss bewertet werden, oft mit Stimmungsstabilisator als Sicherheit.

Relativ

Stabile koronare Herzkrankheit

Bei gut eingestellter KHK ohne aktuelle Symptomatik kann eine ambulante Therapie unter engmaschigem Monitoring möglich sein. Kardiologische Vorab-Beurteilung empfehlenswert.

Relativ

Schwere Lebererkrankung

Bei Leberzirrhose oder schwerer Leberschwäche kann Ketamin langsamer abgebaut werden. Norketamin könnte sich dann anreichern. Deshalb kann eine Dosisanpassung nötig sein, zusammen mit engmaschigem Monitoring.

Relativ

Chronischer Substanzkonsum

Aktiver Alkohol- oder Drogenkonsum kann eine Therapie destabilisieren. Bei aktivem Substanzkonsum ist zuerst eine suchtmedizinische Abklärung sinnvoll. Eine Suchtbehandlung bieten wir nicht an, dafür verweisen wir an spezialisierte Einrichtungen.

Relativ

Schwere unbehandelte Schlafapnoe

Ketamin kann atemdepressiv wirken. Bei unbehandelter schwerer Schlafapnoe Vorab-Abklärung und Stabilisierung mit CPAP. Mit eingestellter Schlafapnoe meist möglich.

Relativ

Geringe soziale Stabilität

Nach einer Sitzung braucht der Patient eine sichere Umgebung. Bei Obdachlosigkeit, akuter sozialer Krise oder fehlender Begleitung sollte erst diese Stabilität aufgebaut werden.

Relativ

Frühe oder vermutete Ketamin-Cystitis

Bei früherer urologischer Symptomatik aus Konsum-Vorgeschichte sorgfältige Urologie-Abklärung vor Beginn. Bei klinischer Cystitis-Frühform Risiko-Nutzen-Bewertung im Team.

Was die Vorab-Diagnostik konkret prüft

Experten-Übersichtsarbeit Übersichtsarbeit

McIntyre und Kollegen haben in einer internationalen Experten-Übersichtsarbeit die Evidenz zu Ketamin und Esketamin bei therapieresistenter Depression zusammengetragen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, worauf in der praktischen Umsetzung am Behandlungsort geachtet werden sollte. Daraus lässt sich die Richtung ableiten, die auch in der Praxis üblich ist: psychiatrische Anamnese mit Blick auf Psychose und bipolare Vorgeschichte, kardiovaskuläre Untersuchung, Basislabor und eine Einschätzung von Substanzkonsum und sozialer Situation. Die konkrete Liste unten ist klinische Praxis, keine wörtliche Wiedergabe der Arbeit.

McIntyre RS, et al. Synthesizing the Evidence for Ketamine and Esketamine in Treatment-Resistant Depression: An International Expert Opinion on the Available Evidence and Implementation. Am J Psychiatry. 2021;178(5):383-399. doi:10.1176/appi.ajp.2020.20081251

Konkrete Vorab-Untersuchungen

  • Anamnese: Psychose, bipolare Vorgeschichte, Substanzkonsum, kardiovaskuläre Erkrankungen, neurologische Erkrankungen
  • Kardiovaskuläre Untersuchung: Blutdruck mehrfach gemessen, Puls, Auskultation, EKG bei Risikopatienten, bei Bedarf kardiologische Vorstellung
  • Labor: Leberwerte (GOT, GPT, GGT, Bilirubin), Nierenwerte (Kreatinin, eGFR), Schilddrüsenwerte (TSH), bei Bedarf Elektrolyte
  • Urologisch: Urinstatus, bei Verdacht zusätzliche Untersuchungen
  • Psychiatrisch: detaillierte Diagnose, Ausschluss Psychose und akute Manie, Suizidalitäts-Einschätzung
  • Soziales Umfeld: Begleitung nach Sitzung, sichere Umgebung, Notfall-Kontakte
Wichtig vor und nach einer Sitzung

Nach einer Ketamin-Sitzung darfst du für den Rest des Tages kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Bring bitte eine Begleitperson mit.

Sag im Vorgespräch alle Medikamente an, die du nimmst, auch Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine, MAO-Hemmer, Theophyllin, Blutdruckmittel, Alkohol und pflanzliche Präparate. Manche Kombinationen können die Wirkung verstärken oder abschwächen, den Blutdruck zusätzlich beeinflussen oder die Krampfschwelle senken. Wechselwirkungen sind ein eigener Prüfpunkt, nicht eine Randnotiz.

Und ein Punkt, der zur Aufklärung gehört: die intravenöse Ketamintherapie bei Depression ist in Deutschland ein Off-Label-Einsatz. Das Medikament ist für diese Indikation nicht zugelassen. Daraus folgt eine gesteigerte Aufklärungspflicht und auch eine offene Frage der Kostenübernahme.

Die vier KPNI-Linsen auf Kontraindikationen

1. Nervensystem

Psychose, schwere kognitive Beeinträchtigung, schwere neurologische Erkrankung. Hier ist der Nutzen oft kleiner als das Risiko der akuten Symptomverstärkung.

2. Immunsystem

Aktive Autoimmun-Erkrankungen sind keine direkte Kontraindikation, können aber im individuellen Fall die Risiko-Nutzen-Bewertung beeinflussen. Bei chronischer Cystitis als Spezialfall absolute Vorsicht.

3. Stoffwechsel

Eine schwere Lebererkrankung kann die Verstoffwechselung beeinflussen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion könnte Norketamin akkumulieren. Hier können Dosisanpassung und Monitoring nötig sein.

4. Hormonsystem

Dekompensierte Schilddrüsenfunktion ist absolute Kontraindikation. Schwangerschaft und Stillzeit ebenfalls. Im hormonellen Übergangsfeld (Perimenopause) keine spezielle Einschränkung, aber individuelle Risiko-Nutzen-Bewertung.

Wichtige Aufklärungsregel

Vor jeder Ketamin-Therapie hast du ein Recht auf vollständige Aufklärung über alle Kontraindikationen, die in deinem Fall relevant sind. Wenn dir etwas unklar bleibt, frag nach oder hol dir eine Zweitmeinung.

Der Moment wahrer Freiheit

„Ein 'nicht jetzt' ist nicht ein 'nie'. Es ist ein 'erst etwas anderes'."

Wahre Freiheit beginnt mit der Erkenntnis, dass eine Therapie nicht aus Pech, sondern aus medizinischer Logik abgelehnt wird, wenn eine Kontraindikation vorliegt. Was du dann brauchst, ist nicht der Druck zur Behandlung, sondern die Geduld, erst die Grundlage zu schaffen, auf der eine Behandlung überhaupt vertretbar wird. Und wenn dich das Warten gerade überfordert: weiter unten stehen Nummern, die rund um die Uhr erreichbar sind.

Drei Hebel beim Umgang mit Kontraindikationen

1

Sei in der Anamnese vollständig ehrlich

Was du im Vorgespräch nicht erzählst, kann später zum Problem werden. Vollständigkeit ist hier dein Schutz, nicht dein Risiko. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht, auch in Bezug auf Konsumgeschichte oder psychiatrische Vorgeschichte.

2

Wenn eine Kontraindikation gefunden wird: frage nach Alternativen

Eine Ablehnung ist nicht das Ende der Behandlungsmöglichkeiten. Andere Therapieformen (TMS, Esketamin unter strengerem Setting, klassische Pharmakotherapie, Psychotherapie) können relevant sein. Mehr im Spoke „Depression ganzheitlich behandeln".

3

Bei relativen Kontraindikationen: hol dir spezialisierte Begleitung

Wenn deine Situation komplex ist (Psychose-Vorgeschichte, bipolare Störung, Lebererkrankung), kann ein Team mit viel Erfahrung in genau diesem Bereich sinnvoll sein. Es kann das Risiko besser einschätzen und enger begleiten. Frag ruhig direkt nach, wie oft dort solche Fälle behandelt werden. Ein Restrisiko bleibt auch dort.

Häufige Fragen zu Ketamin-Kontraindikationen

Was sind die absoluten Kontraindikationen?

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Ketamin, schwere unkontrollierte Hypertonie, instabile koronare Herzkrankheit, schwere Herzinsuffizienz, aktive Psychose, akute Manie, Schwangerschaft und Stillzeit, schwere intrakranielle Druckerhöhung, unbehandeltes Glaukom, dekompensierte Schilddrüsenüberfunktion, Alter unter 18 Jahren. Diese Bedingungen sprechen gegen eine reguläre Ketamin-Therapie. Die Aufzählung ist nicht abschließend, maßgeblich ist die Fachinformation des jeweiligen Präparats und das ärztliche Vorgespräch.

Was sind relative Kontraindikationen?

Psychose-Vorgeschichte, bipolare Störung mit Manie-Risiko, schwere Lebererkrankung, chronischer Substanzkonsum, fortgeschrittene Ketamin-Cystitis, schwere unbehandelte Schlafapnoe. Hier ist Einzelfallentscheidung mit erfahrenem Team möglich.

Darf man in der Schwangerschaft Ketamin nehmen?

Eine elektive Therapie ist während Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert, da die Sicherheit für den Fetus nicht ausreichend belegt ist. In Ausnahmefällen wie der Geburtsanästhesie kann Ketamin unter strikter Indikation eingesetzt werden, das ist aber kein elektiver Einsatz.

Was bei kardiovaskulärer Vorerkrankung?

Bei stabiler kardiovaskulärer Situation und gut eingestelltem Blutdruck kann eine Therapie unter engmaschigem Monitoring möglich sein. Bei instabiler KHK, schwerer Herzinsuffizienz oder unkontrolliertem Bluthochdruck ist die Therapie kontraindiziert oder nur stationär unter intensivem Monitoring.

Was bei Psychose-Vorgeschichte?

Bei aktiver Psychose absolut kontraindiziert. Bei Psychose in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten, die Therapie wird in der Regel zurückhaltend bewertet. Wenn dennoch sinnvoll, dann mit erfahrenem psychiatrischen Team und engmaschiger Verlaufskontrolle.

Was bei bipolarer Störung?

Bipolare Störung mit aktueller Manie ist Kontraindikation. Bei bipolarer Depression in stabiler Phase gibt es erste kleine Studien, die auf eine Wirkung hindeuten. Die bekannteste davon umfasste 18 Patientinnen und Patienten, die zusätzlich Lithium oder Valproat einnahmen. In dieser Studie entwickelte eine Person unter Ketamin manische Symptome. Das ist zu wenig für eine belastbare Aussage. Das Risiko, eine Manie auszulösen, muss immer mitbedacht werden. Engmaschige Begleitung durch Psychiater notwendig.

Was bei Schlafapnoe?

Unbehandelte schwere Schlafapnoe ist eine relative Kontraindikation, weil Ketamin atemdepressiv wirken kann. Bei behandelter und stabilisierter Schlafapnoe (CPAP) ist die Therapie meist möglich. Eine schlafmedizinische Vorabklärung kann sinnvoll sein.

Was bei chronischer Cystitis?

Bei fortgeschrittener Ketamin-induzierter Cystitis ist eine erneute Therapie kontraindiziert. Bei früher Cystitis aus Konsum-Vorgeschichte muss eine sehr sorgfältige Indikationsstellung mit urologischer Begleitung erfolgen. Mehr im Cystitis-Spoke.

Verbindungen zu anderen Themen

Risiko-ÜbersichtGefahren-Übersicht

Wo Kontraindikationen im gesamten Risikoprofil stehen.

Behandlungs-AlternativenDepression ganzheitlich

Was du tun kannst, wenn Ketamin nicht für dich passt.

Bei CystitisCystitis

Die spezifischste somatische Kontraindikation, vertieft.

Bei WechselwirkungenMischkonsum

Welche Medikamente eine Therapie zusätzlich riskant machen.

SJ
Geschrieben von

Shukri Jarmoukli

Arzt. Tätigkeitsschwerpunkte: funktionelle Medizin, Klinische Psychoneuroimmunologie, ketaminassistierte Therapie. Keine Gebietsbezeichnung Psychiatrie. ViveCura Berlin, Skalitzer Straße 137. Ich glaube, dass die wichtigste Therapie-Entscheidung oft die ist, eine Therapie heute nicht zu beginnen. Das verlangt eine andere Art von Mut, sowohl bei mir als auch beim Patienten.

Wenn es dir gerade akut schlecht geht

Wenn du an Suizid denkst, warte nicht auf einen Termin. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116 117 erreichbar, im Notfall die 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 erreichbar, auch anonym.

Dieser Text ist allgemeine Information. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, keine Diagnose und keine Behandlung. Ob eine Ketamin-Therapie für dich infrage kommt, kann nur eine ärztliche Untersuchung im Einzelfall klären.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. McIntyre RS, et al. Synthesizing the Evidence for Ketamine and Esketamine in Treatment-Resistant Depression: An International Expert Opinion on the Available Evidence and Implementation. Am J Psychiatry. 2021;178(5):383-399. PMID 33726522. doi:10.1176/appi.ajp.2020.20081251 [Übersichtsarbeit, internationale Experten-Einschätzung]
  2. Riggs LM, Gould TD. Ketamine and the Future of Rapid-Acting Antidepressants. Annu Rev Clin Psychol. 2021. doi:10.1146/annurev-clinpsy-072120-014126 [Übersichtsarbeit]
  3. Sanacora G, et al. A Consensus Statement on the Use of Ketamine in the Treatment of Mood Disorders. JAMA Psychiatry. 2017. doi:10.1001/jamapsychiatry.2017.0080 [Übersichtsarbeit, Konsensus]
  4. Short B, et al. Side-effects associated with ketamine use in depression: a systematic review. Lancet Psychiatry. 2018;5(1):65-78. PMID 28757132. doi:10.1016/S2215-0366(17)30272-9 [Systematischer Review]. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Datenlage zur Langzeitanwendung und Langzeitsicherheit begrenzt ist.
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  8. Daly EJ, et al. Efficacy and Safety of Intranasal Esketamine. JAMA Psychiatry. 2018. doi:10.1001/jamapsychiatry.2017.3739 [RCT]
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  10. Diazgranados N, et al. A randomized add-on trial of an N-methyl-D-aspartate antagonist in treatment-resistant bipolar depression. Arch Gen Psychiatry. 2010. doi:10.1001/archgenpsychiatry.2010.90 [RCT]
  11. Liu KM, et al. Ketamine-induced ulcerative cystitis and bladder apoptosis involve oxidative stress mediated by mitochondria and the endoplasmic reticulum. Am J Physiol Renal Physiol. 2015;309(4):F318-31. doi:10.1152/ajprenal.00607.2014 [In vivo, Ratte, mechanistisch]
  12. Castellani D, et al. What urologists need to know about ketamine-induced uropathy: A systematic review. Neurourol Urodyn. 2020;39(4):1049-1062. doi:10.1002/nau.24341 [Systematischer Review]
  13. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Bescheid vom 11.10.2019 zur Umsetzung des einstimmigen CMDh-Beschlusses EMA/CMDh/392187/2019 vom 25.07.2019 betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Ketamin. bfarm.de [Behördendokument]. Maßgeblich für Gegenanzeigen und Warnhinweise ist zusätzlich immer die aktuelle Fachinformation des jeweils verwendeten Präparats.

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